Editoriali

Reichspogromnacht am 9. November 1938

8 Novembre 2013

Reichspogromnacht am 9. November 1938

Am 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. 

Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit. Es jährt sich nun zum 75. Mal die Reichspogromnacht. An diesem Tag gedenkt Deutschlands den zahlreichen Opfern, die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ein ungeahntes Ausmaß an Leid und Zerstörung erleiden mussten. Unfassbar ist die schrankenlose Feindseligkeit, die sich in dieser Nacht über das jüdische Leben in Deutschland ergoss. Hunderte Menschen starben. Die Erinnerung an die Opfer muss aber weiter leben. Der Pogrom markierte den Auftakt für die europaweite Verfolgung und beispiellose Ermordung von sechs Millionen Juden. Deutschland muss garantieren, dass sich ein solches Verbrechen niemals wiederholen kann. Die demokratischen Werte unseres Rechtsstaates müssen aufrechterhalten und verteidigt werden. Wie kein anderes Datum spiegelt der 9. November die wechselvolle Geschichte Deutschlands wieder. Der 9. November mahnt uns in doppelter Weise, die freiheitlich-demokratischen Grundwerte jeden Tag aufs Neue zu verteidigen.

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