„Movember“ im November: Männergesundheit im Fokus – Prostatakrebsvorsorge beginnt mit dem ersten Gespräch

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Da die Erkrankung im Frühstadium oft keine Beschwerden verursacht, ruft die Südtiroler Krebshilfe im Rahmen des Movember dazu auf, Vorsorge ernst zu nehmen, Hemmschwellen abzubauen und sich frühzeitig ärztlich beraten zu lassen.

Der November steht international im Zeichen der Männergesundheit. Unter dem Namen Movember macht die jährliche Kampagne auf wichtige Gesundheitsthemen aufmerksam, darunter Prostatakrebs, Hodenkrebs und psychische Gesundheit. Die Südtiroler Krebshilfe beteiligt sich an der Initiative und möchte Männer dazu ermutigen, sich bewusster mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Viele Männer kümmern sich selbstverständlich um Familie, Beruf und ihr soziales Umfeld, stellen die eigene Gesundheit jedoch häufig zurück. Gerade bei Prostatakrebs kann das problematisch sein: In einem frühen Stadium verursacht die Erkrankung oft keine erkennbaren Symptome. Umso wichtiger sind Information, eine individuelle Risikoeinschätzung und das rechtzeitige Gespräch mit dem Hausarzt oder einem Facharzt.

Individuelle Vorsorge statt pauschaler Empfehlungen

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Auch eine familiäre Vorbelastung kann eine Rolle spielen. Deshalb gibt es keinen einheitlichen Vorsorgeweg, der für alle Männer gleichermaßen geeignet ist. Vielmehr sollte gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden, wann Untersuchungen sinnvoll sind und welche diagnostischen Maßnahmen infrage kommen.

Ein wichtiger Bestandteil der Abklärung kann die Bestimmung des PSA-Wertes sein. Dabei handelt es sich um einen Laborwert, der anhand einer Blutprobe ermittelt wird und Hinweise auf Veränderungen der Prostata geben kann. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Auch gutartige Veränderungen oder Entzündungen können erhöhte Werte verursachen. Entscheidend ist daher immer die ärztliche Beurteilung unter Berücksichtigung der Krankengeschichte und der individuellen Risikofaktoren.

Früherkennung verbessert die Behandlungsmöglichkeiten

Dr. Guido Mazzoleni, Präsident des Ärztebeirates der Südtiroler Krebshilfe, unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit dem Thema: „Warten Sie nicht auf Beschwerden. Prostatakrebs verursacht im Frühstadium häufig keine Symptome. Eine rechtzeitige Beratung und individuell abgestimmte Vorsorgemaßnahmen helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die bestmöglichen Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen.“

Die medizinischen Fortschritte der vergangenen Jahre haben die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs deutlich erweitert. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, stehen heute verschiedene wirksame Therapieoptionen zur Verfügung.

„Ich schau auf mich – und du?“

Mit der Kampagne „Ich schau auf mich – und du?“ möchte die Südtiroler Krebshilfe Männer dazu bewegen, offener über Gesundheit zu sprechen und Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen.

Sich untersuchen zu lassen, Fragen zu stellen und medizinischen Rat einzuholen, ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein – gegenüber sich selbst und den Menschen, die einem nahestehen.

Die Botschaft zum Movember ist deshalb klar: Männer sollten gesundheitliche Fragen nicht aufschieben und Vorsorge nicht erst dann zum Thema machen, wenn Beschwerden auftreten. Oft beginnt der wichtigste Schritt mit einem einfachen Gespräch beim Arzt.