Zahlreiche Mitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Tourismus und Wirtschaft nahmen an der Ortsversammlung der HGV-Ortsgruppe Kastelruth/Seis teil, die im Golfhotel Sonne in Seis stattfand. Im Mittelpunkt standen die Bilanz des vergangenen Jahres, aktuelle tourismuspolitische Themen sowie die zukünftige Entwicklung der Destination Seiser Alm.
Ortsobmann Gottfried Schgaguler blickte in seinem Tätigkeitsbericht auf ein arbeitsintensives Jahr zurück. Neben regelmäßigen Sitzungen, dem Austausch mit der Gemeindeverwaltung und gemeinsamen Veranstaltungen standen auch verschiedene Weiterbildungsangebote für die Mitglieder auf dem Programm. Einen besonderen Stellenwert nahm die Diskussion über die gastronomische Situation während der Zwischensaisonen ein.
Als konkrete Antwort auf diese Herausforderung wurde gemeinsam mit der Gemeinde Kastelruth, dem Tourismusverein, Seiser Alm Marketing und dem Hoteliers- und Gastwirteverband das Pilotprojekt „Gastro-Kalender“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Gästen und Einheimischen einen besseren Überblick über geöffnete Gastronomiebetriebe in den Nebensaisonen zu bieten. „Der Gastro-Kalender ist ein wichtiger erster Schritt, um die Betriebe in den Zwischensaisonen besser sichtbar zu machen. Entscheidend wird sein, dieses Projekt konsequent weiterzuführen und möglichst viele Betriebe dafür zu gewinnen“, betonte Schgaguler.
Einen Blick auf die Aktivitäten der Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) warf Nicole Rier. Besonders erfreulich sei die Neugründung einer eigenen HGJ-Ortsgruppe in Kastelruth/Seis, die jungen Unternehmerinnen und Unternehmern künftig eine wichtige Plattform für Austausch und Weiterbildung bieten soll.
Über die aktuellen Herausforderungen auf Bezirksebene informierte HGV-Bezirksobmann Daniel Stuflesser. Dabei standen Themen wie Mobilität, die Diskussion um die Dolomitenpässe sowie Maßnahmen zum Erhalt der Speise- und Schankbetriebe im Fokus. Ergänzend dazu stellte Benedikt Werth, Leiter der Verbandsentwicklung im HGV, die aktuellen verbandspolitischen Schwerpunkte vor.
Einen praxisorientierten Fachvortrag hielt anschließend Ing. Roman Bodner zum Thema „Hotelküche, die sich rechnet, Wasser spart und Verstopfungen vermeidet“. Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Betriebs-, Energie- und Infrastrukturkosten nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig Ressourcen effizienter einzusetzen.
Großes Interesse fand die abschließende Gesprächsrunde mit Bürgermeisterin Cristina Pallanch, Tourismusreferent Adolf Hofer, dem Direktor von Seiser Alm Marketing Martin Rabensteiner, dem Präsidenten der Seiser Alm Bahn Stefan Tröbinger sowie dem Direktor der Raiffeisen Kastelruth-St. Ulrich Simon Kofler.
Diskutiert wurden dabei zentrale Zukunftsthemen der Region, darunter Maßnahmen gegen Wildcamping und den Zweitwohnungstourismus, die neue digitale Zufahrtsregelung zur Seiser Alm, die Erschließung neuer Herkunftsmärkte sowie Fragen der Mobilität und der Finanzierung touristischer Infrastrukturen. Einigkeit herrschte darüber, dass die erfolgreiche Weiterentwicklung der Destination einen kontinuierlichen Dialog zwischen Tourismus, Politik und Wirtschaft erfordert.
Die Ortsversammlung machte deutlich, dass die Tourismusbranche in Kastelruth und Seis vor vielfältigen Herausforderungen steht, gleichzeitig aber auch über eine hohe Innovationskraft und einen starken Zusammenhalt verfügt. Gerade dieser enge Austausch zwischen allen Beteiligten wird als entscheidender Faktor angesehen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Destination langfristig zu sichern und weiter auszubauen.
Im Bild von links: Benedikt Werth, Leiter der Verbandsentwicklung im HGV, Tourismusreferent Adolf Hofer, Raika-Direktor Simon Kofler, Martin Rabensteiner, Direktor Seiser Alm Marketing, HGV-Ortsobmann Gottfried Schgaguler, Bürgermeisterin Cristina Pallanch, Roman Bodner, Stefan
Tröbinger