

Was als einjährige Reise durch mehr als 30 US-Bundesstaaten begann, entwickelte sich zu einer internationalen Kulturplattform. Am 6. und 7. November 2026 verwandelt der Südtiroler Unternehmer Stefan Siegel die Hummingbird Nest Ranch bei Los Angeles erneut in einen Treffpunkt für Pferdekultur, traditionelles Handwerk, Mode, Kunst und Musik.
LOS ANGELES/MERAN – Vom Modeunternehmer zum Botschafter einer neuen Interpretation des amerikanischen Westens: Der gebürtige Meraner Stefan Siegel hat mit IRON eine Kulturplattform geschaffen, die traditionelle amerikanische Handwerkskunst, Pferdekultur und zeitgenössischen Lifestyle miteinander verbindet. Am 6. und 7. November 2026 findet auf der Hummingbird Nest Ranch außerhalb von Los Angeles bereits die elfte Ausgabe des IRON Rodeos statt. Das Projekt, dessen Wurzeln auch in Südtirol liegen, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer besonderen Veranstaltungsreihe in Kalifornien entwickelt.
In seiner Heimat Südtirol wurde Stefan Siegel zunächst vor allem als Gründer von NOT JUST A LABEL bekannt. Die 2008 ins Leben gerufene Plattform entwickelte sich zu einem internationalen Netzwerk mit mehr als 50.000 Designern aus über 150 Ländern. Damit etablierte sich der gebürtige Meraner als wichtige Stimme für unabhängige Mode und kreative Talente. Heute schlägt Siegel in Kalifornien ein neues Kapitel auf und widmet sich mit IRON einer Kultur, die ihn seit einer besonderen Reise nachhaltig geprägt hat.
Eine Reise durch mehr als 30 US-Bundesstaaten als Ausgangspunkt
Der Ursprung von IRON liegt in einer einjährigen Reise während der Pandemie. Damals verließ Siegel Los Angeles und machte sich mit einem Airstream-Trailer, seinem Schäferhund Ranger und ohne festen Reiseplan auf den Weg. Er durchquerte mehr als 30 US-Bundesstaaten, lebte auf Ranches, besuchte Rodeos, ritt gemeinsam mit Cowboys und Trainern und begegnete Menschen, die bis heute traditionelle amerikanische Handwerksberufe und Lebensweisen bewahren.
Aus dem zunächst persönlichen Abenteuer entwickelte sich zunehmend die Recherche für ein neues unternehmerisches Projekt. Auf seinen Reisen entdeckte Siegel im amerikanischen Westen zahlreiche Parallelen zu seiner Südtiroler Heimat. Familienbetriebe, Handwerker und über Generationen weitergegebenes Wissen prägen beide Regionen. Gleichzeitig stehen viele dieser traditionellen Strukturen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck.
Siegel, der in Meran aufwuchs, unweit von Hafling, der Heimat des Haflinger Pferdes, erkannte insbesondere die Gemeinsamkeiten zwischen der Südtiroler Handwerkskultur und den Traditionen des amerikanischen Westens. Die Verbindung von Herkunft, Qualität und handwerklichem Können, die in Südtirol eng mit hochwertiger Produktion und dem Begriff „Made in Italy“ verbunden ist, fand er auch bei amerikanischen Sattlern, Silberschmieden, Stiefelmachern, Lederhandwerkern und Pferdeleuten wieder.
„In Südtirol wächst man mit einem sehr unmittelbaren Verständnis dafür auf, dass Qualität, Handwerk und Herkunft zusammengehören. Im amerikanischen Westen habe ich dieselbe Haltung wiedergefunden – nur in einer völlig anderen kulturellen Sprache. IRON entstand aus dem Wunsch, diese Welt zu bewahren, aber gleichzeitig für eine neue Generation relevant zu machen“, erklärt Stefan Siegel.
IRON: Eine neue Interpretation der amerikanischen Westernkultur
Was zunächst mit kleinen Ausritten und Treffen im Freundeskreis begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer Reihe kuratierter Veranstaltungen in Kalifornien. Das Konzept von IRON unterscheidet sich dabei bewusst vom klassischen Rodeo. Im Mittelpunkt steht eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit der amerikanischen Westernkultur, die Pferdekultur und Horsemanship mit traditionellem Handwerk, Mode, Kunst, Musik, Gastronomie und modernen Lifestyle-Konzepten verbindet.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Tierwohl. Kontroverse traditionelle Rodeodisziplinen werden bewusst durch moderne und pferdefreundliche Programme ersetzt. Damit möchte IRON die Beziehung zwischen Mensch und Pferd sowie das Wissen und die Fähigkeiten rund um den verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren in den Mittelpunkt stellen.
Die Veranstaltungen haben inzwischen auch prominente Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zu den Gästen früherer IRON-Ausgaben zählten unter anderem Kevin Costner, Bella Hadid, Nikki Reed, Brandi Cyrus, LeAnn Rimes und Billy Zane. Ebenso waren Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Film- und Serienproduktionen „Yellowstone“, „1883“, „1923“ und „Horizon“ vertreten.
Auch die amerikanische Medienlandschaft ist auf das Konzept aufmerksam geworden. Medien wie die „New York Times“, „Vogue“, „Sunset Magazine“, „C Magazine“, „Cowboys & Indians“, „Cowboy Coffee“ und „Luxury Equestrian“ berichteten über IRON und die neue Interpretation des amerikanischen Westens.
Rodeo #11: Zwei Tage im Zeichen des Future West
Die elfte Ausgabe, das „Hummingbird Rodeo“, findet am 6. und 7. November 2026 auf der Hummingbird Nest Ranch außerhalb von Los Angeles statt. Das private Anwesen umfasst rund 126 Hektar und bietet mit historischen Stallungen, Reitplätzen, weitläufigen Rasenflächen, Weinbergen, Olivenhainen und spanisch-kolonialer Architektur einen besonderen Rahmen für die Veranstaltung.
Während der beiden Veranstaltungstage wird das Gelände zu einer begehbaren IRON-Welt. Die Gäste können sich zwischen der Villa, dem Grand-Prix-Feld, der Reitarena, dem See und den historischen Stallungen bewegen. Das Programm umfasst Horsemanship-Seminare unter der Leitung des California Horse Center, das durch seine Verbindung zu Monty Roberts bekannt ist. Roberts ist als Pferdetrainer bekannt und war auch für Königin Elizabeth II. tätig.
Darüber hinaus präsentieren amerikanische Künstler und Handwerker ihre Arbeiten. Mode und Design, Kunstinstallationen, Musik sowie verschiedene Food- und Hospitality-Angebote ergänzen das Programm. Damit verbindet das Hummingbird Rodeo unterschiedliche kulturelle Bereiche und schafft einen Begegnungsraum zwischen traditionellem Können und zeitgenössischer Kreativität.
Eine besondere Rolle kommt den historischen Stallungen zu, die für die Veranstaltung in den „Future West Art & Craft Barn“ umgestaltet werden. Dort erhalten amerikanische Künstler, Designer und Handwerksbetriebe die Möglichkeit, ihre Arbeiten und ihr handwerkliches Können zu präsentieren. Das traditionelle Handwerk wird damit nicht nur als kulturelles Erbe gezeigt, sondern als lebendiger und zukunftsfähiger Bestandteil einer modernen Gesellschaft verstanden.
Der amerikanische Westen als lebendige Kultur
Das Hummingbird Rodeo ist zugleich Teil einer umfassenderen Vision. IRON möchte den amerikanischen Westen nicht als nostalgisches Bild einer vergangenen Zeit oder als bloße Inszenierung eines Western-Lifestyles präsentieren. Vielmehr geht es darum, eine lebendige Kultur sichtbar zu machen, die von Land, Pferden, handwerklichem Können und Gemeinschaft geprägt ist und sich gleichzeitig weiterentwickelt.
Für Stefan Siegel liegt gerade darin die Zukunft des Projekts: „IRON soll nicht einfach zeigen, wie der Westen einmal war. Mich interessiert, was aus dieser Kultur als Nächstes entsteht. Deshalb nennen wir es den Future West.“
Von Meran über eine einjährige Reise durch die Vereinigten Staaten bis hin zu einer eigenen Kulturplattform in Kalifornien: Stefan Siegel verbindet mit IRON seine Südtiroler Wurzeln mit den Traditionen des amerikanischen Westens. Das elfte Rodeo auf der Hummingbird Nest Ranch führt diesen Gedanken weiter und zeigt, wie aus überliefertem Handwerk, Pferdekultur und neuen kreativen Ideen eine zeitgemäße kulturelle Bewegung entstehen kann.
Foto, Eindrücke vom IRON Rodeo: Die Veranstaltungsreihe von Stefan Siegel verbindet amerikanische Pferdekultur, traditionelles Handwerk, Kunst, Mode und zeitgenössischen Lifestyle/c-IRON