ECOTEX in Meran: Faire Mode trifft auf Reparatur, Tausch und Kreativität

Am 12. September wird der Thermenplatz in Meran zum Treffpunkt für faire Mode und nachhaltigen Textilkonsum. Rund 20 Labels, Sozialgenossenschaften und Kleinproduzent*innen sowie zahlreiche Vereine und Initiativen zeigen, wie Kleidung bewusster konsumiert, länger genutzt und kreativ weiterverwendet werden kann.

Faire Mode zum Anschauen, Anprobieren – und Mitmachen: Am Samstag, 12. September, von 10 bis 17 Uhr macht die ECOTEX erneut auf dem Thermenplatz in Meran Station. Nach Veranstaltungen in Klausen und Brixen sowie der Premiere in Meran im vergangenen Jahr bringt der Markt rund 20 Kleinproduzent*innen, Sozialgenossenschaften und Labels zusammen.

Im Mittelpunkt stehen Kleidung, Schmuck, Taschen und Wohntextilien, die unter fairen Bedingungen und mit Blick auf Mensch und Umwelt hergestellt werden. Organisiert wird die ECOTEX von der OEW – Organisation für Eine solidarische Welt gemeinsam mit der Therme Meran und der Gemeinde Meran.

Doch die Veranstaltung will mehr sein als ein klassischer Markt. Kleidertausch, Reparatur, Upcycling und Workshops machen nachhaltigen Konsum unmittelbar erfahrbar. Ergänzt wird das Programm durch traditionelles Textilhandwerk, eine Modenschau, Poetry Slam, Musik und interaktive Ausstellungen.

Wie vielfältig nachhaltiger Textilkonsum sein kann, zeigt das umfangreiche Rahmenprogramm. Das Netzwerk Südtiroler Weltläden lädt zu Textile Tours ein und gestaltet gemeinsam mit der OEW die Modenschau. Beim Kleidertausch des Jugenddienstes Meran können gut erhaltene Stücke neue Besitzer*innen finden, während die Fachschule Tisens in einer Flickwerkstatt zeigt, wie beschädigte Kleidung repariert werden kann.

Adele Buffa und Giulia Guerri geben mit „Ricamo Riparo“ Einblicke in kreative Reparaturtechniken. Am Spinnrad und am Webstuhl wird traditionelles Textilhandwerk erlebbar. Die OEW ergänzt das Programm mit einem Upcycling-Workshop, einem Kleiderquiz, einem Büchertisch und der Ausstellung zur Fashion Revolution.

Für Musik sorgt Rebel Lion Sound. Poetry-Slammerin Lena Simonetti setzt sich mit dem Text „Wenn ich ein T-Shirt kaufe“ von Lene Morgenstern persönlich mit dem eigenen Kleidungskonsum auseinander.

Ein Höhepunkt ist die Modenschau um 11 Uhr. Models verschiedener Generationen präsentieren Lieblingsstücke der teilnehmenden Aussteller*innen und zeigen, dass faire Mode nicht auf Verzicht oder Öko-Image reduziert werden muss: Sie kann modern, vielseitig und alltagstauglich sein.

An den Marktständen steht entsprechend weniger der kurzfristige Trend als vielmehr Qualität, Kreativität und Langlebigkeit im Vordergrund. Besucherinnen können direkt mit Produzentinnen und Labels ins Gespräch kommen und erfahren, woher die Produkte stammen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden.

Die ECOTEX richtet den Blick zugleich auf die Schattenseiten der globalen Textilproduktion. Hoher Ressourcenverbrauch, Chemikalienbelastung, Mikroplastik und wachsende Mengen an Textilabfällen gehören ebenso zu den Problemen der Branche wie prekäre Arbeitsbedingungen und fehlende existenzsichernde Löhne.

Eine Infoausstellung der OEW in Form überdimensionaler T-Shirts macht diese Zusammenhänge sichtbar. Sie thematisiert unter anderem den Ressourcenverbrauch der Baumwollproduktion, Pestizide, gentechnisch verändertes Saatgut und Mikroplastik aus synthetischen Fasern. Gleichzeitig zeigt sie Alternativen: langlebige Kleidung, Reparatur, Secondhand und faire Produktion.

Vorgestellt werden auch unabhängige Siegel wie Fairtrade Certified Cotton, GOTS, Fair Wear Foundation und WFTO, die Verbraucher*innen bei bewussteren Kaufentscheidungen Orientierung geben können.

„Die ECOTEX ist weit mehr als ein Markt“, betont Verena Dariz, Bereichsleiterin für bewussten Konsum bei der OEW. Kleidung erzähle Geschichten – von den Menschen, die sie herstellen, über die verbrauchten Ressourcen bis hin zu den Entscheidungen der Konsument*innen.

Für Maximilian Ploner, Geschäftsleiter der OEW, braucht nachhaltiger Konsum das Zusammenspiel verschiedener Akteur*innen. Politische Rahmenbedingungen, verantwortungsvolles Wirtschaften und bewusste Kaufentscheidungen könnten gemeinsam dazu beitragen, die Textilbranche nachhaltiger zu gestalten.

Auch die Therme Meran unterstützt die Veranstaltung. Lorenzo Grassoni, Eventmanager und Direktionsassistent der Therme Meran, verweist auf den eigenen Anspruch als zertifizierter nachhaltiger Betrieb und die Bedeutung bewusster Produkte auch im Thermenshop.

Die ECOTEX 2026 steht unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde Meran und wird vom Land Südtirol, Amt für Weiterbildung und Sprache, unterstützt.

Das vollständige Programm und alle Aussteller*innen gibt es unter www.oew.org/ecotex.

Foto/ECOTEX 2023 – © Anna Mayr