Bozen – Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) unterstützt die Forderung nach einer sektorübergreifenden Wasserstrategie für Südtirol und drängt auf rasches Handeln. Grundlage für die Diskussion müsse eine transparente und belastbare Wasserbilanz sein, betont HGV-Präsident Klaus Berger.
Derzeit liegen unterschiedliche Zahlen zur Wassernutzung vor. Nach Angaben der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz fallen in Südtirol jährlich rund fünf Milliarden Kubikmeter Niederschlag an. Davon werden demnach etwa 150 Millionen Kubikmeter für die Landwirtschaft, 50 Millionen für Trinkwasser und zehn Millionen für die technische Schneeerzeugung genutzt.
Gerade beim Trinkwasser sieht der HGV jedoch Klärungsbedarf. Dieses werde nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von öffentlichen Einrichtungen, Gewerbe und Tourismus genutzt. Während die Landesagentur von rund 50 Millionen Kubikmetern ausgeht, weist das ASTAT für 2024 insgesamt 85,2 Millionen Kubikmeter entnommenes Trinkwasser aus.
„Zuerst gilt es, abgestimmte Parameter für die Erhebung der Zahlen festzulegen und anschließend eine transparente Aufschlüsselung der erhobenen Daten zu veröffentlichen“, fordert HGV-Direktor Raffael Mooswalder.
Zur Wasserbilanz gehören für den HGV auch die Verluste in den Trinkwassernetzen. Das Team K hatte dazu im Juni 2026 eine Initiative im Landtag eingebracht. Entscheidend sei, zunächst zu wissen, wie viel Wasser tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt und wie viel bereits auf dem Weg dorthin verloren geht.
Der Verband spricht sich deshalb dafür aus, die von Gabi Morandell vorgeschlagene „Wasserstrategie Südtirol 2030/2040“ umgehend auf den Weg zu bringen. Ziel müsse eine vollständige und transparente Erhebung des Wasserhaushalts sein, die den heutigen und künftigen Bedarf aller Sektoren berücksichtigt. Gleichzeitig sollten Netzverluste erfasst, konkrete Reduktionsziele festgelegt sowie der Ausbau und die Sanierung von Speichern und Versorgungsinfrastruktur geplant werden.
„Der heurige Sommer zeigt eindrucksvoll auf, dass die möglichst effiziente Nutzung von Wasser ein entscheidender Faktor für den Lebens- und Wirtschaftsraum Südtirol darstellt“, so Berger. Der HGV appelliert daher an die Landesregierung, rasch mit der umfassenden Datenerhebung zu beginnen – als Grundlage für eine Wasserstrategie, die nicht auf Schuldzuweisungen, sondern auf Fakten basiert.