Gemeinderat lehnt Neuzuschneidung des Senatswahlkreises ab: Sorge um die Einheit eines historisch gewachsenen Raumes
Der Gemeinderat von Tramin setzt ein klares Zeichen gegen eine mögliche Neuregelung der Senatswahlkreise und spricht sich gegen eine Teilung des Unterlandes aus. Eine entsprechende Resolution der Süd-Tiroler Freiheit wurde einstimmig angenommen.
Auslöser ist die geplante Neuzuschneidung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland. Nach den derzeit diskutierten Änderungen könnten Gemeinden wie Tramin, Kurtatsch, Margreid, Kaltern und Eppan künftig dem Senatswahlkreis Meran zugeordnet werden, während Aldein dem Wahlkreis Brixen zugeschlagen werden könnte. Im bisherigen Wahlkreis Bozen-Unterland würden damit vor allem die Gemeinden zwischen Salurn und Leifers verbleiben.
Die Süd-Tiroler Freiheit sieht darin eine künstliche Trennung eines historisch, kulturell und wirtschaftlich eng verbundenen Gebietes. „Das führt zu einer ungerechtfertigten Teilung des historisch, kulturell und wirtschaftlich eng verflochtenen Raumes des Überetschs und des Unterlandes“, betonten die Traminer Gemeinderäte Stefan Zelger, Peter Frank und Leo Geier.
Nach Ansicht der Antragsteller könnte die geplante Änderung zudem Auswirkungen auf die politische Vertretung haben. Sie kritisieren, dass durch den neuen Zuschnitt Mehrheiten gezielt beeinflusst werden könnten. Die Gemeinderäte verwiesen außerdem auf historische Parallelen und erinnerten daran, dass bereits 1927 während der faschistischen Zeit gewachsene politische und territoriale Strukturen verändert worden seien.
Dieser Argumentation folgten auch die Gemeinderäte der SVP, die den einstimmigen Beschluss mittrugen. Mit der Annahme der Resolution fordert der Gemeinderat von Tramin die italienische Regierung sowie die Südtiroler Abgeordneten und Senatoren auf, die geplante Neuregelung zu überdenken. Gleichzeitig wird der Südtiroler Landtag und die Landesregierung aufgefordert, sich für den Erhalt der gewachsenen Einheit des Unterlandes einzusetzen.
„Wir lassen uns nicht wehrlos auseinanderdividieren. Das Unterland bleibt unteilbar“, lautet die Botschaft des Traminer Gemeinderates.
Die Diskussion um die Neuzuteilung der Wahlkreise bleibt damit ein politisch sensibles Thema, bei dem Fragen der demokratischen Repräsentation, der territorialen Zusammengehörigkeit und der historischen Entwicklung Südtirols eng miteinander verbunden sind.