Die innerhalb der Südtiroler Volkspartei eingesetzte Arbeitsgruppe Bildung arbeitet an Maßnahmen zur Stärkung und Sicherung eines qualitativ hochwertigen Unterrichts der deutschen Sprache. Ziel ist es, sowohl in den Kindergärten als auch in den Schulen des Landes die sprachliche Bildung weiter zu verbessern und strukturell zu festigen.
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Harald Stauder, erklärt, dass gemeinsam mit Bildungslandesrat Philipp Achammer bereits eine Vielzahl an Maßnahmen und Zielsetzungen erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt worden sei. Diese würden nun schrittweise in konkrete Umsetzungen überführt.
In dieser Woche stand der sogenannte „Bildungsomnibus“ auf der Tagesordnung, der mehrere dieser Maßnahmen bündelt und nun als beschlossen gilt. Ein zentraler Punkt ist dabei die Einführung einer Mitwirkungspflicht der Eltern. Stauder verweist auf Rückmeldungen aus dem pädagogischen Personal, wonach die elterliche Begleitung in vielen Fällen unzureichend sei und sich dies negativ auf den Bildungsweg der Kinder auswirke. Besonders bei Kindern ohne ausreichende Deutschkenntnisse sei eine stärkere Einbindung der Eltern notwendig, um Lernprozesse wirksam zu unterstützen.
Die Kritik, der Bildungsomnibus gehe nicht weit genug, weist Stauder zurück. Viele der geäußerten Einwände beruhten auf einem Missverständnis der Zuständigkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen. Ein Teil der Maßnahmen bedürfe keiner gesetzlichen Regelung und werde bereits umgesetzt, andere könnten nicht auf Landesebene geregelt werden und müssten auf staatlicher Ebene weiterverfolgt werden. Weitere Punkte befänden sich noch in Vorbereitung.
Als Beispiele bereits laufender oder umgesetzter Maßnahmen nennt Stauder die Einbindung pensionierter Lehrpersonen zur sprachlichen Förderung am Nachmittag, Auffrischungskurse zu Beginn des Schuljahres zur Stärkung der Unterrichtssprache sowie eine stärkere Einbindung von Vereinen zur sprachlichen und kulturellen Immersion.
Stauder betont, dass es sich bei Bildungspolitik um einen langfristigen Prozess handle, der nicht auf kurzfristige Effekte ausgerichtet sein dürfe. Ziel sei es, durch kontinuierliche und solide Schritte nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, insbesondere im Bereich der Sprachförderung.
Der Bildungsomnibus sei dabei ein wichtiger, jedoch nicht abschließender Schritt. Die Arbeitsgruppe werde gemeinsam mit Landesrat Achammer die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen weiter vorantreiben und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten prüfen.
Abschließend verweist Stauder auf die besondere Situation Südtirols als Minderheitenregion. Das Bildungssystem müsse daher anders betrachtet werden als im gesamtstaatlichen Kontext. In einzelnen Schulen mit geringem Anteil an deutschsprachigen Kindern stoße man mit bisherigen Instrumenten an Grenzen. Dennoch bleibe das Ziel klar, allen Kindern das Recht auf einen qualitativ hochwertigen Unterricht in der Muttersprache zu gewährleisten und dieses kontinuierlich zu stärken.
Im Bild: Harald Stauder