„Gemeinsam statt einsam“: SVP-Generation 60+ diskutiert über Alter, Zusammenhalt und gesellschaftliche Verantwortung

Im Kolpinghaus in Bozen hat die Südtiroler Volkspartei ihre 12. Landesversammlung der Generation 60+ abgehalten. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ stand die Veranstaltung ganz im Zeichen eines Themas, das immer stärker in den gesellschaftlichen Fokus rückt: Einsamkeit im Alter und die Frage, wie soziale Teilhabe langfristig gesichert werden kann.

Zahlreiche Funktionärinnen und Funktionäre aus allen Landesteilen sowie Mandatarinnen, Mandatare und Ehrengäste nahmen an der Versammlung teil und unterstrichen damit die Bedeutung der Generation 60+ innerhalb der Partei und der Südtiroler Gesellschaft.

SVP-Landesvorsitzender Otto von Dellemann würdigte in seiner Eröffnung die Lebensleistung der älteren Generation, die Südtirol maßgeblich geprägt und aufgebaut habe. Zugleich betonte er die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und verwies auf Werte wie Bodenständigkeit, Fleiß, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein als tragende Säulen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher hob in seinen Grußworten die Bedeutung der sozialen Sicherheit älterer Menschen hervor und betonte die Notwendigkeit, den demografischen Wandel aktiv zu gestalten. Ältere Menschen müssten stärker in gesellschaftliche Prozesse eingebunden und ihre Erfahrungen wertgeschätzt werden.

Senator Meinhard Durnwalder erinnerte an die Rolle der Generation 60+, die mit Ausdauer und politischem Weitblick die Autonomie Südtirols mit aufgebaut habe. Diese Leistung sei bis heute Orientierung für die politische Arbeit.

Senatorin Julia Unterberger verwies hingegen auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch den demografischen Wandel. Der wachsende Anteil älterer Menschen erfordere neue Antworten im Sozialstaat sowie eine stärkere Anerkennung von Erfahrung und Kompetenz im Alter.

Auch SVP-Parteiobmann Dieter Steger stellte die Bedeutung der Generation 60+ innerhalb der Partei heraus und sprach von einer unverzichtbaren Säule, die auf Zusammenhalt und Wertefundament basiere.

Inhaltlich rückten bei der Versammlung insbesondere soziale Fragen in den Mittelpunkt. Landesvorsitzender von Dellemann thematisierte unter anderem Niedrigrenten, Altersdiskriminierung, Pflege und die mögliche Einrichtung einer Ombudsstelle für Senioren. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Einsamkeit, die viele ältere Menschen betrifft und oft durch Verlust sozialer Kontakte oder Angehöriger verstärkt wird. Begegnungsstätten, Vereine und generationsübergreifende Projekte wurden dabei als mögliche Gegenmaßnahmen hervorgehoben.

Fachlich ergänzt wurde die Diskussion durch ein Referat des Geriaters und Gerontologen Christian Wenter. Er betonte die gesundheitlichen Risiken sozialer Isolation und verwies darauf, dass stabile soziale Kontakte wesentlich zur körperlichen und psychischen Gesundheit beitragen. Gleichzeitig warnte er davor, dass zunehmender Individualismus das Risiko der Vereinsamung verstärken könne, wenn ihm nicht aktiv durch Gemeinschaftsstrukturen begegnet werde.

Landesrätin Rosmarie Pamer stellte die Generation 60+ unter das Leitmotiv „Aktiv. Engagiert. Unverzichtbar.“ und hob die Bedeutung älterer Menschen in Familien, Ehrenamt und Gesellschaft hervor. Ziel sei es, Rahmenbedingungen für aktives Altern und gesellschaftliche Teilhabe weiter zu stärken.

Landeshauptmann a. D. Luis Durnwalder betonte abschließend die Bedeutung von Erfahrung, Gelassenheit und Zusammenhalt. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen seien gegenseitiger Respekt und Empathie zentrale Voraussetzungen für ein funktionierendes Miteinander.

Die Landesversammlung machte damit deutlich, dass die Frage des Alterns in Südtirol längst nicht nur ein soziales, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Zukunftsthema ist – zwischen Wertschätzung der Generation 60+ und der Herausforderung, Einsamkeit im Alter wirksam zu begegnen.

Im Bild: Der Landesvorsitzende der G60+ Otto von Dellemann