Muttertag: Renate Gebhard fordert mehr Anerkennung für Care-Arbeit

Anlässlich des Muttertages am 10. Mai rückt die SVP-Landesfrauenreferentin und Kammerabgeordnete Renate Gebhard die gesellschaftliche Bedeutung der sogenannten Care-Arbeit in den Mittelpunkt. Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Haushaltsarbeit seien nach wie vor überwiegend unsichtbare und unbezahlte Tätigkeiten, auf denen jedoch das gesamte Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aufbaue.

„Wenn Frauen diese Aufgaben nicht mehr freiwillig und zu ihrem persönlichen Nachteil übernehmen würden, würde das gesamte Wirtschaftssystem zusammenbrechen“, betont Gebhard. Besonders Mütter würden häufig nach der Geburt ihrer Kinder beruflich zurückstecken und Teilzeit arbeiten, um Familie, Haushalt und Pflegeaufgaben zu organisieren. Diese Form der Arbeit sei systemrelevant, werde aber gesellschaftlich und finanziell kaum anerkannt.

Die SVP-Politikerin verweist darauf, dass Care-Arbeit die Grundlage dafür bilde, dass Erwerbsarbeit überhaupt möglich sei. Dennoch habe die ungleiche Verteilung dieser Aufgaben weitreichende Folgen für Frauen – sowohl beim Einkommen als auch später bei der Altersvorsorge. „Care-Arbeit schafft den Rahmen für Erwerbsarbeit“, so Gebhard, die eine stärkere gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung fordert.

Laut Daten des nationalen Statistikinstituts ISTAT übernehmen fast 13 Millionen Italienerinnen und Italiener zwischen 18 und 64 Jahren Verantwortung für die Pflege von Familienangehörigen. Die Mehrfachbelastung aus Beruf, Kinderbetreuung, Haushalt und Pflege stelle dabei nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine psychische Herausforderung dar. „Es ist eine psychische Herausforderung, nie Zeit für sich selbst zu haben und 24 Stunden am Tag verfügbar zu sein“, erklärt Gebhard.

Die Politikerin sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. Ohne strukturelle Reformen werde sich an der ungleichen Verteilung der Care-Arbeit wenig ändern. Gleichzeitig fehle es dem Arbeitsmarkt zunehmend an Fachkräften – ein Widerspruch, der laut Gebhard nur durch neue gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen gelöst werden könne. Sie spricht sich deshalb erneut für grundlegende Reformen und eine monetäre Anerkennung von Care-Arbeit in Italien und Südtirol aus.

Besorgt zeigt sich Gebhard zudem über die Entwicklung im sogenannten „Mother’s Index“, in dem Italien zuletzt auf den zweiten Platz zurückgefallen sei. Dies müsse Anlass sein, die Situation von Müttern und pflegenden Angehörigen stärker in den Fokus zu rücken.

Zum Muttertag richtet die SVP-Landesfrauenreferentin abschließend einen Dank an alle Mütter, Großmütter und Tanten, die sich tagtäglich für ihre Familien und die Gesellschaft einsetzen. „Ihr verdient unsere Wertschätzung – heute am Muttertag, aber auch an jedem anderen Tag im Jahr“, betont Gebhard.

Im Bild: Renate Gebhard