Die Ausbildung und Weiterbildung im Hotel- und Gastgewerbe stand im Mittelpunkt des sechsten „Runden Tisches“, zu dem der Hoteliers- und Gastwirteverband eingeladen hatte. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Berufsbildung und Tourismuswirtschaft diskutierten dabei über aktuelle Herausforderungen der Branche und neue Wege zur Fachkräftesicherung. Gastgeberin des diesjährigen Austauschs war die Landesberufsschule Gutenberg unter der Leitung von Direktorin Edit Meraner.
Im Fokus des Treffens stand insbesondere die Frage, wie berufliche Weiterbildung und alternative Bildungswege künftig stärker ausgebaut werden können, um auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern den Einstieg in die Hospitality-Branche zu erleichtern. Gleichzeitig ging es darum, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft weiter zu intensivieren und Ausbildungsangebote besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abzustimmen.
Einen Überblick über die Initiative „JOIN future hospitality“ gab Alexandra Silvestri, Leiterin der HGV-Abteilung People & Culture. Die Arbeitgebermarke soll Südtirols Gastgewerbe als attraktiven Arbeitsplatz positionieren und richtet sich sowohl an Betriebe als auch an Fachkräfte, Auszubildende und die Bevölkerung. Zentrales Instrument dabei ist der sogenannte „Readiness-Check“, ein Online-Fragebogen, mit dem Betriebe ihre Attraktivität als Arbeitgeber überprüfen können. Rund 170 Unternehmen haben diesen bereits durchgeführt.
„Der Readiness-Check zeigt auf, wo die Betriebe stehen. Unser Ziel ist es, sie auf dem Weg zu einem attraktiven Arbeitgeber zu begleiten und ihnen konkrete Werkzeuge in die Hand zu geben“, erklärte Silvestri.
Für Judith Rainer, Vizepräsidentin des HGV und Vorsitzende der Arbeitsgruppe JOIN, zeigt die Entwicklung deutlich, wie stark sich die Branche verändert. „Die Berufe in der Hospitality verändern sich ebenso wie die Bedürfnisse der Gäste und Mitarbeitenden. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist deshalb unabdingbar“, betonte Rainer.
Am Austausch nahmen auch Bildungslandesrat Philipp Achammer sowie Peter Prieth, Landesdirektor für deutschsprachige Berufsbildung, teil. Achammer unterstrich dabei die zunehmende Bedeutung des zweiten Bildungswegs im Kampf gegen den Fachkräftemangel. „Die berufliche Weiterbildung und der zweite Bildungsweg sind keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit geworden“, erklärte der Landesrat. Ziel müsse es sein, die Qualität der Ausbildung zu sichern und gleichzeitig neue Zugänge für Menschen zu schaffen, die in die Branche einsteigen möchten.
Der „Runde Tisch“ machte deutlich, dass die Zukunft des Gastgewerbes nicht nur von qualifizierten Fachkräften abhängt, sondern auch von flexiblen Bildungsangeboten und einer engen Zusammenarbeit zwischen Schule, Wirtschaft und Politik.
Im Bild: (von links): Hartwig Gerstgrasser, Direktor LHF Kaiserhof, Alexandra Silvestri, Leiterin der HGV-Abteilung People & Culture, Edit Meraner, Direktorin der LBS Gutenberg, Elisabeth Stürz, erste Mitarbeiterin des BBZ Emma Hellenstainer, Peter Prieth, Landesdirektor für deutschsprachige Berufsbildung, Maria Magdalena Kranebitter, Direktorin der LHF Bruneck, Judith Rainer, HGV-Vizepräsidentin und Vorsitzende der Arbeitsgruppe JOIN, und Philipp Achammer, Landesrat für deutsche Berufsbildung