Die Generation 60+ drängt auf grundlegende Reformen in der Arbeits- und Steuerpolitik, um längeres Arbeiten im Alter attraktiver zu gestalten. Im Mittelpunkt der Forderungen steht die finanzielle Entlastung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die über das gesetzliche Pensionsalter hinaus beruflich aktiv bleiben möchten.
Für den Vorsitzenden der Generation 60+, Otto von Dellemann, ist die derzeitige Situation nicht länger tragbar. „Es kann nicht sein, dass Engagement im Alter durch steuerliche Nachteile ausgebremst wird. Arbeit muss sich lohnen – in jedem Lebensabschnitt“, betont von Dellemann.
Nach Ansicht der Interessensvertretung führt die aktuelle Regelung häufig dazu, dass zusätzliche Erwerbseinkommen im Alter mit höheren Steuerbelastungen verbunden sind. Dadurch sinke der finanzielle Anreiz, weiterhin beruflich tätig zu bleiben. Dies sei nicht nur für die Betroffenen selbst problematisch, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.
Die Generation 60+ fordert daher konkrete Maßnahmen: eine gerechtere Besteuerung von Pension und Erwerbseinkommen, geringere Abgaben sowie gezielte Anreizmodelle für ältere Beschäftigte. Ziel sei es, die Entscheidung für ein längeres Arbeitsleben bewusst zu erleichtern und ältere Menschen stärker im Arbeitsmarkt zu halten.
Dabei verweist von Dellemann auf die Vorteile eines längeren Erwerbslebens. Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten nicht nur ihre eigene finanzielle Situation verbessern, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Sozialsystems und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leisten. Auch Unternehmen würden von Erfahrung, Fachwissen und Kontinuität profitieren.
Positiv bewertet die Generation 60+ deshalb den kürzlich genehmigten Begehrensantrag „Anreize für längeres Arbeiten im Alter schaffen“. Besonderer Dank gilt dabei dem SVP-Fraktionsvorsitzenden Harald Stauder sowie dem Landtagsabgeordneten Franz Locher, die den Antrag eingebracht haben. Für die Interessensvertretung sei dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Gleichzeitig fordert von Dellemann nun weitere politische Schritte auf nationaler Ebene. Da die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Rom geregelt würden, müsse der Druck auf die italienische Regierung erhöht werden. Das Anliegen müsse sowohl im Parlament als auch in der Regionen-Konferenz konsequent weiterverfolgt werden.
Die Botschaft der Generation 60+ ist eindeutig: Längeres Arbeiten im Alter dürfe nicht zum Nachteil werden, sondern müsse als Chance für Beschäftigte, Unternehmen und die Gesellschaft verstanden werden.