Das Gastgewerbe im Pustertal und Gadertal zeigt sich robust, vernetzt und zukunftsorientiert. Bei der jüngsten Bezirksversammlung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) im Hotel und Südtiroler Gasthaus „Der Gassenwirt“ in Kiens standen zentrale Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven der Branche im Mittelpunkt – von politischen Rahmenbedingungen bis hin zu Digitalisierung und Robotik.
Bezirksobmann Thomas Walch eröffnete die Versammlung mit einem klaren Bekenntnis zur Bedeutung des Tourismus als wirtschaftliches Rückgrat der Region. Besonders hob er die erfolgreiche Austragung der Biathlon-Wettkämpfe in Antholz im Rahmen der olympischen Bewerbe hervor, die auch dank der Unterstützung des HGV reibungslos umgesetzt werden konnten.
HGV-Präsident Klaus Berger rückte vor allem die Rolle der Dorfgasthäuser in den Fokus. Diese seien weit mehr als gastronomische Betriebe – sie seien soziale Treffpunkte, die das Leben in den Ortskernen entscheidend prägen. Gleichzeitig sprach er sich für klare Regelungen im Umgang mit Kurzzeitvermietungen und Wildcamping aus, um faire Wettbewerbsbedingungen und geordnete Strukturen zu sichern.
Auch aus politischer Sicht wurde der Stellenwert der Branche betont. Landesrat Luis Walcher unterstrich die zentrale Bedeutung des Tourismus für den Wohlstand Südtirols und verwies auf Fortschritte bei der Regulierung neuer Marktformen sowie auf die Notwendigkeit, Südtirol als attraktiven Arbeitsstandort weiter zu stärken.
Senator Meinhard Durnwalder hob die wirtschaftliche Relevanz des Sektors für das Pustertal und seine Täler hervor und sprach auch die strategische Bedeutung des Universitätsstandorts Bruneck an, der künftig weiter an Profil gewinnen soll.
Einen Blick in die Zukunft der Branche lieferte Bettina Schmid vom Gustelier – Atelier für Geschmackserfahrung im HGV. In ihrem Impulsreferat zeigte sie auf, wie sich Küche und Betrieb durch Innovationen verändern: von optimierten Produktionsabläufen über Zentralküchen bis hin zum Einsatz von Robotik. Auch veränderte Essgewohnheiten und neue Anforderungen an Mitarbeitende spielten dabei eine zentrale Rolle.
Die Versammlung verdeutlichte insgesamt, wie stark das Gastgewerbe zwischen Tradition und Transformation steht. Neben wirtschaftlichen und politischen Themen wurde vor allem der Austausch innerhalb der Branche als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben.
Den Abschluss bildete ein informeller Teil mit Gesprächen und Vernetzung – ein Zeichen dafür, dass die Zukunft des Gastgewerbes nicht nur in Strategien, sondern vor allem im gemeinsamen Dialog gestaltet wird.
Im Bild von links: Bettina Schmid, Leiterin des Gustelier – Atelier für Geschmackserfahrung, HGV-Direktor Raffael Mooswalder, Landesrat Luis Walcher, Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg, HGV-Präsident Klaus Berger, HGV-Bezirksobmann Thomas Walch, Senator Meinhard Durnwalder und Daniela Aichner, Hotel Petrus