Dramatische Szenen spielten sich am Samstagvormittag im hinteren Ridnauntal ab: Eine gewaltige Lawine riss unterhalb der Zunderspitze auf rund 2.400 Metern Höhe zahlreiche Skitourengeher mit sich – mit tragischen Folgen.
Insgesamt waren nach ersten Angaben rund 25 Personen im hochalpinen Gelände unterwegs, vermutlich in mehreren Gruppen. Als sich gegen 11.40 Uhr die Schneemassen lösten, traf es die Wintersportler völlig unerwartet. Für zwei Männer kam jede Hilfe zu spät: Der 62-jährige Martin Parigger und der 56-jährige Alexander Frötscher, ursprünglich aus Ridnaun und heute in Österreich lebend, verloren bei dem Unglück ihr Leben.
Neben den beiden Todesopfern wurden drei Personen schwer verletzt, zwei weitere erlitten leichte Verletzungen. Alle betroffenen Skitourengeher sollen mit LVS-Geräten ausgestattet gewesen sein, was die Sucharbeiten erleichterte, jedoch das Ausmaß der Tragödie nicht verhindern konnte.
Unmittelbar nach dem Lawinenabgang lief ein Großeinsatz der Rettungskräfte an. Rund 80 Einsatzkräfte – darunter Bergrettung, Weißes Kreuz, Feuerwehr und Finanzwache – waren vor Ort im Einsatz. Unterstützt wurden sie von mehreren Notarzthubschraubern sowie einer Lawinensuchhundestaffel, die fieberhaft nach Verschütteten suchten.
Die Situation blieb lange angespannt, auch weil zahlreiche Personen im Gelände gemeldet waren. Zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Koordination wurde zusätzlich das Einsatzzentrum in Innsbruck aktiviert. Auch der Rettungshubschrauber Christophorus 1 kam zum Einsatz und transportierte einen der Schwerverletzten in die Universitätsklinik nach Innsbruck.
Die übrigen Verletzten wurden nach der Erstversorgung in Krankenhäuser in Südtirol gebracht. Über weitere Details zum Hergang des Lawinenabgangs sowie zur genauen Zusammensetzung der Gruppen gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse.
Das Unglück im Ridnauntal zeigt einmal mehr, wie schnell sich in den Bergen lebensgefährliche Situationen entwickeln können – selbst für gut ausgerüstete und erfahrene Alpinisten.