Nein ohne Wenn und Aber – Katholisches Forum positioniert sich klar gegen „Remigration“

Seit Tagen, ja seit Wochen wird – ausgelöst durch einen vorliegenden Gesetzentwurf zur sogenannten „Remigration“ sowie durch einen von rechtsextremen Gruppierungen in Bozen angekündigten Aufmarsch – in Politik und Medien intensiv diskutiert. Argumente werden ausgetauscht, Positionen abgewogen, ein „Für und Wider“ bemüht. Für den Vorstand des Katholisches Forum Südtirol steht jedoch fest: Schon die Tatsache, dass über eine solche Maßnahme verhandelt wird, sei problematisch.

In einer klar formulierten Stellungnahme warnt das Forum davor, sich auf eine Debatte einzulassen, die das eigentlich Unvorstellbare schleichend normalisiere. Wenn Begriffe wie „Remigration“ Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch finden, bestehe die Gefahr, dass menschenverachtende Konzepte denk- und sagbar würden. Zu verbrecherischen Maßnahmen brauche es kein Gespräch über Bedingungen, kein „Wenn und Aber“ und kein „Vielleicht doch“, sondern ein entschiedenes Nein, heißt es wörtlich.

Aus christlicher Perspektive erinnert das Forum an die zentrale Botschaft der Menschwerdung Gottes: In jedem Menschen – unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit oder anderen Zuschreibungen – sei das „Antlitz Christi“ zu erkennen. Diese Haltung fordere heraus, mache aber zugleich widerstandsfähig gegenüber einfachen Feindbildern und Sündenbockmechanismen. Sie befähige zu einem bewussten und klaren Nein gegenüber jeder Form von menschenverachtender Politik.

Unterzeichnet ist die Stellungnahme vom Vorstand des Katholischen Forums: Sonja Reinstadler, Roland Feichter, Christian Wenter, Angelika Mitterrutzner, Irene Vieider und Franz Tutzer.

Das Katholische Forum vereint 15 Vereine, Organisationen und Verbände in Südtirol. Dazu zählen unter anderem die Katholische Jungschar Südtirols, die Südtiroler Katholische Jugend, die Katholische Frauenbewegung Südtirol, der Katholischer Familienverband Südtirol, das Kolpingwerk Südtirol sowie die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft. Gemeinsam setzen sie sich für gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und die Achtung der Menschenwürde ein.