Sprachen fördern, Brücken bauen: So stärken Südtirols Sprachenzentren Kinder und Jugendliche

Die Sprachenzentren in Südtirol arbeiten sprachgruppen- und bildungstufenübergreifend und setzen sich intensiv für die Förderung von Kindern und Jugendlichen ein, deren Erstsprachen nicht den Landessprachen Deutsch, Italienisch oder Ladin entsprechen. Sie unterstützen Kindergärten und Schulen und bringen interkulturelle Mediatorinnen und Mediatoren ins Spiel, die die Kommunikation zwischen Bildungseinrichtungen und Familien erleichtern. Im Jahr 2025 wurden dafür 3.550 Stunden interkulturelle Mediation geleistet.

Ein beliebtes Angebot sind die Sommersprachkurse für Deutsch und Italienisch. Im August 2025 fanden 316 Kurse für 2.868 Kinder und Jugendliche statt – ein deutliches Zeichen, dass Schulen und Familien diese Möglichkeit aktiv nutzen.

Über das Schuljahr hinweg organisieren die Sprachenzentren gemeinsam mit den Schulen Netzwerkkurse für Mittelschulen und Oberschulen in den größeren Orten. Diese Kurse ermöglichen eine intensive Sprachförderung in Kleingruppen und fördern zugleich die Integration in das soziale und kulturelle Leben der jeweiligen Klassen.

Auch der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule wird gezielt begleitet: Netzwerkprojekte bieten Kindern und Eltern sprachliche, emotionale und organisatorische Unterstützung, damit der Einstieg reibungslos gelingt.

Ein zentraler Aufgabenbereich der Sprachenzentren ist zudem die Beratung und Fortbildung: Pädagogisches Personal, Familien sowie Kinder und Jugendliche werden umfassend begleitet. 2025 wurden 11.406 Personen in 2.231 Beratungsstunden erreicht – ein klarer Beleg für die breite Wirkung der Zentren.

Die Schülerzahlen verdeutlichen, dass sprachliche und kulturelle Vielfalt in Südtirols Kindergärten und Schulen fest verankert ist. Dennoch bleibt die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund seit 2019 weitgehend stabil:

  • Deutschsprachige Einrichtungen: 9,4 %

  • Italienischsprachige Einrichtungen: 24,3 %

  • Ladinischsprachige Einrichtungen: 6,8 %

Die Sprachenzentren arbeiten eng mit Partnern wie der Freien Universität Bozen, der Universität Innsbruck und Eurac Research zusammen, um Konzepte für Sprachförderung, Übergänge zwischen Bildungsstufen, Zusammenarbeit mit Familien sowie die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen kontinuierlich zu verbessern.

Alle Details und den Jahresbericht 2025 gibt es online als PDF zum Download: sprachen.provinz.bz.it/de/sprachenzentren-jahresberichte.