Bozen 2026 tanzt mit der Kunst – Museion verwandelt Stadt und Region in kreative Bühne

Das Museion startet ins kommende Jahr mit einem ambitionierten Programm, das die Stadt und die Region Südtirol als lebendigen Knotenpunkt zeitgenössischer Kunst und urbaner Kultur positionieren soll. Unter dem Arbeitstitel Museiopolis möchte das Museum seine Sammlung über die eigenen Mauern hinaus in den öffentlichen Raum tragen und so die Stadt wie auch das Umland in ein dynamisches kulturelles Netzwerk einbinden. Ziel ist es, Kunst als Kraft sozialen Wandels zu vermitteln, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und lokale wie internationale Kooperationen zu stärken.

Zentral bleibt dabei die Forschungsreihe THE SOFTEST HARD, die sich erneut mit Kunst als soziale Praxis, urbanem Handeln und gewaltfreiem Widerstand auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht die Idee der „Sanftheit“ als Stärke, die demokratische Teilhabe, Solidarität und Empowerment ermöglicht. Auch Graffiti wird wieder international erforscht: Im Herbst 2026 eröffnet die zweite Ausgabe der Graffiti-Ausstellung im Centraal Museum in Utrecht und unterstreicht den Ansatz des Museion, Kunst als Plattform für soziale und urbane Innovation zu verstehen.

Das Ausstellungsprogramm 2026 bringt bedeutende künstlerische Stimmen nach Bozen: Franco Vaccari wird mit einer immersiven Schau anlässlich seines 90. Geburtstags geehrt, während Evelyn Taocheng Wang in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Italien lokale Motive mit globaler Bildsprache verwebt. Som Supaparinya untersucht in ihrem preisgekrönten Videoprojekt Mo num en ts die Verflechtungen von Umweltzerstörung, ideologischen Konflikten und nationalem Stolz in Südostasien. RAMMELLZEE, Pionier der New Yorker Graffiti- und Hip-Hop-Szene, wird im Herbst in einer internationalen Ausstellung präsentiert, die sein Lebenswerk als konzeptuelle Sprache des Widerstands sichtbar macht. Luigi Zuccheri hingegen wird mit einer retrospektiven Schau geehrt, die seinen Umgang mit Natur, Erinnerung und Vergänglichkeit in den Mittelpunkt stellt.

Neben diesen Präsentationen wird die Museion Passage ab Februar 2026 zu einem lebendigen Ort der Begegnung. Den Auftakt bildet eine Hommage an den Südtiroler Bildhauer Eduard Habicher, dessen monumentale Skulpturen in enger Verbindung zur Architektur des Museums stehen und durch ein Live-Percussion-Duo zum Klingen gebracht werden. Im Juli startet Museiopolis offiziell und verwandelt die Passage in den Ausgangspunkt eines dreijährigen Projekts, das die Sammlung des Museion mit der gesamten Region in Dialog bringt. Skulpturen und Kunstwerke werden künftig in der ganzen Provinz zu sehen sein, kulturelle Räume aktiviert und Netzwerke zwischen Künstler*innen und lokalen Gemeinschaften geschaffen.

Die Förderung von Nachwuchskünstler:Innen bleibt ein zentrales Anliegen des Museums. Die Museion Academy, das FOAM-Masterprogramm und der Art Club bieten jungen Kreativen Möglichkeiten zur Weiterbildung, interdisziplinären Zusammenarbeit und Partizipation. Mit dem Museion Art Club Young richtet sich das Museum zudem an Kinder und Jugendliche, die auf spielerische Weise an zeitgenössische Kunst und gesellschaftliche Themen herangeführt werden.

Durch diese ganzheitliche Strategie will das Museion 2026 nicht nur Ausstellungen zeigen, sondern Bozen, seine Peripherien und die gesamte Region als offene Plattform kultureller Innovation stärken. Kunst, Bildung und soziale Teilhabe sollen hier Hand in Hand gehen, um kreative, gesellschaftliche und urbane Entwicklungen gleichermaßen zu fördern.

Foto, Anna Cerrato