Der Essayist, Schauspieler und Grabredner Hannes Benedetto Pircher stellt am Donnerstag, 16. Oktober 2025 um 19.30 Uhr in der Gärtnerei Schullian in Bozen sein Buch „Sorella Morte: Über den Tod und das gute Leben – Betrachtungen eines Grabredners“ vor. Der Eintritt ist frei. Durch den Abend führt der Bozner Arzt Ulli Kössler, der zuvor als Kinderchirurg, Benediktinermönch und Pfarrer tätig war und heute in Ausbildung zum Allgemeinmediziner ist.
In seinem Buch geht Hannes Benedetto Pircher der Frage nach, was das gute Leben angesichts des Todes bedeuten kann. Mit feinem Humor und philosophischer Tiefe beschreibt er seine Erfahrungen als Grabredner, die aus mehr als 6.500 Trauerreden gewachsen sind. In diesen Begegnungen mit Angehörigen und Hinterbliebenen hat er immer wieder erfahren, dass Menschen im Angesicht des Todes vor allem vom Leben erzählen: „Sie alle erzählten mir viel vom Leben, nichts aber vom Tod“, sagt der Autor und zeigt damit, dass die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit stets auch eine Hinwendung zum Leben ist.
Hannes Benedetto Pircher wurde 1971 in Meran geboren, war Mitglied des Jesuitenordens und studierte Philosophie bei Umberto Eco sowie Theologie. Seit 1996 lebt er in Wien, wo er als Autor, Schauspieler, Sprecher und Lehrer für Rhetorik und liturgische Ästhetik tätig ist. In seiner Arbeit als Grabredner versteht er das Sprechen über den Tod als einen Weg, der die Würde des Menschen wahrt und das Zuhören in den Mittelpunkt stellt. Das Gespräch in Bozen wird auch die spirituelle Dimension des Trauerns berühren. Sowohl Hannes Benedetto Pircher als auch Moderator Ulli Kössler sehen im bewussten Umgang mit Sterben und Abschied eine Möglichkeit, das Leben in seiner Tiefe neu zu begreifen. „Sterben lernen heißt akzeptieren, dass das Leben in jedem Augenblick vom eigenen Tod umfangen ist“, schreibt Pircher. „Nur durch dieses Lernen wird die Kunst zu sterben zur Kunst zu leben.“
Die Veranstaltung bietet Raum für Zuhören, Nachdenken und Austausch über Themen, die uns alle betreffen und die doch so oft verdrängt werden. Sie ist eine Einladung, dem Leben mit mehr Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu begegnen, gerade angesichts seiner Endlichkeit.
Im Bild: Hannes Benedetto Pircher/c-Apollonia Bitzan