Das Konzept und die Künstlerliste der 10. Ausgabe sind da

31.05 – 13.09.2026
Val Gardena, Dolomites

Eröffnung
Samstag, 30. Mai 2026


Die Biennale wird am Samstag, 30. Mai 2026, in St. Ulrich und an anderen Orten im Grödnertal, Italien, eröffnet und dauert bis zum 13. September 2026. Wir freuen uns, Ihnen das kuratorische Konzept vorzustellen, die teilnehmenden KünstlerInnen zu präsentieren und Ihnen einen Einblick in die vielen spannenden Entwicklungen zu geben, die vor uns liegen.

Inmitten der Dolomiten lädt Biennale Gherdëina 10: (Future) Paradise Gardens in ein zartes und zugleich turbulentes Terrain ein – wo Gärten zu Symbolen des Überlebens, der Liebe und der Möglichkeit einer gerechten Zukunft werden.

Samuel Leuenberger sagt dazu: „Die Dolomiten bieten eine inspirierende Kulisse, reich an natürlicher Schönheit, handwerklichen Traditionen und zeitlosen Berggeschichten – ein idealer Ort, um das Konzept der (Future) Paradise Gardens zu erkunden. Diese Gärten existieren an der Schnittstelle zwischen natürlicher, rauer Grandeur und menschlicher Pflege und sind nicht bloß als Refugien für Flora und Fauna gedacht sondern auch als Räume, die unsere kollektiven Bestrebungen nach einer Zukunft basierend auf Gerechtigkeit und Gleichheit wiederspiegeln. Diese Gärten hier können sowohl Körper als auch Geist nähren und dienen als Orte der Zuflucht, der Möglichkeiten und der Erneuerung für alle. 

Die Ausstellung ist in diverse Kapitel unterteilt, die jeweils einen anderen Aspekt des vom Menschen konstruierten Konzepts von Garten erzählen. Symbolisch, metaphorisch und emotional drehen sich die Themen um die Vorstellung des „Commoning“ – wobei der Anbau und das Teilen von Lebensmitteln, sowie die Pflege und Bewahrung aller Spuren von Leben im Vordergrund stehen. Ein weiteres Kapitel unter dem Titel „Divine Love and Growth“ (Göttliche Liebe und Wachstum) lädt dazu ein den Garten als Symbol für spirituelles Wachstum und Transzendenz zu betrachten. 

Weiters befasst sich die Ausstellung mit dem Konzept des „Violent Garden“ (Gewalttätigen Gartens) und thematisiert die dringende Notwendigkeit, den Garten zu dekolonisieren – indem anthropozentrische Sichtweisen in Frage gestellt und Raum für Tiere und Natur geschaffen wird, damit diese sich frei bewegen und ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen können. Ein Kapitel über „Queer Ecology“ (Queere Ökologie) hinterfragt auch, warum Natur oft als selbstverständlich queer wahrgenommen wird, und erweitert die Diskussion über Vielfalt und Fluidität innerhalb ökologischer Systeme. Darüber hinaus untersucht das Projekt „Botanical“ (Botanisch) – die Ordnung und Klassifizierung von Pflanzenexemplaren – im Gegensatz zu „Gardens as Spaces for Reflection and Poetry“ (Gärten als Orte der Reflexion und Poesie), wo Gärten zu Orten der Selbstbeobachtung, Schönheit und kreativen Vorstellungskraft werden.“

 

Die KünstlerInnen der Biennale Gherdëina 10

Chanelle Adams (1992, USA), Andrius Arutiunian (1991, Armenien/Litauen), Jacopo Belloni (1992, Italien), Alice Bucknell (1993, Großbritannien/USA), Leonardo Bürgi (1994, Mexiko/Schweiz), Giulia Cenci (1988, Italien), Dorota Gaweda (1986, Polen) & Eglė Kulbokaitė (1987, Litauen), Sandra Knecht (1968, Schweiz), Judith Neunhäuserer (1990, Italien), Walter Niedermayr (1952, Italien), Masatoshi Noguchi (1988, Japan/Italien), Gabriela Oberkofler (1975, Italien), Lydia Ourahmane (1992, Algerien), Gregor Prugger (1954, Italien) & Leonora Prugger (1995, Italien), Ana Prvacki (1976, Serbien), Augustas Serapinas (1990 Litauen), Bas Smets (1975, Belgien) & Eliane Le Roux (1983, Frankreich), Bosco Sodi (1970, Mexiko), Constantin Thun, Kelly Tissot (1995, Frankreich), Alvaro Urbano (1983, Spanien), Yuyan Wang (1989, China), Evelyn Taocheng Wang (1981, China), Pedro Wirz (1981, Brasilien/Schweiz) & Michael Marder (1980, Kanada/Portugal).

 

„Dormancy“ von Jacopo Belloni gehörte zu den Gewinnern der 14. Ausgabe des Italian Council

Ein Höhepunkt der kommenden Ausgabe ist das Projekt Dormancy des italienischen Künstlers Jacopo Belloni, das zu den Gewinnerprojekten der 14. Ausgabe des Italian Council (2025) zählt – einem von der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des italienischen Kulturministeriums initiierten Förderprogramm zur internationalen Stärkung italienischer Gegenwartskunst. Das Projekt entfaltet sich in einem weit verzweigten Netzwerk von Institutionen – von Halle Nord und dem CAC Centre d’Art Contemporain Genève in Genf, über Triangle-Astérides in Marseille bis zur Galeria Municipal do Porto in Portugal – und wird schließlich seinen Platz in der Sammlung der GAMeC – Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea di Bergamo finden.


Eine neue Partnerschaft zwischen der Kaunas Biennale und der Biennale Gherdëina

Gleichzeitig können wir eine Zusammenarbeit zwischen der Kaunas Biennale und der Biennale Gherdëina ankündigen. Beide Institutionen haben eine zweijährige Partnerschaft geschlossen, um den künstlerischen und kulturellen Austausch zu stärken. Diese Allianz verbindet zwei dynamische europäische Plattformen und eröffnet neue Chancen für Dialog, Experiment und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Teil der Kooperation ist ein gegenseitiger KünstlerInnenaustausch zwischen den beiden Institutionen und ihren Ländern.


Eine erneute Zusammenarbeit mit dem Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen/Bolzano 

Die Biennale Gherdëina freut sich, ihre enge Zusammenarbeit mit dem Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Bozen, der führenden Institution für zeitgenössische Kunst in Südtirol, fortzuführen. Im Zentrum dieser Partnerschaft steht die Künstlerin Evelyn Taocheng Wang, deren Werk sowohl in einer von Leonie Radine kuratierten Einzelausstellung im Museion als auch im Rahmen von Future Paradise Gardens in Gröden präsentiert wird.

Eine Publikation zur Feier der Geschichte der Biennale Gherdëina

Die kommende Ausgabe der Biennale Gherdëina markiert einen besonderen Meilenstein: die Feier ihrer zehnten Auflage. Aus diesem Anlass erscheint eine eigene Publikation, die den bemerkenswerten Weg der letzten fast zwanzig Jahre nachzeichnet und die Rolle der Biennale als Motor künstlerischer Innovation und kulturellen Dialogs in der Region würdigt.

Gröden, Dolomiten. Fotos von Tiberio Sorvillo