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Soziale Organisationen stärken die Gemeinschaft, „Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit sind in unserer DNA“

31 Marzo 2024

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Soziale Organisationen stärken die Gemeinschaft, „Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit sind in unserer DNA“

Am Dienstagabend, 26. März hat in der Handelskammer Bozen die Vollversammlung des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit stattgefunden. Als Ehrengäste anwesend waren Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrätin Rosmarie Pamer, Landesrat Hubert Messner und die frühere Landesrätin Waltraud Deeg.

Das vergangene Jahr stand für den Dachverband im Zeichen der Rückschau auf das 30jährige Bestehen. Gleichzeitig war es durch die Reform des Dritten Sektors eine Zeit des Aufbruchs, die den Vereinen viel abfordert, aber auch viele noch ungenutzte Chancen eröffnet.

An Kernthemen wie Freiwilligenwesen, Selbsthilfe, die Rechte und Anliegen von Menschen mit Behinderungen, von chronisch Kranken und Menschen in Notlagen wird auch 2024 weitergearbeitet. Wichtig wird heuer die Armutsbekämpfung sein sowie das „Haus für Soziales und Gesundheit“, das in Bozen gebaut wird, erklärte Dachverband-Präsident Wolfgang Obwexer. Als weitere Ziele nannte er eine stimmigere Arbeitsteilung zwischen Behörden und Drittem Sektor. Dafür sollen endlich die Vorgaben der „Ko-Programmierung“ umgesetzt werden und mit der neu besetzten Landesregierung soll wieder konstruktiv zusammengearbeitet werden. „Als soziale Vereinigungen leisten wir viel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir bieten Orte der Gemeinschaft, die für jeden offen sind und stehen Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Seite“, betonte die Vizepräsidentin des Dachverbandes Roberta Rigamonti: „Menschen mit Behinderung, mit einer chronischen Erkrankung oder auch in sozialen Notlagen sind Experten aus eigener Erfahrung und Betroffenheit. Gemeinsam decken unsere 60 Mitgliedsorganisationen und die rund 200 bestehenden Selbsthilfegruppen eine enorme Bandbreite an Themen ab. Der Dachverband stärkt sie durch Information, Beratung, Vertretung und Dienste. “

„Sozialer Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit sind in der DNA von uns sozialen Organisationen und auch der Mut, Probleme immer wieder neu anzugehen“, sagte Obwexer: „Es gibt von unserer Seite viel ehrenamtliches Engagement, das wir und unsere Organisationen gerne einbringen. Wir brauchen aber unbedingt auch hauptamtliche Unterstützung, sprich ausreichende Ressourcen dafür. Wir fordern eine faire Partnerschaft zwischen Politik, Behörden und Sozialpartnern. Es braucht eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, in der Planung, bei der gemeinsamen Festlegung des Bedarfs, sowie in der Umsetzung. Der Dritte Sektor muss aufgewertet werden und das muss sich auch in besseren Gehältern für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widerspiegeln“, so Obwexer.

In diesem Punkt machte der anwesende Landeshauptmann Arno Kompatscher dann gleich eine wichtige Zusage und kündigte an: „Wir haben in der Landesregierung vereinbart, dass die geforderten Lohnanpassungen gemacht werden.“ Der Landeshauptmann sicherte zu, die Budgets der Organisationen zu sichern und zu erhöhen, damit das Personal gehalten werden kann. Landesrätin Rosmarie Pamer und Landesrat Hubert Messner hielten kraftvolle Reden, warben um Zuversicht und gegenseitiges Vertrauen im Wissen, dass es sowohl im Sozialen als auch in der Gesundheit große Baustellen gibt. Sie signalisierten aber ihre Offenheit und Bereitschaft für Neues und versprachen eine nachhaltige Politik Schritt für Schritt. Hubert Messner betonte, wie wichtig ihm und Kollegin Pamer die sozio-sanitäre Zusammenarbeit sei und, dass die Patienten Vertrauen und Wertschätzung für das Gesundheitswesen zurückfinden müssten. Dafür werde er sich mit aller Kraft einsetzen.

„Wir sind uns in der Landesregierung einig, dass wir die Vereine unterstützen müssen und nicht nur Beiträge geben. Unterstützen, in vertrauensvoller Partnerschaft“, sagte Landeshauptmann Kompatscher.

Soziales und Gesundheit müssen Anliegen und Verantwortung von allen sein, stellte der Geschäftsführer des Dachverbandes, Georg Leimstädtner, abschließend fest und nannte als Beispiel dafür die Armutsbekämpfung: „Als erstes UN-Nachhaltigkeitsziel formuliert, heißt es in der Agenda 2030 ‚‘Keine Armut‘. Bis dahin dauert es nur noch knappe 6 Jahre.“

Um wachzurütteln, organisiert der Dachverband im Herbst eine große Tagung zum Thema. Erklärtes Ziel ist es, endlich zu einer ständigen Armutskonferenz zu kommen.