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Österreichische Nationalbibliothek macht ukrainische Literatur sichtbar

4 Maggio 2022

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Österreichische Nationalbibliothek macht ukrainische Literatur sichtbar

Fast 4.000 ukrainische Titel gehören zum Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek. Umfang und Reichhaltigkeit dieser Sammlung gehen auf die fast 150 Jahre währende Periode zurück, in der Galizien, Lodomerien und die Bukowina zum habsburgischen Vielvölkerstaat gehörten. Rund 400 ausgewählte Publikationen sollen zur Auseinandersetzung mit diesem kulturellen Erbe anregen. Dabei reicht der thematische und zeitliche Horizont auch über die heutige Westukraine und das Jahr 1918 hinaus. Die Werke stehen allen BenutzerInnen in einem allgemein zugänglichen Lesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek am Heldenplatz zur Verfügung. 

Ein Teil dieser in den Depots lagernden Bücher und Zeitschriften erlangt somit Sichtbarkeit und kann direkt aus den frei zugänglichen Regalen entnommen werden. Für alle anderen Titel besteht wie schon bisher die Möglichkeit, sie nach Vorbestellung vor Ort zu lesen oder als Teil der umfangreichen digitalen Bibliothek am Bildschirm einzusehen.

Für vertriebene UkrainerInnen können diese Regale ein Stück Heimat mitten in Wien bedeuten, für uns alle sind sie ein Anstoß, sich mit einem jenseits des Krieges immer noch weitgehend unbekannten Land auseinander zu setzen. Bei einem Besuch in der Österreichischen Nationalbibliothek wurde dem ukrainischen Botschafter in Österreich, S.E. Dr. Vasyl Khymynets, dieses Projekt vorgestellt, das auf seine Initiative hin umgesetzt wurde.

Ein wichtiger Grund für die besonders gute Dokumentation ukrainischer Kultur und Sprache an der Österreichischen Nationalbibliothek ist eine Verordnung, die im Jahr 1808 in Kraft trat: Nach der Eingliederung der östlichen Territorien in den Verbund der k.k. Monarchie wurden auch die neuen Provinzen zu einer Pflichtablieferung für Druckerzeugnisse verpflichtet. Als Folge verzeichnete die ehemalige Hofbibliothek besonders aus Galizien steigende Zugänge. Ein aktueller, auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek veröffentlichter » Blogbeitrag verfolgt die Spuren dieser Geschichte.

Heute finden sich in den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek ukrainische Titel vom 19. bis ins 21. Jahrhundert, zu den Themen Geschichte, Sprache, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Politik und Literatur; darunter auch Bücher österreichischer AutorInnen von Weltrang wie Stefan Zweig, Franz Kafka und Arthur Schnitzler auf Ukrainisch.

Im Bild: Der ukrainische Botschafter in Österreich, S.E. Dr. Vasyl Khymynets gemeinsam mit Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger bei der Präsentation des neuen Projekts

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