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BioFruitNet – Vernetzung zur Stärkung des Bio-Obstbaus in Europa

8 Marzo 2020

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BioFruitNet – Vernetzung zur Stärkung des Bio-Obstbaus in Europa

Versuchszentrum Laimburg und 15 Partnerinstitutionen starten Forschung an europäischem Horizont 2020-Projekt.

Am Versuchszentrum Laimburg haben vor kurzem die Arbeiten am Projekt BioFruitNet begonnen, das aus Mitteln des EU-Programms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ finanziert wird. Ziel des Projekts ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bio-Obstproduktion zu stärken, indem die Akteure der Bio-Produktion besser vernetzt und lokales Wissen Bio-Anbauern EU-weit verfügbar gemacht wird.

Boosting Innovation in Organic FRUIT production through strong knowledge NETworks – zu Deutsch „Innovation im Bio-Obstbau durch starke Wissensnetzwerke fördern“: Diesen Slogan hat sich das neue europäische Projekt BioFruitNet auf die Fahnen geschrieben, das Ende 2019 offiziell begonnen hat und das es sich zum Ziel setzt, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bio-Obstbaus mit Fokus auf biologische Kern-, Stein- und Zitrusfrüchte zu stärken. Dies soll erreicht werden, indem erstens bewährte Methoden (sog. „best practices) identifiziert, und möglichst breit in der land- und forstwirtschaftlichen Praxis umgesetzt werden und zweitens bereits bestehende Netzwerke verstärkt werden, um einen gut funktionierenden Informationsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis einerseits und zwischen den verschiedenen europäischen Ländern andererseits zu ermöglichen.

Europäische Bio-Obstproduktion stärken
Die Europäische Union ist zwar die weltweit führende Region in der Erzeugung von biologischem Obst, jedoch steigt die Einfuhr biologisch erzeugter Früchte aus Nicht-EU-Ländern stetig weiter an. Gründe hierfür sind, dass bestimmte Sorten in EU-Ländern nicht angebaut werden können, saisonal nicht verfügbar sind oder die Nachfrage schlichtweg nicht mit EU-Produkten gedeckt werden kann. Diese Entwicklung stellt die europäischen Bio-Obsterzeuger vor die Herausforderung, sich auf einem immer härter umkämpften Markt behaupten zu müssen. Darüber hinaus ist der Bio-Obstbau eine sehr anspruchsvolle Bewirtschaftungsform, da hier im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft bestimmte Probleme nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln gelöst werden können. Um diesen Problemen zu begegnen, entwickeln Bio-Anbauer oftmals auf lokaler Ebene Strategien und Methoden, um die Gesundheit ihrer Kulturpflanzen zu schützen. Daneben findet in den EU-Ländern viel Forschungs- und Versuchstätigkeit statt, um den biologischen Obstbau immer weiter zu verbessern.
„Das Problem dabei ist, dass dieses Wissen jedoch nicht EU-weit für alle Landwirte und andere Akteure im Bio-Bereich zugänglich, sondern oftmals nur auf lokaler Ebene bekannt oder auf den wissenschaftlichen Bereich beschränkt ist“, erklärt Markus Kelderer, der am Versuchszentrum Laimburg den Fachbereich Obstbau und die Arbeitsgruppe Ökologischer Anbau verantwortet. „Was wir im Bio-Anbau brauchen, ist ein gut funktionierendes Netzwerk, das eine Brücke zwischen Forschung und Praxis schlägt und lokale Lösungen auch für andere Bio-Obsterzeuger in Europa verfügbar macht“, ist Kelderer überzeugt. „Diese Vernetzung wollen wir nun mit dem europäischen Projekt BioFruitNet erreichen.“

Das Projekt BioFruitNet
Um eine Stärkung des europäischen Bio-Anbaus insgesamt zu erreichen, setzt sich das Projekt BioFruitNet fünf spezifische Ziele:
(1) Bereits existierendes wissenschaftliches und praktisches Wissen im Bio-Anbau (z. B. über Krankheiten und Schädlinge, Pflanzenernährung oder die Eignung von Sorten), das in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt werden kann, sammeln und zusammenfassend darstellen;
2) ein starkes EU-weites Innovationsnetzwerk für den Bio-Obstbau aufbauen, um den Austausch von Wissen unter Bio-Anbauern, Forschern und Beratern zu erleichtern;
3) die bereits bestehenden Netzwerke im Bio-Obstbau verstärken, untereinander vernetzen und sicherstellen, dass ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen Forschern und Praktikern einerseits und zwischen den verschiedenen Regionen Europas andererseits besteht;
4) praxisreife Lösungen für verschiedene Zielgruppen (Anbauer, Landwirtschaftsstudenten, Berater) anwendergerecht aufbereiten und mittels einfacher Formate wie Videos, Tutorials, Podcasts und kurzen Artikel EU-weit verbreiten;
5) die Wissensplattform zum Bio-Anbau https://organic-farmknowledge.org erweitern und in ihrer Funktion als Referenzplattform für Bio-Anbauer und Berater stärken.

Das Projekt wird von Naturland, dem internationalen Verband für ökologischen Landbau mit Sitz in Gräfelfing bei München koordiniert und in Zusammenarbeit mit 15 weiteren Partnerorganisationen [s. unten Projektpartner] aus insgesamt elf verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Das Projekt, das Mitte Dezember 2019 mit einem Kick-Off-Meeting in Hamburg offiziell begonnen hat, ist auf drei Jahre ausgelegt und verfügt über ein Gesamtbudget von fast 2 Mio. Euro.
Italien ist im Projekt durch das „Centro Internazionale di Altistudi Agronomici Mediterranei” mit Sitz in Bari sowie das Versuchszentrum Laimburg vertreten. Projektleiter am Versuchszentrum Laimburg ist der erfahrene Agronom Markus Kelderer, der am Versuchszentrum Laimburg den Fachbereich Obstbau und die Arbeitsgruppe Ökologischer Anbau leitet.

Sechs Work Packages
Um die Ziele zu erreichen, werden die Projektaktivitäten in sechs sog. „Work Packages“ eingeteilt. Zuerst einmal werden die einschlägigen Netzwerke auf nationaler Ebene in den Partnerländern und darüber hinaus identifiziert (WP1). Danach wird das gesamte existierende praktische und wissenschaftliche Wissen, das für Bio-Obstbauern relevant sein könnte, gesammelt (WP2). Im Work Package 3, für das das Versuchszentrum Laimburg verantwortlich zeichnet, wird das in WP2 zusammengetragene Wissen evaluiert und jene Lösungen bzw. Best-Practice-Beispiele ausgewählt, die in der Praxis leicht umsetzbar, effizient und für Bio-Anbauer in den wichtigsten Anbaugebieten und für die ausgewählten Kulturen – Kernobst, Steinobst und Zitrusfrüchte – maßgeblich sind. Die so identifizierten Erfolgsmodelle werden daraufhin aufbereitet und in leicht verständliche Formate überführt (WP4). Das Wissen wird dann über wirksame Kommunikationskanäle wie etwa Videos, Tutorials oder kurze Artikel EU-weit verbreitet (WP5). Work Packages 6 ist dem Projektmanagement und dem Monitoring vorbehalten.

Die 16 Projektpartner
Das Projektkonsortium setzt sich aus 16 verschiedenen Organisationen zusammen, die alle Stakeholder und Akteure in der Wertschöpfungskette der Bio-Obstproduktion vertreten, nämlich sechs Forschungsinstitutionen und Fachorganisationen, fünf Lebensmittel- und Bauernverbände, zwei beratende Einrichtungen, zwei Universitäten und ein Start-up-Unternehmen, das im Bereich Innovation im Agri-Food-Sektor arbeitet.

Foto/c-VZL.

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