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Freiwillige: Erworbenes Wissen und Können anerkennen

4 Dicembre 2019

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Freiwillige: Erworbenes Wissen und Können anerkennen

Wer von Herzen gibt, wird beschenkt durch Erfahrung und Wissen: In einem Pilotprojekt hat der Dachverband für Soziales und Gesundheit zusammen mit 30 Vereinigungen aus Südtirol und der Nachbarprovinz Belluno geprüft, wie die Arbeit von Freiwilligen im Ehrenamt erfasst und anerkannt werden kann.

Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Deshalb investieren Freiwilligenorganisationen viel in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Freiwilligen. Denn, egal ob bei der Feuerwehr, im Seniorenclub, beim Weißen Kreuz oder in der Betreuung von Krebspatienten: Beherzt anpacken alleine reicht nicht. „Freiwillige Helfer müssen genau wissen, was sie tun. Sie brauchen Fachwissen. Jeder Handgriff muss sitzen. Es braucht eine gute Ausbildung und viel Übung, damit in der Praxis alles reibungslos klappt“, betont Dachverband-Vizepräsidentin Dorotea Postal.

Freiwillige profitieren auch selbst von ihrem Tun
Freiwilligenarbeit ist eine hervorragende Quelle des Lernens und ein wichtiger Beitrag zur persönlichen und beruflichen Entwicklung. Wer Zeit, Engagement und Zuwendung schenkt, gibt nicht nur, er gewinnt auch viel. Jeder der sich in seiner Freizeit im Verein, in einer Organisation oder in einem Projekt engagiert, wird dabei neue Erkenntnisse gewinnen und Erfahrungen machen, die sie oder er auch im beruflichen Leben einbringen kann.

Derzeit spielen jedoch solche in der Freiwilligenarbeit erworbenen Kompetenzen im normalen beruflichen Leben eine eher untergeordnete Rolle. Es existiert bislang auch keine allgemein übliche Form der Darstellung der im Ehrenamt erworbenen Kompetenzen, die deren Berücksichtigung und Würdigung unterstützen würde. In den seltensten Fällen wird das neu erworbene Wissen adäquat erfasst und ausgewertet, um den Freiwilligen einen Nutzen aus ihrem Engagement zu ermöglichen. Das muss sich ändern, fordert der Dachverband.

Für den Dachverband für Soziales und Gesundheit ist die Anerkennung von Freiwilligentätigkeiten als Quelle des nicht-formalen und informellen Lernens sehr wichtig, unterstreicht Dorotea Postal: „Es ist notwendig, das Lernen, das außerhalb der formalen Institutionen erfolgt, sichtbar zu machen und anzuerkennen. Es ist eine Frage der sozialen Anerkennung und Wertschätzung, dass die von Freiwilligen erworbenen Kompetenzen klar identifiziert werden“. Und es gilt auch, den Veränderungen im Ehrenamt und der Freiwilligenarbeit gerecht zu werden, damit sich auch weiterhin viele Menschen mit Begeisterung freiwillig und ehrenamtlich engagieren.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen verändern die Freiwilligenarbeit
Freiwillige wollen nicht nur geben. Sie haben auch Erwartungen und wollen am Ende ihres Einsatzes einen Nachweis in der Hand haben. „Natürlich geht es immer auch um Solidarität, um sinnvolle Beschäftigung. Aber für viele Personen ist die freiwillige Arbeit ebenso auch eine berufliche oder Lebens-Orientierung“, erklärt Simonetta Terzariol von der Dienststelle für Freiwilligenarbeit im Dachverband.

Besonders junge Menschen sind eher zu haben, wenn das Engagement befristet ist. Und erst recht, wenn sie etwas lernen können, oder der Einsatz gut für den Lebenslauf ist. Für Jugendliche sind freiwillige Einsätze eine wertvolle Möglichkeit, sich beruflich und auf ihrem Lebensweg zu orientieren. Und zunehmend interessieren sich auch Personen für einen Freiwilligeneinsatz, die in einer Übergangsphase ihres Lebens sind, die etwa auf Arbeitssuche sind, oder sich umorientieren wollen.

Pilotprojekt
Damit das Lernen und die Kompetenzen, die Freiwillige durch ihre ehrenamtliche Arbeit erlangen, anerkannt und zertifiziert werden, wurde 2018 das Pilotprojekt „Fahrt in Richtung Zukunft“ initiiert. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Dachverband für Soziales und Gesundheit, dem Comitato D’Intesa tra le Associazioni Volontaristiche und dem CSV-DZE Belluno, sowie rund 30 gemeinnützigen Vereinigungen aus Südtirol und Belluno. Beteiligte Südtiroler Verbände waren unter anderem AIDO – Vereinigung Freiwilliger für die Organ- und Gewebespende, ANMIL – Vereinigung der Versehrten und Arbeitsinvaliden, Bäuerlicher Notstandsfonds, Caritas, Weißes Kreuz, Jugendzentrum Papperlapapp, Verein Frauen gegen Gewalt, La strada-Der Weg, Volontarius, Jesuheim Stiftung St. Elisabeth, Il Papavero-Der Mohn, Jugenddienst Bozen.

Ziel des Pilotprojekts war, die erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen von Freiwilligen aufzuzeigen, um sie für den persönlichen Lebenslauf, bzw. in Schule und Beruf besser nutzbar und sichtbar zu machen. Der Nachweis kann besonders am Arbeitsmarkt hilfreich sein. Es wurden die Erfahrungen der involvierten Partner und Organisationen mit informellem Lernen durch Freiwilligenarbeit untersucht, und auch, was Freiwillige motiviert, um sich weiterzubilden bzw. um sich freiwillig zu engagieren. Daraus wurde ein System zur Validierung der durch Freiwilligenarbeit erlangten Schlüsselkompetenzen entwickelt. Nach einer Reihe von Interviews in Verbänden aus Südtirol und Belluno, der Begleitung von Freiwilligen und Verbänden, sowie der Recherche ähnlicher Praktiken und Rechtsvorschriften, hat die Arbeitsgruppe mit Experten beider Provinzen eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie schildert den Prozess der Anerkennung und Zertifizierung von Fähigkeiten und Kompetenzen, die Menschen durch Freiwilligenarbeit erlangen. Die Studie enthält Strategien und Konzepte, die eingesetzt werden können, um den Lernprozess sichtbar zu machen.

Der Dachverband hofft nun, dass die zuständigen Ämter und Institutionen schon bald einen Weg der formellen Anerkennung und Validierung der Freiwilligenkompetenzen finden werden.

Im Bild: Karl Gudauner, Paolo Capraro, Dorotea Postal und Simonetta Terzariol.  

 

 

 

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