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Weidewirtschaft: Altes Wissen, neue Möglichkeiten

30 Novembre 2019

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Weidewirtschaft: Altes Wissen, neue Möglichkeiten

European Wildness Society stellt Potential für die Zukunft der Weidewirtschaft im Vinschgau in den Fokus der Veranstaltung.

Der Nachmittag am Samstag, den 14. Dezember 2019 auf der Tschenglsburg steht unter dem Motto: „Die Zukunft der Weidewirtschaft im Vinschgau – Möglichkeiten und Potentiale innerhalb der Europäischen Union“, denn die Weidewirtschaft steht wie in den 1960er Jahren vor dem nächsten großen Wandel.

Max Rossberg, Obmann der European Wilderness Society, bringt es auf den Punkt: „Wolfspräsenz braucht professionelle Weidehaltung.“ Die Sorge um die Nutztiere ist eine Voraussetzung, doch dieser Nachmittag möchte Nutztierhaltern und Vertretern von Almen, aber auch den Verantwortlichen in der Herstellung und Verarbeitung regionaler Lebensmittel die Vielfalt der Möglichkeiten rund um die Weidebewirtschaftung aufzeigen.

Es geht um die Entwicklung einer umfassenderen Bewirtschaftung der Almen – auch mit Hilfe von altem Wissen. Die traditionelle Behirtung von Schafen, Ziegen, Rindern und anderen Weidetieren setzte immer Hirten voraus, sie war wichtig für Tierwohl und Tiergesundheit – und ist unabdingbar für den langfristigen Erhalt der Weideflächen, wenn der Weidegang der Nutztiere geplant und geführt wird. Die alpine Biodiversität und der Erhalt der Landschaft profitieren davon, auch die Vermarktung von Produkten aus der Weidehaltung ist Teil dieses Konzepts.

Für Almbesitzer und Nutztierhalter wird es in Zukunft entscheidend sein, einen Markt für ihre Lebensmittel (und Zusatzprodukte wie Leder oder Wolle) – die den gesuchten Kriterien wie hochwertig, authentisch, regional entsprechen – aufbauen zu können. Gerade der Vinschgau ist, aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Beweidungstradition, prädestiniert für eine Renaissance der Weidekultur.

Konkrete Bewirtschaftungsformen spricht Thomas Schranz, langjähriger Wanderschäfer und Unternehmer im Tiroler Oberland, an. Gerade für die Konsumenten sind gesicherte Informationen über die Herkunft und Haltung der Weidetiere entscheidend, denn Preise sind besonders heutezutage an Werte gebunden: Der Zusammenhang zwischen Schafen, Vegetation, Ökologie und Landschaft könne wesentlich dazu beitragen, für heimisches Fleisch einen fairen Preis zu zahlen, sagt Schranz.

Max Rossberg, Chairman der European Wilderness Society, vergleicht die in Österreich gesammelten Erfahrungen in Zaun- und Leitsystemen mit denjenigen anderer europäischer Länder. Zusammen mit Thomas Schranz aus Tirol und Rene Gomringer, langjähriger Obmann des Schafzuchtverbandes Bayern, zeigt Rossberg, wie alle – Landwirte und ihre Organisationen, Hirten, Gastbetriebe, Großabnehmer und Einzelkunden – beitragen können, die Bergwirtschaft positiv auszurichten.

Amtliche Vorgaben und Wünsche an die Politik werden am Samstag, den 14. Dezember von 14.30 bis 16.30 Uhr in der Tschenglsburg, Tschengls ebenso angesprochen. Die anschließende gemeinsame Marende, zu der alle herzlich eingeladen sind, bietet Raum für einen informativen Austausch.

Max Rossberg ist Chairman der European Wilderness Society/A. Seit 2018 arbeitet EWS mit BIO AUSTRIA zu Themen Umweltschutz und Innovationen in der Landwirtschaft zusammen.

Thomas Schranz arbeitet als Schäfer und Unternehmer im Tiroler Oberland/A.

Rene Gomringer/D, staatlicher Fachberater für Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas und Gehegewild. Er ist selbst Schäfer und war rund 20 Jahre der Geschäftsführer vom Landesverband Bayerischer Schafhalter.

Bild: Herd Management, Calanda/Graubünden/CH/c-CH WOLF.  

 

 

 

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