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SCHÖNHEIT VOR WEISHEIT, SONDERAUSSTELLUNG IM INNSBRUCKER FERDINANDEUM

26 Settembre 2019

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SCHÖNHEIT VOR WEISHEIT, SONDERAUSSTELLUNG IM INNSBRUCKER FERDINANDEUM

Kunst und Wissenschaft sind zwei Bereiche, die sich sowohl ergänzen als auch in Wettstreit miteinander treten. Der Grenzbereich, in dem sie aufeinander treffen und sich gegenseitig beeinflussen, eröffnet ein spannendes Feld. In der Sonderausstellung „Schönheit vor Weisheit“ anlässlich des 350-Jahr-Jubiläums der Universität Innsbruck in Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen wird dieses beleuchtet und diskutiert.

Die Werke von mehr als dreißig Kunstschaffenden, die in der Sonderausstellung gezeigt werden, verbinden die gegenwärtige künstlerische Praxis mit der wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahrhunderte. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Bruchlinien beleuchtet, die an unterschiedlichen Institutionen und Orten untersucht werden: von der Kunstgeschichte über die Psychologie bis zur Biologie und Quantenphysik. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen treten mit Künstlerinnen und Künstlern in einen Dialog und stellen eingeübte Denk- und Deutungsmuster auf die Probe. Diese Annäherung von Kunst und Wissenschaft stellt historisch gewachsene Grenzen in Frage, Narrative des eigenen Handelns werden destabilisiert. Es öffnen sich neue gedankliche Räume. Unterstützt von den vielfältigen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen und der Universität Innsbruck werden diese präsentiert.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die intensive Zusammenarbeit zwischen Kunst und Wissenschaft ist etwa in der künstlerischen Arbeit von Thomas Feuerstein erkennbar, dessen Kunstprojekt „FUTUR II“ sich mit naturwissenschaftlichen Praktiken auseinandersetzt, oder in Lois Weinbergers „Debris Field – Erkundungen im Abgelebten“, das aus den Bereichen Ethnologie und Archäologie schöpft. Weinberger arbeitet für dieses Projekt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Innsbruck zusammen. Die Werke des international renommierten Tiroler Konzeptkünstlers werden nach der documenta in Athen erstmals in Österreich gezeigt. Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand veranschaulichen Aspekte der Quantenphysik auf spannende Weise. Bei all diesen Werken verschieben sich die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft permanent. Die Besucherinnen und Besucher erwarten eine beeindruckende Erzählung beider Bereiche, hervorragende künstlerische und wissenschaftliche Objekte, Bezüge und Gegensätze und im Begleitbuch zur Ausstellung eine methodische Durchdringung dieser Fragestellung von den derzeit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Ferdinandeum: Dauerausstellung integriert
Einige der Räume der Dauerausstellung im Ferdinandeum haben sich im Rahmen des Projektes verwandelt. Daraus ergeben sich etwa neue Aspekte im Dialog zwischen älterer und zeitgenössischer Kunst, zwischen den Beständen des Museums und aktuellen Positionen. Auch wenn es sich dabei zum Teil nur um minimale Eingriffe handelt, erzeugen diese eine neue Sichtweise auf das historische Material. Eine Videoinstallation mit Gesprächen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Künstlerinnen und Künstlern verdeutlicht die Dialoge und Brüche. Viele Fragen werden aufgeworfen, unterschiedliche methodische Ansätze und Sichtweisen auf die Welt und das Leben sind zu hören.

Museum öffne dich!
Die Universität ist mit der Sonderausstellung für ein Semester lang Gast im Ferdinandeum. Ausgehend vom Arbeitsbereich Architekturtheorie, unter der Leitung von Bart Lootsma, finden regelmäßig Lehrveranstaltungen im Museum statt. Die daraus entstehenden studentischen Arbeiten werden in die Sonderausstellung integriert. Zur Ausstellung gehört zudem die „Aula Ferdinandeum“, eine Mischung aus konventionellem Veranstaltungsraum, offenem Wissensraum, Bibliothek und Ort der Kommunikation. Mehr als 30 gemeinsame, kostenlos zugängliche Veranstaltungen vermit¬teln zentrale gesellschaftliche Fragestellungen ebenso wie künstlerische und wissenschaftliche Positionen. Tagungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen, künstlerische Performances, Filme, Führungen von Künstlerinnen und Künstlern und Workshops ergänzen und berei¬chern die Sonderausstellung, die sich als Laboratorium, als Diskussions¬plattform und Ideengeber sieht. In der Gesprächsreihe „WissenschaftlerInnen im Gespräch“ erzählen 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität von ihrer Arbeit und ihrem Leben, Studierende präsentieren in der „Aula Ferdinandeum“ ihre Abschlussarbeiten.

Dauer: 27.9.2019 – 1.3.2020

RAHMENPROGRAMM

KURATORiNNENFÜHRUNGEN, 11 UHR
So 29.9.2019 mit Christoph Bertsch
So 20.10.2019 mit Rosanna Dematté
So 24.11.2019 mit Claudia Mark
So 19.1.2020 mit Helena Pereña
So 1.3.2020 mit Christoph Bertsch

AFTER WORK, 16 UHR
Fr 22.11., 6.12.2019 sowie 17.1., 21.2.2020, Aperitif und Kurzführung
zu einem Überraschungsbild in der Ausstellung

KÜNSTLERFÜHRUNG, 14–16 UHR
Do 7.11.2019, mit Lois Weinberger, „Debris Field – Erkundungen im Abgelebten“

FÜHRUNG, 11 UHR
Mi 13.11.2019, durch die Sonderausstellung

KREATIV AM FREITAG, 14 UHR
Fr 7.2.2020, „Gott weiß, wie schön …“, Workshop für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre,
mit Anmeldung

FÜHRUNG, 11 UHR
Mi 12.2.2020, durch die Sonderausstellung

OFFENES ATELIER AM SONNTAG, 11 UHR
So 23.2.2020, „Sich ein Bild machen“, für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre, mit Anmeldung

AULA FERDINANDEUM // Eintritt frei
Alle Veranstaltungen im Rahmen von „Aula Ferdinandeum“ können kostenlos besucht werden.

WISSENSCHAFTLERiNNEN IM GESPRÄCH, 18–20 UHR
Moderation: Markus Sommersacher
Do 24.10.2019, mit Georg Kaser (Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften) und Józef Niewiadomski (Institut für Systematische Theologie)
Do 28.11.2019, mit Dirk Rupnow (Institut für Zeitgeschichte) und Konstanze Zwintz (Institut für Astro- und Teilchenphysik)
Do 5.12.2019, mit Hubert Huppertz (Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie) und Marie-Luisa Frick (Institut für Philosophie)
Do 19.12.2019, mit Hanns-Christoph Nägerl (Institut für Experimentalphysik) und Kathrin Aste (Institut für Experimentelle Architektur)
Do 9.1.2020, mit Kerstin Neumann (Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus) und Wolfgang Rauch (Institut für Infrastruktur, Arbeitsbereich Umwelttechnik)
Do 23.1.2020, mit Kristina Stoeckl (Institut für Soziologie) und Heribert Insam (Institut für Mikrobiologie)
Do 6.2.2020, mit Silke Meyer (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie) und Leonhard Dobusch (Institut für Organisation und Lernen)
Do 20.2.2020, mit Paul Danler (Institut für Romanistik) und Andreas Thomas Müller (Institut für Europarecht und Völkerrecht)

„FEST“ – FEIERN ZWISCHEN KULTURPHÄNOMEN, SAKRALEM UND PROFANEM EREIGNIS, 9.30–18 UHR
Do 3.10.2019, Tagung des Forschungsschwerpunkts der Universität Innsbruck „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“

POETRY-SLAM MIT STEFAN ABERMANN, 18–19.30 UHR
Do 3.10.2019, Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, bei Schönwetter im Arkadenhof der Theologischen Fakultät, Karl-Rahner-Platz 1

PODIUMSDISKUSSION, 18–20 UHR
Do 10.10.2019, „Mechanismen der Ästhetisierung und Visualisierung des Krieges: Von Otto Dix bis zum Golfkrieg“, mit Martina Baleva, Christoph Bertsch, Hermann Mitterhofer und Andreas Oberprantacher, Moderation: Helena Pereña

IMPULSREFERATE UND DISKUSSIONSRUNDEN, 13–17 UHR
Do 17.10.2019, „This is not Utopia. Konsensuale Wahrnehmung der archaischen Felskunst – Vernunft und Kreativität als gemeinsame Basis von Kunst, Philosophie und Archäologie“, mit Marion Elias, Georg Blaha, Hubert Ilsinger und Walter Leitner

WISSEN-SCHAF(F)T LYRIK, 18–20 UHR
Do 7.11.2019, Gespräch mit Martin Fritz, C. W. Bauer, Raoul Schrott und Gundi Feyrer. Moderation: Siljarosa Schletterer

PERFORMANCE UND PODIUMSDISKUSSION, 17–20 UHR
Di 12.11.2019, Performance „Schönheit vor Weisheit“ von Evelina Domnitch/ Dmitry Gelfand. Podiumsdiskussion mit Domnitch/ Gelfand, Francesca Ferlaino, Thomas Feuerstein und Inge Hinterwaldner. Präsentation des Begleitbuchs: Rosanna Dematté. Begrüßung: Rektor Tilmann Märk, Direktor Peter Assmann. Moderation: Helena Pereña

PODIUMSDISKUSSION, 18–20 UHR
Do 14.11.2019, „Was geht uns das an? Kunst angesichts von Grenztoten“, Moderation: Andreas Oberprantacher

PODIUMSDISKUSSION, 14–17 UHR
Do 16.1.2020, „Das musikalische Erbe des Nationalsozialismus in Tirol zwischen Aufarbeitung und Verdrängung – Quo Vadis?“, mit Kurt Drexel, Franz Gratl, Thomas Nussbaumer und Andrea Sommerauer. Moderation: Siljarosa Schletterer

VORTRAG, 18–20 UHR
Do 16.1.2020, „Kunst. Global. Kulturkonfrontationen“, mit Markus Neuwirth

IMPULSREFERATE UND DISKUSSION, 14–17 UHR
Do 30.1.2020, „Flucht und Migration. Sammeln – Archivieren – Vermitteln“, von und mit Sónia Melo, Christina Hollomey-Gasser u. a., eine Veranstaltung des Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) und des Dokumentationsarchives Migration Tirol (DAM)

PODIUMSDISKUSSION, 18–20 UHR
Do 30.1.2020, „Ästhetik des Wissens oder Schönheit begreifen oder Kunst wider Wissen“, Impulsreferat und Moderation: Bernhard Fügenschuh

PRÄSENTATION, 14–17 UND 18–20 UHR
Do 13.2.2020, Gemeinsame Forschungsprojekte der Tiroler Landesmuseen mit der Universität Innsbruck, Moderation: Roland Sila

PANEL „DREI JAHRE EUROPA“, 14–17 UHR
Do 27.2.2020, ein international besetztes Panel zu Schlüsselaspekten der Fluchtbewegungen 2015–2018, anschließend Buchpräsentation des gleichnamigen Sammelbands. Leitung: Erol Yildiz und Veronika Bernard

FILMVORFÜHRUNG „DREI JAHRE EUROPA“, 18–20 UHR
Do 27.2.2020, Vorführung des Films „Drei Jahre Europa – der dokumentarische Interviewfilm mit vier jugendlichen Geflüchteten“ von Ömer Alkin, Veronika Bernard, Marc Hill und Erol Yildiz. In Anwesenheit der vier Hauptakteure

PRÄSENTATION „INVESTIGATION UND ERKENNTNIS. KUNST UND THEORIE JENSEITS VON ACCADEMIA“, 14–17 UHR
Fr 28.2.2020, Vorstellung des Fellowship-Programmes für Kunst und Theorie des Künstlerhauses Büchsenhausen, Moderation: Andrei Siclodi

PODIUMSDISKUSSION, 18–20 UHR
Fr 28.2.2020, „KünstlerInnen, Kunst und Kunstgeschichte im Spannungsfeld von Museum und Universität“, mit Christine S. Prantauer, Helena Pereña u. a., Moderation: Peter Assmann

PRÄSENTATION STUDENTISCHER ABSCHLUSSARBEITEN, 10–17 UHR UND 18–20 UHR
Sa 29.2.2020, mit Arbeiten aus verschiedenen Disziplinen, Begrüßung: Bernhard Fügenschuh, Moderation: Claudia Mark

OFFENE DISKUSSION UND PODIUMSGESPRÄCH, 18–20 UHR
So 1.3.2020, zum Abschluss des Projektes „Schönheit vor Weisheit“, mit Direktor Peter Assmann, Rektor Tilmann Märk, den VizerektorInnen Bernhard Fügenschuh und Ulrike Tanzer und den KuratorInnen

Im Bild: Die Schimpansin Lana vom Yerkes Primatenforschungszentrum in Atlanta (USA) kommunizierte um 1974 mit graphischen Symbolen in der Kunstsprache „Yerkish“/c-Ernst von Glasersfeld Archiv / Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Nachlass Ernst von Glasersfeld.  

 

 

 

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