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Stiftung Blühendes Österreich und die Tiroler Landesmuseen erheben Schmetterlingsvielfalt.

6 Aprile 2017

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Stiftung Blühendes Österreich und die Tiroler Landesmuseen erheben Schmetterlingsvielfalt.

INNSBRUCK. Österreich zählt mit über 200 Tagfalterarten zu den an Schmetterlingen reichsten Regionen Europas. Der Artenbestand wird seit etwa 250 Jahren erforscht und kartiert, die genetische Vielfalt ist aber bisher weitgehend unbekannt. Sie gilt jedoch als Voraussetzung für Anpassungsstrategien einzelner Arten an neue Herausforderungen, beispielsweise die Klimaerwärmung. In einem Kooperationsprojekt der Tiroler Landesmuseen und Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung werden nun möglichst alle Tagfalterarten Österreichs mittels innovativer molekularbiologischer Techniken untersucht. Ermittelt werden sogenannte DNA-Barcodes. Das sind kurze arttypische genetische Abschnitte, ähnlich einem Strichcode im Supermarkt zur Erkennung eines Produkts.

„Das Engagement von Blühendes Österreich und die Forschungsziele der Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen bilden eine hervorragende Synergie. Mit diesem Kooperationsprojekt können wir nicht nur gemeinsame wissenschaftliche Interessen verfolgen, sondern auch einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Biodiversität leisten“, betont PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen.

Mag. Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, hält fest: „In den letzten Jahren wurde ein alarmierender Rückgang von Schmetterlingen aufgrund von Verbauung, Verlust an artenreichen Blumenwiesen sowie des Einsatzes von Herbiziden und Insektiziden beobachtet. Über die Hälfte der Schmetterlinge Österreichs ist akut gefährdet. Unsere Stiftung setzt sich für den Erhalt wertvoller ökologischer Lebensräume ein. Das Kooperationsprojekt soll uns regional unterschiedliche genetische Muster aufzeigen, die uns wichtige Informationen zur Auswahl von schützenswerten Flächen liefern.“

Erfassung genetischer Vielfalt zu Gunsten des Naturschutzes

Das Forschungsprojekt soll bereits 2017 für möglichst alle Tagfalterarten Österreichs genetische „Fingerprints“ liefern. Es ist Teil der österreichischen Barcoding-Initiative ABOL (Austrian Barcode of Life) bzw. der internationalen Bemühungen zur Erfassung der genetischen Vielfalt aller Organismen. Die Daten werden in das öffentliche Datennetzwerk BOLD (Barcode of Life Datasystems) integriert und stehen damit für weitere Forschungsvorhaben zur Verfügung.

Die Untersuchungen greifen auf wertvolle Museumsbestände zurück und sollen auch bereits ausgestorbene Arten umfassen. Mag. Dr. Peter Huemer, Projektleiter und Kustos der Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen, hofft, im Zuge des Kooperationsvorhabens in vereinzelten Fällen bisher übersehene Arten zu entdecken. So zeigen erste genetische Daten, dass z. B. der dringend schutzbedürftige Schwarze Apollofalter in Österreich in einer westlichen und östlichen genetischen Linie flattert. Wiederbesiedlungsprojekte regional ausgestorbener Arten erachten Würflinger und Huemer nur dann als sinnvoll, wenn die neu angesiedelten Tiere aus demselben Genpool stammen wie die ausgestorbenen Populationen.

Die Stiftung Blühendes Österreich

Blühendes Österreich – REWE International gemeinnützige Privatstiftung wurde 2015 von REWE gründet und ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. Die Initiative verfolgt das Ziel, gemeinsam mit Partnern aus der Landwirtschaft, Wissenschaft und mit Natur- und Umweltschutzorganisationen Österreich grüner, lebenswerter und artenreicher zu machen. Ein Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Lebensbedingungen für Schmetterlinge. Sie sind unter anderem als Blütenbestäuber von großer Bedeutung für das Ökosystem und gelten als Indikatoren für den Zustand der Umwelt. Für Blühendes Österreich verfasste Huemer den aufsehenerregenden Report „Ausgeflattert? Der stille Tod der heimischen Schmetterlinge“, der die dramatische Lage der einheimischen Schmetterlinge aufzeigt, aber auch die Forschungsdefizite betont.

Erste App zur Bestimmung von Schmetterlingen

Um das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und gleichzeitig Erkenntnisse über die Verbreitung von Falterarten in Österreich zu gewinnen, hat Blühendes Österreich in Kooperation mit GLOBAL 2000 letztes Jahr die App „Schmetterlinge Österreichs“ entwickelt. Die kostenlose App ermöglicht das Finden und Bestimmen von Falterarten. Mittels Foto wird der entdeckte Schmetterling mit den in der Datenbank enthaltenen Arten abgeglichen. Bereits 11.000 Downloads, 2.000 UserInnen und über 6.000 Schmetterlingsbeobachtungen machen dieses BürgerInnenwissenschaftsprojekt zu einem der größten seiner Art in Österreich.
www.bluehendesoesterreich.at

Im Bild: Osterluzeifalter/c-Buchner   

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