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Industriekulturelles Erbe darf nicht weichen

23 Febbraio 2016

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Industriekulturelles Erbe darf nicht weichen

Zuegg-Fabrik-Turm/© Kuratorium für Technische Kulturgüter

Industriekulturelles Erbe darf nicht weichen

Die Marmeladenfabrik Zuegg in Lana soll umgenutzt und mit neuem Leben erfüllt werden.

Die Marmeladenfabrik Zuegg in Lana, heute unter den Weltleaderbetrieben der Obstverarbeitung, wurde in den 1920er Jahren von Carl und Vigil  Zuegg, gegründet und später von seinem Bruder Karl Zuegg (vormals Kuratoriumspräsident) mit Weitblick und Unternehmergeist erfolgreich ausgebaut. Heute ist die Produktion ausgelagert.

Der Industriebau in Lana unterliegt derzeit dem Ensembleschutz, soll jedoch trotzdem teilweise abgerissen werden, um der geplanten lukrativen Baumassnahme der Firma Trendbau, Lana, Platz zu machen.

Mit den vorhandenen Rohstoffen – im Etschtal werden 10 % aller Äpfel in der Eu produziert-  und der strategisch günstigen Lage – mit dem Apfelexpress Lana-Burgstall- wurde das Obst bis an den Hof des russischen Zaren nach Petersburg geliefert- waren die Voraussetzungen für die Investitionen in die Fabrik geschaffen.

Die für damalige Verhältnisse sehr moderne Marmeladenfabrik ist ein festungsähnlicher Baukomplex mit dem großen Turm als Wahrzeichen. Die Architektur ist weitgehend durch den Produktionsablauf definiert. Der Wegverlauf vom Obst zur Marmelade erfolgte nach dem Fallprinzip (Schwerkraft). Das oben eingefüllte Obst kam unten an und wurde dann weiter verarbeitet. Spätere Umbauten veränderten den Baukern, original erhalten ist nach wie vor der Turm.

Beim Turm der Fabrik Zuegg handelt es sich um den klassischen Fall eines technischen Bauwerks als Ergebnis der Randbedingungen ganzheitlicher Aspekte des Bauens, im Einzelnen: Funktion, technische Überlegungen, Konstruktion, Material und Gestaltung der architektonischen Elemente.

Die Architektur ist sehr stark von den örtlichen Bauformen beeinflusst, wie vom historischen Villenbau, der der deutschen Landromantik entlehnt wurde. Ebenso spürbar ist der bäuerliche Landhausstil, der mit der Formensprache und Ausdrucksform der Fabrikarchitektur kontrastiert und eine klare unkomplizierte Selbstverständlichkeit im Sinne des neuen Bauens ausstrahlt. Innerhalb des Ensembles strukturiert der Turm die vertikale Achse und tritt mit dem Landschaftsraum in Dialog. Vor dem Hintergrund der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung ist der Turm ein Kristallisationspunkt mit Erinnerungswert, der als wichtiger Identifikationsbau der Südtiroler Industriearchitektur gilt.

Aus der Sicht des Kuratoriums für technische Kulturgüter wäre die Zerstörung ein großer Verlust für den Ort Lana.

Die Realisierung des neuen Projekts der Firma Trendbau setzt eine Umwidmung des geltenden Bauleitplans voraus.

Für die Zufahrt der geplanten Tiefgaragen soll eine bautechnisch tragbare Lösung gefunden werden, die den Fabriksturm nicht beeinträchtigt. Laut den Heimatschützern von Lana, vertreten beim letzten Lokalaugenschein durch Albert Innerhofer und Simon Terzer, könnte die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage südlich des Turms oder über den bereits bestehenden Erschließungsweg erfolgen. Die engagierte Bevölkerung von Lana ist jetzt auf den Plan gerufen, wenn ihr der Ortsbildschutz noch etwas bedeutet. Lana könnte vormachen, wie wirtschaftliche, kulturelle und historische Anliegen unter einen Hut gebracht werden können.

Wo ein Wille, da ein Weg, schreibt die Direktorin des Kuratoriums für Technische Kulturgüter des Landes Südtirol, Univ. Doz. Wittfrida Mitterer in einer Aussendung.

 

 

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