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Italien: Führerschein-Neulinge „Große Autos für Anfänger tabu“

10 Luglio 2014

Italien: Führerschein-Neulinge „Große Autos für Anfänger tabu“

Die italienische Regelung für Führerschein-Neulinge sorgt für Aufregung, so Tageszeitung Online. Über Sinn und Unsinn eines Gesetzes, das in naher Zukunft wieder abgeändert werden könnte.

Autoschulen, Jugendliche und Familien reklamieren, dass etwa neun von zehn Jugendlichen nicht die Möglichkeit haben, im ersten Jahr genügend Fahrpraxis zu sammeln. Denn seit gut dreieinhalb Jahren können Führerscheinneulinge laut aktuellem Staatsgesetz ein Jahr nach Erhalt ihrer Fahrerlaubnis keine Fahrzeuge benützen, die eine bestimmte Antriebskraft im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht überschreiten.

Arnold Schuler und Josef Noggler haben im vergangenen Jahr einen Antrag eingereicht, mit dem das Gesetz abgeändert werden sollte. Getan hat sich bis heute aber nichts.
Giovanna Valentini, Direktorin des Amtes für Führerscheine und Fahrbefähigungen, versteht zwar die Sinnhaftigkeit des Gesetzes. Trotzdem hat sie auch Bedenken: „Wenn jemand am Anfang mit dem ‚foglio rosa’ fährt, dann gibt es keine Beschränkungen. Man kann alle Fahrzeuge benutzen, sofern eine Person mitfährt, die mindestens für zehn Jahre den Führerschein besitzt. Sobald aber die praktische Prüfung geschafft ist, darf man nur mehr Autos mit einem maximalen Hubraum fahren.“
Somit müssten zu viele Fahranfänger eine zwangsläufige Pause von einem Jahr einlegen, denn der größte Teil der Anfänger kann sich kein eigenes Kleinfahrzeug leisten. Das bringt in den Augen von Valentini zusätzliche Sicherheitsrisiken mit sich: „Ein Jahr ohne Fahrpraxis ist eine viel zu große Pause.“

Peter Mock, Kommandant der Straßenpolizei Sterzing, ist überzeugt von dem Gesetz:„Wir können unsere unerfahrenen Neulinge nicht sofort schon mit schnellen Sportwagen durch Südtirols Straßen fahren lassen.“ Die Jugendlichen sind verführt, die volle Leistung des Autos auszuprobieren und dieses könnte fatale Folgen haben. Laut Mock ist es für die meisten Familien auch kein Problem, ein kleines Auto anzuschaffen, denn dies ist heutzutage mit keinen großen Kosten verbunden: „Es ist besser, den Kindern ein kleines Auto zu kaufen, als dass sie nicht mehr nach Hause kommen.“
Die Direktorin des Amtes für Führerscheine, Giovanna Valentini, ist zuversichtlich, dass das Gesetz noch abgeändert wird: „In Rom wird daran gearbeitet. Politiker aus ganz Italien haben Gesetzesänderungsvorschläge unterbreitet.“ Man muss verstehen, dass die Regierung momentan mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Deshalb müssen sich die Führerscheinneulinge ein wenig gedulden.
Fahranfänger sollten die Möglichkeit haben, von Personen begleitet zu werden, die schon seit zehn Jahren den Führerschein besitzen, dann wäre eine interessante Alternativlösung geschaffen, so Valentini. Auch sollte man die Probezeit von einem Jahr auf sechs Monate herunterfahren. Wenn die Führerscheinneulinge nach diesem Zeitraum keine Punkte verloren haben, dann sollen sie auch mit „größeren“ Autos fahren dürfen.

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