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„WUTBÜRGER“ LEHREN POLITIKER DAS FÜRCHTEN

31 Marzo 2014

„WUTBÜRGER“ LEHREN POLITIKER DAS FÜRCHTEN

Der Schrecken für die Politiker hat einen neuen Namen bekommen „Wutbürger“. Er hat ihnen das Fürchten gelehrt, noch viel mehr, er bläst ihnen ordentlich den Marsch, so Tageszeitung Online. Unter den Wutbürgern sind nicht nur die sozialen Unterschichten, sondern auch Reiche und Edle.

In Deutschland wurde der Begriff geprägt, so gibt es sie schon seit langem, die Wutbürger. Sie treten immer dann auf, wenn sie ihre Heimat in Gefahr sehen, weil Flughäfen gebaut werden, neue Straßen oder Windräder.
Diese Öko-Demonstranten gibt es auch bei uns, sie kämpfen unentwegt gegen den Flughafen, neue Skipisten. Seit der Kundgebung auf dem Silvius Magnago Platz am 12. März hat sich aber eine neue Generation von Wutbürgern zu Wort gemeldet, die auf den Rentenskandal reagiert hat. Die Tatsache, dass sich Politiker einen Vorschuss auf ihre Renten auszahlen, der bei einigen die Million übersteigt, hat die Volksseele zum Brodeln gebracht. Diebe sind die Politiker, nichts als Diebe. Die Empörung war so groß, dass ein gewiefter Populist wie Hansjörg Kofler, der bei Christian Waldner selig und bei der Lega in die politische Lehre gegangen ist und somit in Aufwiegelung des Volkes Erfahrung gesammelt hat, mit einigen Mitstreitern das Volk zur Demo aufrief. Es ist eine einzige Politikerbeschimpfung geworden, immer angefeuert von Conferencier Kofler, der die Kernaussagen immer laut zum Nachsagen ins Mikro brüllte: Facken, Schweine, außer, außer …..Eine wunderbare Kundgebung, die ein ganz anderes Südtirol zeigte, das zornige und inkazzierte, das hasserfüllte und empörte.

Man hat ja schon viele Kundgebungen gesehen, aber dieser gar nicht mal so große Aufschrei der 700, wenn es 700 waren, hat Erfolge gezeigt und seine Spuren hinterlassen. Die Politik ist seither eingeschüchtert und sprachlos. Der Wutbürger ist zum neuen Schrecken der Politiker geworden, er hat ihnen das Fürchten gelehrt, mehr, er bläst ihnen den Marsch. So kamen sie alle erschrocken und peinlich berührt auf die Bühne, wurden ausgepfiffen und wüst beschimpft, vertrieben und ausgelacht.
Es wurden Rücktritte gefordert. Richard Theiner hat das Handtuch geworfen,  Tappeiner ebenso, ob es zum Rücktritt Theiner, Stocker, Mussner aus der Landesregierung kommt steht noch in den Sternen, aber es wird weiter in diese Richtung agiert.
Die neuen Südtiroler Wutbürger, die so plötzlich auf die Barrikaden gingen, sind eine neue Spezies von Protestanten. Es sind nicht die Jungen, die Langhaarigen, die Kommunisten, die Systemveränderer, keine Sozialrebellen, nein, sie waren in der Regel alle recht brav, systemtreu und die meisten wohl auch Nutznießer des Systems Südtirol. Hätten die Politiker sie nicht mit dem vielen Geld enttäuscht, wären sie alle den Parteien treu geblieben. Die Volkspartei und die  Freiheitlichen wurden mit einem aufgeblasenen Dildo auf der Bühne verhöhnt, denn die Wutbürger sind keusch und bieder. Die Grünen sind keine Wutbürger, sie haben ihr Enttäuschung beschämt weggesteckt. Die Akteure der Südtiroler Unzufriedenheit sind nicht mehr die Jüngsten, da sieht man viele Ruheständler und Vorruheständler, Rentner und Pensionäre, deshalb der Groll auf die reichen Politrentner.
Die Unterschicht war auf dem Platz der Wutbürger nicht vertreten, dafür viel Mittelschicht. Alt, klug und männlich. Zornige Hoteliers aus dem Vinschgau, in Würde ergraute Landesbeamte mit guten Renten.Recht sonderbar ein Bozner Demonstrant, den man nie zum Wutbürgertum gezählt hätte, Heinrich Gasser. Er ist Kunstliebhaber und hat eine große Kunstsammlung, die Auseinandersetzung mit der Kunst machte ihn dann zum Philosophen. Er gehört zu den Mitbegründern des Museions, er ist reich und gehört zum Bürgertum. Da stand er nun in die Jahre gekommen, mit einem philosophischen Plakat „Affenbaum” und protestierte gegen die Politikerrenten, auch er voller Empörung.
Und noch ein anderes bekanntes Gesicht des hohen Bürgertums: Herald Kleewein, Bozens bekanntester Notar, der alle Geschäfte des Landes besiegelt hat. Millionär und ebenfalls Kunstsammler. Er stellte sich stolz mit Gasser den Photographen. Der reiche und edle Demonstrant.

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