Der Südtiroler Landtag hat heute den Nachtragshaushalt 2026 genehmigt. Insgesamt stehen damit 1,029 Milliarden Euro für Investitionen, Infrastruktur, soziale Leistungen und die Stärkung öffentlicher Dienste zur Verfügung. Im Zuge der Beratungen konnten zusätzlich rund 57 Millionen Euro an Handlungsspielraum aktiviert werden.
Landeshauptmann Arno Kompatscher sieht im beschlossenen Paket eine klare politische Linie: weniger Schulden, gezielte Investitionen und eine Stärkung der Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger.
Im Mittelpunkt steht die vorzeitige Tilgung von Darlehen in Höhe von rund 411,6 Millionen Euro. Dadurch soll die Schuldenlast des Landes sinken und gleichzeitig finanzieller Spielraum für künftige Investitionen geschaffen werden.
Parallel dazu fließen erhebliche Mittel in strategische Projekte. Dazu gehören der Ankauf ehemaliger SIP-Gebäude, die weitere Stärkung des NOI Techpark als Innovationszentrum sowie die Planung des Michael-Pacher-Hauses in Bruneck. Auch der Bevölkerungsschutz erhält zusätzliche Mittel.
Ein großer Teil des Nachtragshaushalts ist für Infrastruktur und Mobilität vorgesehen. Geplant sind unter anderem Investitionen in die Instandhaltung von Brücken, neue FLIRT-Züge, den Ausbau von Radwegen, Beiträge für Seilbahnanlagen sowie die Südspange Brixen.
Auch das öffentliche Bauvermögen soll weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind energetische Sanierungen landeseigener Gebäude sowie Neubauten für die Umweltagentur und die Landesnotrufzentrale. Für die Sanierung von Schutzhütten stehen ebenfalls zusätzliche Mittel bereit.
Im Gesundheitsbereich werden der neue Modulbau des Krankenhauses Bozen und Familienberatungsstellen finanziell unterstützt. Gleichzeitig setzt der Nachtragshaushalt Schwerpunkte in der Familien- und Sozialpolitik: Das Landeskindergeld wird vollständig abgesichert, die Stundensätze für Tagesmütter werden erhöht und die Nachmittagsbetreuung ausgebaut.
Auch Schulen und Kindergärten erhalten zusätzliche Ressourcen. Die Mittel für Schulsozialpädagogik, die Aufsicht während der Mittagspausen sowie für Lehr- und Kindergartenpersonal werden aufgestockt. Darüber hinaus fließen Gelder in Kultur und Denkmalpflege.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Aufgrund der hohen Nachfrage der Bevölkerung werden zusätzliche 40 Millionen Euro für konkrete Maßnahmen im Umwelt- und Energiebereich bereitgestellt.
Weitere Mittel sind für Wirtschaftsbeiträge, die Kapitalstärkung der Therme Meran, die Eishalle Sterzing und höhere Beiträge des Wohnbauinstituts für den Wohnbau vorgesehen.
Zusätzlichen Spielraum schufen die im Landtag aktivierten 20 Millionen Euro aus dem Regionsbeitrag sowie weitere 37 Millionen Euro durch Umschichtungen innerhalb bestehender Fonds. Diese Mittel sollen unter anderem Bildung, Innovation, Energie, Gebäudesanierung und den Sozialbereich zusätzlich absichern.
Der Nachtragshaushalt setzt damit auf einen Balanceakt: Die öffentliche Verschuldung soll reduziert werden, während gleichzeitig umfangreiche Investitionen in die Zukunft des Landes fließen. Kompatscher fasste die politische Stoßrichtung entsprechend zusammen: weniger Schulden, mehr gezielte Investitionen und stärkere öffentliche Dienste für die Menschen.