Der Europäische Fernwanderweg E5 wird Schritt für Schritt zukunftsfit gemacht. Wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit konkret funktioniert, zeigte kürzlich ein Besuch der Genossenschaft für Regionalentwicklung und Weiterbildung (GRW) Sarntal bei den Projektpartnern in Nordtirol.
Im Mittelpunkt stand das Interreg-Projekt „E5 Green and Digital“, das die nachhaltige Aufwertung des traditionsreichen Fernwanderwegs vorantreibt. Der E5 zählt zu den zwölf europäischen Fernwanderwegen und verbindet die französische Atlantikküste über Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien mit Verona und Venedig an der Adria.
Seit mehreren Jahren arbeiten zahlreiche Akteure daran, den Weg im Alpenraum – insbesondere in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino – nachhaltig weiterzuentwickeln. Das von der GRW Sarntal koordinierte Projekt vereint Tourismusorganisationen aus Süd- und Nordtirol. Ziel ist ein hochwertiges und nachhaltiges Wanderangebot mit besserer Besucherlenkung und moderner Infrastruktur.
Bei der Besichtigungstour informierten sich die Vertreter der GRW gemeinsam mit den Tourismusverbänden Pitztal, Lechtal und Tirol West über bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen. Der vierte nordtiroler Projektpartner ist der Tourismusverband Ötztal.
Im hinteren Pitztal wurde ein neuer Informationspunkt bei der letzten öffentlichen Bushaltestelle im Tal besichtigt. Moderne Informationstafeln und ein zeitgemäßes Müllentsorgungssystem sollen Wandernde besser informieren und gleichzeitig dazu beitragen, die sensible alpine Umwelt zu schützen. Anschließend wanderte die Delegation einen Teilabschnitt des E5 von der Gogles Alm bis nach Wenns.
Im Lechtal lag der Fokus auf mehreren neuen beziehungsweise geplanten überdachten Unterständen. Insgesamt sollen entlang des Weges sechs solcher Rast- und Schutzmöglichkeiten entstehen. Die Einrichtungen werden mit Lösungen für eine ordnungsgemäße Müllentsorgung kombiniert und sollen damit zu einem nachhaltigeren Wandererlebnis beitragen.
Auch im Gebiet des Tourismusverbands Tirol West konnten die Projektpartner eine neue Infrastrukturmaßnahme besichtigen. Neben der Autobahnausfahrt wurde in enger Abstimmung mit dem Tourismusverband ein Unterstand errichtet. Die Anlage wurde zwar von der ASFINAG finanziert, ergänzt jedoch das Gesamtkonzept entlang des E5 und fügt sich in die laufenden Bemühungen zur Verbesserung der Wanderinfrastruktur ein.
Der Besuch machte deutlich, dass der E5 längst mehr ist als eine Linie auf der Wanderkarte. Mit gezielten Investitionen in Information, Orientierung, Infrastruktur und Nachhaltigkeit soll der Fernwanderweg Schritt für Schritt an die Anforderungen der Zukunft angepasst werden.
Das Projekt E5 Green and Digital zeigt dabei, dass Grenzen für die Zusammenarbeit keine Hürde sein müssen. Wenn Tourismusorganisationen und regionale Partner gemeinsam planen, kann ein europäischer Fernwanderweg nicht nur attraktiver, sondern auch nachhaltiger und besser auf die Bedürfnisse von Wandernden und Natur abgestimmt werden.