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G7-Gipfel Bilanz: Die italienischen Gastgeber haben alles gegeben „Ein historisches „6 gegen 1“

28 Maggio 2017

G7-Gipfel Bilanz: Die italienischen Gastgeber haben alles gegeben „Ein historisches „6 gegen 1“

Von Claudia von Dzerzawa

Die italienischen Gastgeber haben alles gegeben. Doch die traumhafte Kulisse steht laut Medienberichten zufolge in starkem Kontrast zu dem, was der G7-Gipfel offenbart hat: Das Ende des westlichen Zusammenhalts, wie man ihn kannte. 6 gegen 1 – das ist auch in der Abschlusserklärung dokumentiert. 

Für den US-Präsidenten war dieser Gipfel wohl ein voller Erfolg. Wenn er am Samstagabend wieder Richtung Heimat aufbricht, kann er die Botschaft voraussenden, seinen Leitspruch „America first“ erfüllt zu haben. Der G7-Gipfel von Taormina markiert einen historischen Einschnitt. Die Zeit der Selbstverständlichkeiten ist vorbei. Nichts ist mehr selbstverständlich: Nicht die Überzeugung, dass man sich in einer globalisierten Welt um die gemeinsamen Interessen kümmern muss, damit allen geholfen wird. Für Trump zählt sein eigener Vorteil.

Dass sich Trump im Abschlussdokument für ein multilaterales Handelssystem mitausspricht, wird als Verhandlungserfolg auch von der deutschen Kanzlerin herausgestellt. Beim Thema Handel hat man eine „vernünftige Lösung“ gefunden. Aber: Das Bekenntnis, die Märkte offen zu halten und gegen Protektionismus vorzugehen, ein Klassiker jeder Gipfelerklärung, muss Trump mühsam abgerungen werden und geht nur, indem man im Gegenzug verspricht, Ungleichgewichte im internationalen Handel abzubauen. Ein Satz, von dem sich vor allem „bad“ Germany mit seinem Handelsüberschuss angesprochen fühlen darf.

Beeindruckend soll Trump die Fülle von Argumenten gefunden haben, die an ihn herangetragen wurden. Ob sie irgendetwas bewirken? Offen. „Unzufriedenstellend“ nennt Merkel das Non-Ergebnis beim Thema Klima. Es ist ein Desaster, das es auch ihr denkbar schwer macht. Der G7-Gipfel ist schlicht an Trump gescheitert. Schwierige Voraussetzungen für den G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg, bei dem es nun wohl zum Schwur kommen wird.

Trump bleibt unberechenbar

Und dann das historische 6 gegen 1. Gegen jede bisherige Tradition bricht das Gipfeldokument mit der ungeschriebenen Linie, dass nur aufgeschrieben wird, was Konsens ist. Erstmals wird Dissens nicht mehr verbrämt, sondern ausdrücklich festgeschrieben. Beim Thema Klima steht Trump isoliert da. Das soll die Botschaft sein. Sie ist auch das Eingeständnis der sechs (die EU als Gipfelteilnehmer kommt hinzu), dass man sich verkalkuliert hat. Die Hoffnung darauf, dass sich Trump mit den Monaten seines Regierens ändern werde, eine Lernkurve zu beobachten sei, er doch mehr Interesse an den Problemen der Welt gewönne, hat getrogen. Trump bleibt unberechenbar, ein mitunter rüpelhaft auftretender Kraftprotz auf der Weltbühne, auf den kein Verlass ist.

Taormina markiert den Moment der Einsicht, dass man wohlmöglich ohne Amerika wird denken müssen. Mindestens müssen sich die Sechs neue Strategien im Umgang mit Trump überlegen. Ihn einzuhegen, auf Einsicht und Zeit zu setzen, war die falsche. Trump wird an Kurs und Verhalten festhalten, solange es ihm in der Heimat nutzt, das scheint nach seinen Auftritten der zurückliegenden Woche klar.

Es geht nur so: Der Rest muss enger zusammenrücken und schauen, was ohne ihn geht. Schon ist die Rede davon, dass man sich das Pariser Klimaabkommen nicht zerstören lassen darf, auch wenn sich Trump nicht zu ihm bekennen sollte. In Kalifornien könnte man einen Partner finden, der dabei bleibt. Und längst kann man erkennen, dass Trump das beste Programm für eine Renaissance der europäischen Einigung ist. Taormina ist auch ein erneuter Weckruf für Europa, nun noch enger zusammenzurücken, seine Hausaufgaben zu machen und gemeinsam mehr Verantwortung zu übernehmen.

6 gegen 1. Wenn es sein muss kann das auch heißen: 7 minus eins. Wünschen kann sich das niemand.

Quelle: https://claudia2902.wordpress.com/2017/05/27/g7-gipfel-bilanz-italienischen-gastgeber-haben-alles-gegeben-ein-historisches-6-gegen-1/

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