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Leistungsdruck in Schulen zu hoch? Lehrerverband sieht Schuld anderswo.

12 Marzo 2017

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Leistungsdruck in Schulen zu hoch? Lehrerverband sieht Schuld anderswo.

Von Claudia von Dzerzawa    

Beim gefühlten Leistungsdruck auf Schüler tut sich laut Medienberichten zufolge in Deutschland ein Graben zwischen Ost und West auf. Vor allem Bürger der alten Bundesländer empfinden einer Umfrage zufolge den Druck auf die Kinder als zu hoch. Der Lehrerverband sieht die Schuld aber anderswo.

Spitzenreiter beim gefühlten Druck ist demnach Bayern. Dort gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der „Welt am Sonntag“ mehr als 61 Prozent der Befragten an, der heutige Leistungsdruck auf Schüler sei „zu hoch“. Es folgen Niedersachsen mit 59 Prozent und Baden-Württemberg mit 56 Prozent.

Anders sehen dagegen laut der Zeitung die Menschen in Ostdeutschland die Schulzeit. So klagte demnach in Mecklenburg-Vorpommern (26 Prozent), Thüringen (29 Prozent) und Sachsen-Anhalt (39 Prozent) nur eine Minderheit über zu hohen Druck. Betrachte man die Zahlen für Deutschland insgesamt, so ist der gefühlte Druck auch abhängig von der Gesellschaftsschicht.

Menschen mit hoher Bildung und hohem Einkommen sehen der Analyse zufolge die Lage vergleichsweise entspannt. Die mittlere und untere Mittelschicht dagegen steht demnach besonders unter Strom.

GfK-Studienleiter Klaus Hilbinger sagte: „Für die Mitte gibt es Luft nach oben und unten. Da spornen Eltern ihre Kinder besonders an: Lass Dich nicht abhängen!“ Kleine Familien klagen laut Studie besonders häufig über zu hohen Leistungsdruck. So halten 58 Prozent der Ein-Kind-Familien den Druck auf ihre Kinder für zu hoch. Unter den Zwei-Kind-Familien dagegen sind es nur 45 Prozent. Erst bei drei und mehr Kindern steigt der empfundene Druck wieder an.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, kann die Klagen der Eltern nicht nachvollziehen. In den vergangenen Jahren sei der Umfang von gefordertem Stoff und unterrichteten Stunden „dramatisch gesunken“, sagte er dem Blatt. Immer weniger Kinder blieben sitzen. Und die Abitur-Noten würden immer besser. „Wo bitteschön soll denn da der Stress sein?“, fragt Kraus. Es könne sich nur um ein „sehr subjektives Stresserlebnis handeln“.

Für die besondere Stress-Anfälligkeit von Ein-Kind-Familien hat der studierte Germanist und Kinder-Psychologe Kraus eine Erklärung: „Da muss das eine Kind alle Bildungserwartungen der Eltern erfüllen. Zur Not wird es auch ohne Eignung aufs Gymnasium geboxt.“ Versagt es dort, erlebten die Eltern das als „narzisstische Kränkung“, so Kraus. „Selbstverständlich spüren die Kinder diesen Druck.“

Quelle: https://claudia2902.wordpress.com/2017/03/12/leistungsdruck-in-schulen-zu-hoch-lehrerverband-sieht-schuld-anderswo/

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