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Die Werke von Erwin Gross in der Galerie Bernd Kugler von Innsbruck.

2 Marzo 2017

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Die Werke von Erwin Gross in der Galerie Bernd Kugler von Innsbruck.

FOCKEA, vom 10. März 2017 bis zum 22. APRIL 2017. Eröffnung: Donnerstag, 9. März 2017, um 18:00 Uhr.    

Zunächst sticht die kataraktische Bewegungsrichtung auf den großformatigen, leichthändigen Gemälden ins Auge: Alles fällt. Diese vertikale Dynamik stellt einen Grundzug im Werk von Erwin Gross dar. Sie bildet einen, wenn man so will: durchgängigen Erzählstrahl – von der Serie Wasserfall/Fontäne bis zu den Pflanzenmalereien. Auch hier, im Reich der Botanik, scheint alles zu fallen oder wenigstens kurz davor zu stehen, den letzten Halt zu verlieren und nach unten zu trudeln. Oder zu schweben? Die Malerei legt nahe, an ein solches sanftes Hinabsinken zu denken, denn ihre Textur ist oft mehr Andeutung als Niederschrift, eher Ahnung als fest umrissene Artikulation. Nirgends ein Gestus forscher Behauptung. Teils sind die über die Fläche verteilten Farben Ablagerungen von Pigmentlösungen, teils wirken sie wie durch flüchtige Berührung der Leinwand hingetupft. Und wenn in diesem losen, oft luftigen Malereigewebe je ein prägnant aufgetragener Pinselduktus auftaucht, dann zeigt er sich höchstens als flüchtiges, gleichwohl konzentriertes Dahinstreichen. Hin und wieder nimmt Gross Konkretisierungen vor. Dann umfährt er – wie in Adenia (1993) – eine tropenförmige Farbspur, um auf die fingerförmigen Blätter des Gewächses anzuspielen. Aber insgesamt erwächst vor den Augen des Betrachters ein Universum des Atmosphärischen, dessen Subtilität so weit reicht, dass es den Eindruck vollkommener Hierarchielosigkeit erweckt – als ergebe sich die malerische Kohärenz des Bildes nur deshalb, weil sich zwischen seinen Elementen flüsterndes Einverständnis eingestellt hat.

(Michael Hübl)

So hatten zum Beispiel die Fuchsienstöcke vor Madame Loiseaus Fenster die leidige Angewohnheit, ihre hängenden Zweige nach allen Seiten auszusenden, und die Blüten hatten dann nichts Eiligeres zu tun als, sobald sie groß genug dazu waren, ihre drallen violetten Backen an die düstere Kirchenfront zu lehnen. Aber niemals wurden die Fuchsien in meinen Augen dadurch von dem sakralen Charakter der Kirche miterfasst. Zwischen den Blumen und dem altersgrauen Stein, an den sie sich schmiegten, konnte mein Blick vielleicht den Abstand nicht mehr erkennen, doch mein Geist schuf zwischen ihnen eine tiefe Kluft.

(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: In Swanns Welt, Suhrkamp Verlag, 1961, trans. Eva Rechel-Mertens).

GALERIE BERND KUGLER 

BURGGRABEN 6 / II, + 43 512 561748 berndkugler.at

di – fr 13.00 – 18.00 Uhr, sa 10.00 – 12.30 Uhr

tue – fr 1.00 – 6.00 pm, sat 10.00 – 12.30 am

 

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