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Maximilian Trebo – „jeder der großen Pianisten hat irgendetwas ganz Besonderes, das sie zu richtigen Künstlern macht“

8 Novembre 2015

Maximilian Trebo – „jeder der großen Pianisten hat irgendetwas ganz Besonderes, das sie zu richtigen Künstlern macht“

Maximilian Trebo ist 1996 in Bozen geboren und begann sein Klavierstudium 2003 in der Musikschule in Gries. Von 2010-2013 studierte er im Konservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen und seit 2011 war er zudem Schüler der Steinway Academy in Verona bei Federico Gianello. Seit 2013 nimmt Maximilian Klavierunterricht bei Vincenzo Balzani.

Maximilian hat an Meisterkursen unter der Leitung von Arie Vardi, Lilya Zilberstein, Jeanette De Boe, Bernd Goetzke und Phillipe Raskin teilgenommen.

2015 machte er Abitur am Realgymnasium in Bozen, und konzentriert sich nun auf seine Ausbildung als Pianist am Konservatorium „Giuseppe Verdi“ in Mailand.

Im Rahmen eines Interviews verrät der junge Klaviervirtuose einige Details über sein Klavierspiel und seine Liebe für die Musik.

Herr Trebo, seit wann spielen Sie Klavier?

Mit 7 Jahren habe ich begonnen in der Musikschule in Gries bei Roberto Fabris  Klavierunterricht zu nehmen. Da mein Vater auch Klavier spielt haben wir einen alten Flügel im Wohnzimmer, welcher mich schon immer faszinierte.

Sie studieren in Mailand am Konservatorium Giuseppe Verdi? Wie kommen Sie nach Mailand?

Ein Klavierstudent richtet sich bei der Auswahl des Ortes nicht nach der Stadt, in der man gerne studieren möchte, sondern nach dem Professor, bei welchem man lernen möchte. Ich studiere in Mailand bei Maestro Balzani, der ein sehr erfahrener Pianist und Pädagoge ist. Er scheint ein unendliches musikalisches Wissen zu besitzen und weiß sehr genau, wie man als klassischer Pianist erfolgreich sein kann. (Einer seiner Schüler, Giuseppe Andaloro, gewann übrigens 2005 den Busoniwettbewerb)

Sie haben bereits mehrere Klavierwettbewerbe gewonnen und nun auch in Mailand beim 14. “Concorso Vidusso” den ersten Preis gewonnen. Wie erleben Sie Klavierwettbewerbe?

Für mich persönlich sind Klavierwettbewerbe wichtig, da sie mir helfen zu wachsen. Ein Wettbewerb motiviert mich solange zu üben, bis die Werke für meine Fähigkeiten auf dem höchsten Level sind. Auch die Zeit des Wettbewerbs ist sehr wichtig, da man die  Arbeit von Wochen und Monaten in nur einem Spiel der Jury präsentieren muss. Ist dies gelungen, fühlt man sich stärker und reifer.

Wettbewerbe haben jedoch einen großen Nachteil: Die Jury muss gemeinsam einen Gewinner suchen. Damit alle Jurymitglieder mit dem Ergebnis einverstanden sind, gewinnt leider oft nicht der beste Künstler, sonder der Pianist, welcher sauber und technisch perfekt spielt und eine Interpretation wählt, mit welcher jeder einverstanden sein könnte.

Welche musikalischen Werke bevorzugen Sie besonders?

Als Student versuche ich noch so viele Komponisten wie möglich besser kennen zu lernen und finde eigentlich in jeder Musikepoche und bei jedem Künstler Gefallen. Müsste ich mich jedoch auf einen Komponisten beschränken, würde ich sagen, dass Rachmaninovs Werke mich ständig aufs Neue beeindrucken.

Kann man davon ausgehen, dass Sie bald beim Busoni – Klavierwettbewerb dabei sein werden?

Als Bozner ist für mich der Busoniwettbewerb natürlich ganz etwas besonderes. Ich möchte gerne noch einige Erfahrungen sammeln und als Künstler mich noch weiter entwickeln bevor ich diese für mich sehr wichtige Hürde nehme. Mein Maestro weiß genau, wenn es dann soweit sein wird!

Wie viele Stunden üben Sie am Tag?

Bis letztes Jahr war meine Übezeit stark reduziert, da ich noch zur Schule gegangen bin. Jetzt erlaubt es mir mein Stundenplan wahrscheinlich um die 5 Stunden am Tag Klavier zu spielen. Ich übe jedoch nicht, da ich üben muss (außer vielleicht vor wichtigen Konzerten oder Wettbewerben), sondern da es mir gefällt mich bis ins Detail mit meinen Stücken zu befassen und an meinen pianistischen Fähigkeiten immer weiter zu arbeiten.

Wie erkennt man einen guten Pianisten?

Sehr schöne Frage! Ein guter Pianist sollte nicht einem „Standardpianisten“ entsprechen, sondern er sollte interessant und inspirativ spielen. Jede Note sollte einen Sinn haben und jeder Augenblick der Komposition sollte den Zuhörer fesseln.

Eine letzte Frage. Wer der großen PianistInnen ist Ihr Vorbild?

Jeder der großen Pianisten hat irgendetwas ganz Besonderes, das sie zu richtigen Künstlern macht. Deshalb beschränke ich mich beim Hören von Aufnahmen nicht auf einen Pianisten, sondern versuche von allen ihre Besonderheit zu erkennen und wertzuschätzen. Eine besondere Inspiration bei all seinen Aufnahmen gibt mir jedoch Grigory Sokolov.

 

Giornalista pubblicista, scrittore.
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