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Neonazi-Codes – Hakenkreuze auf jüdischen und islamischen Gräbern

19 Ottobre 2015

Neonazi-Codes – Hakenkreuze auf jüdischen und islamischen Gräbern

Der jüdische Friedhof in Hohenems und der islamische in Altach sind in der Nacht auf Sonntag geschändet worden. Sowohl Gebäude als auch Grabsteine wurden mit Hakenkreuzen, Nazi-Symbolen und ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Die Inhalte der Parolen wollte die Polizei nicht bekannt geben. Eine Polizeisprecherin bezeichnete sie gegenüber der APA aber als “deftig fremdenfeindlich”. Der Tatzeitpunkt am jüdischen Friedhof in Hohenems konnte nur sehr vage definiert werden. Die Sachbeschädigungen sollen zwischen Samstag, 18.00 Uhr, und Sonntag, 11.00 Uhr, begangen worden seien. In Altach dürften die Nazi-Schmierer am Sonntag gegen 5.00 Uhr am Werk gewesen sein. Die Polizei bat Zeugen, sich zu melden.

Bereits Anfang Oktober sind in Hohenems acht Gebäude und Flächen mit demselben roten Stift mit Nazi-Symbolen, -Codes und fremdenfeindlichen Parolen beschmiert worden. Auf einem Flüchtlingsheim fanden sich etwa drei Hakenkreuze und die Aufschrift “Asylflut stoppen”. Auch zahlreiche Stolpersteine im Jüdischen Viertel und die Eingangstür des Jüdischen Museums waren mit Hakenkreuzen verunstaltet.

Unglücklicherweise sind derartig beschämende Taten und Hass-Parolen Teil eines gefährlichen Trends in Europa. Gemeinsam mit der zunehmenden Propaganda von rechtsextremen Parteien stellt die Banalisierung von fremdenfeindlichen Äußerungen eine reale Bedrohung für die Demokratie dar. Die europäischen Länder sollten deshalb keine Toleranz gegenüber religiös oder rassistisch motivierten Hasstiraden walten zu lassen.

Gerade Hohenems bemüht sich um eine gute Integration aller, so betonte Amann. Nicht zuletzt eine große Zahl an guter Intitiativen in der Flüchtlingshilfe zeigen aus seiner Sicht, dass es auch ein anderes Hohenems gibt. Seit den Gemeinderatswahlen ist die Stadt gespalten, gesteht der Vizebürgermeister ein. “Die Gemeindevertretung und die Zivilgesellschaft müssen zusammenhalten”, so hofft er dennoch auf ein starkes Signal nach außen. Man darf solche Hetze nicht dulden. “Ansonsten ist es nur eine Frage der Zeit, bis erste Gewalttaten folgen.“

Im Bild: Jüdischer Friedhof in Hohenems

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