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Religions- und Werteunterricht an Südtirols Schulen fördern und unterstützen

9 Aprile 2015

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Religions- und Werteunterricht an Südtirols Schulen fördern und unterstützen

In einem gemeinsamen Beschlussantrag schlagen die Landtagsabgeordneten Tamara Oberhofer (Die Freiheitlichen) und Andreas Pöder (BürgerUnion) Maßnahmen zur Aufwertung und Förderung des Religionsunterrichts an Südtirols Schulen vor.

Der Religionsunterricht gehört zu Südtirol und seinem Schulsystem genauso wie der Geschichte- und Erdkundeunterricht. Wir dürfen uns nicht aus falsch verstandener Toleranz und stillschweigender Gleichgültigkeit an unsere eigenen Wurzeln sägen.

Der Religionsunterricht soll nicht zum geduldeten Anhängsel im Schulsystem sein, auf das man gegebenenfalls auch verzichten kann, sondern nach Möglichkeit sogar ausgebaut werden.

Der Beschlussantrag hat unter anderem auch zum Ziel, die Zahl der Befreiungen zu reduzieren und die Versetzungsrelevanz des Religionsunterrichts nach Möglichkeit einzuführen und zu stärken.

Wir wollen mit unserem Antrag eine weitere Reduzierung der Jahresstundenanzahl des Religionsunterrichts verhindern und den Religionsunterricht aufwerten um ihm wieder den Stellenwert zurückzugeben, der ihm in einer Wertegesellschaft eigentlich zusteht.

In einer Antwort auf eine Anfrage vom Juli 2014 soll der Religionsunterricht laut Umfragen ein beliebtes Unterrichtsfach sein. Der Religionsunterricht bietet den Kindern und Jugendlichen nämlich Raum und Zeit für die großen Fragen des Lebens, er vermittelt Grundwissen über den katholischen Glauben und anderen Konfessionen, bzw. Religionen, macht die Heranwachsenden mit den verschiedenen Formen des Glaubens vertraut und fördert die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit. Der Religionsunterricht prägt nicht nur die katholische Identität der Kinder und Jugendlichen, sondern ihre Identität grundsätzlich, indem ihnen im Unterricht, die kulturellen Merkmale unserer Heimat beigebracht, sogar schmackhaft gemacht werden. Und genau hier kommen die Religionslehrer ins Spiel.

Nur eine angemessene Wertschätzung kann die Motivation vieler Religionslehrer fördern, den Kindern und Jugendlichen nicht nur in der Schule, sondern auch außerhalb des Schulunterrichts beizustehen. Im Unterschied zu vielen anderen Lehrpersonen, verpflichten sich Religionslehrer als kirchliche Beauftragte ebenso zur Mitarbeit in der Seelsorge. Viele Bürger wissen z.B. nicht, dass Religionslehrer so manche Sonntagsmessen mitgestalten und dies unentgeltlich.

In letzter Zeit wird immer wieder betont, dass der Italienischunterricht im Sinne einer perfekten Zweisprachigkeit ausgebaut werden soll. Die zu investierenden Stunden sollen in einigen Schulen vom Religionsunterricht abgezogen werden. Im Dekret des Präsidenten der Republik vom 10. Februar 1983, Nr. 89 betreffend die Durchführungsbestimmungen zum Sonderstatut für Trentino-Südtirol auf dem Sachgebiet der Schulordnung in der Provinz Bozen, wird im Artikel 35, Absatz 1 darauf hingewiesen, dass der Religionsunterricht nach althergebrachter Landestradition zum Erziehungsplan der Grund- und Sekundarschule gehört und von eigenen Lehrern erteilt wird. In Absatz 2 desselben Artikels wird explizit darauf hingewiesen, dass die wöchentliche Anzahl von einer Stunde nicht unterschritten werden darf. In der Pflichtschule ist es sogar möglich, auf zwei Wochenstunden aufzustocken.

Vor einigen Jahren wurde der Religionsunterricht an einigen Schulen zugunsten des Englisch-Unterrichts gekürzt. Dies ist laut Gesetz durchaus möglich. Bis zu 20 Prozent des Jahresstundenkontingents eines jeden Faches darf laut Gesetz gekürzt werden. Im Schuljahr 2015/2016 beabsichtigt man jedoch an einigen Schulen wiederum den Religionsunterricht zu kürzen. Diesmal soll er Platz für den Italienischunterricht machen. Die möglichen 20 Prozent-Kürzungen zugunsten anderer Fächer sollen laut Informationen immer wieder lediglich den Religionsunterricht betreffen. Dies führt bei viele Schülern und Eltern zu einer unterschwelligen Vermittlung, dass der Religionsunterricht im Vergleich zu anderen Fächern keine Bedeutung hat. Dies ist nicht nur ein Zeichen von Geringschätzung gegenüber den Religionslehrern, sondern es ist sicher auch ein Grund für den Anstieg der Befreiungen vom Religionsunterricht bei den einheimischen Schülern. Der Religionsunterricht scheint aufgrund der momentanen Entwicklungen in der Gesellschaft so langsam ausgedient zu haben.

Aus diesem Grund sind, im Sinne aller Südtiroler und der landestypischen Kultur, weitere Kürzungen und Beschneidungen des Religionsunterrichts nicht weiterhin tragbar und strikt abzulehnen. Deshalb fordern die Bürgerunion und die Freiheitlichen in einem gemeinsamen Beschlussantrag, welcher bei der kommenden Landtagssitzung behandelt wird, die Stärkung des Religionsunterrichts an Südtirols Schulen, die Unterbindung weiterer Kürzungen, die Überprüfung und mögliche Einführung der Versetzungsrelevanz des Religionsunterrichts, sowie die Befreiungsmöglichkeiten auf ein bewertungsfähiges Fach zu reduzieren, heiß es im Beschlußantrag von L. Abg. Tamara Oberhofer  und L. Abg. Andreas Pöder.

 

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