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Neue Sonderausstellung im Frauenmuseum von Meran

6 Dicembre 2014

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Neue Sonderausstellung im Frauenmuseum von Meran

Unsichtbare Heldinnen – Frauenfront im 1. Weltkrieg

Eröffnung am Freitag, 12. Dezember, 19 Uhr mit Museen-Landesrat Florian Mussner

Das Frauenmuseum in Meran nimmt anlässlich des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren die Gelegenheit wahr, die Situation der Frauen im Raum Meran-Burggrafenamt und darüber hinaus in jener Zeit zu beleuchten, in der Frauen im Ersten Weltkrieg aktiv waren und als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden.

Mit Kriegsausbruch 1914 sahen sich die Männer vielfach unmittelbar gezwungen, ihre bisherigen Arbeitsplätze in Industrie und Landwirtschaft zu verlassen.

Zurück in der Heimat verblieben daher alte Menschen, Kinder und Frauen. Letztere mussten zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben auch jene ihrer kämpfenden Männer übernehmen. Die überwiegende Mehrheit der Frauen war dem harten Los des Arbeiterinnenschicksals ausgesetzt. Frauen wurden nun zunehmend als „Männerersatz“ herangezogen.

Daher scheint es verständlich, dass gerade die Frauen aus dem Ersten Weltkrieg mit gestärktem Glauben an sich selbst hervorgingen und zu Recht darauf hofften, durch ihren Einsatz einen gewaltigen Schritt hin zur Gleichberechtigung und Anerkennung ihrer Leistungen getan zu haben. Auch wenn in vielerlei Hinsicht sich die Hoffnungen der Frauen letztlich nicht erfüllt haben.

Die neue Sonderausstellung „Unsichtbare Heldinnen – Frauenfront im 1. Weltkrieg“ im Frauenmuseum in Meran widmet sich diesen Themen, nicht zuletzt auch deshalb, da im weltweiten Rückblick auf die Geschehnisse der Jahrhundertkatastrophe den Frauen verhältnismäßig wenig Beachtung geschenkt wird.

Gezeigt werden originale Objekte, großflächige Fotos aus dem Stadtarchiv von Meran, Auszüge aus Zeitungsberichten und Dokumente aus den Kriegsjahren, die alle das damalige Leben im Krieg widerspiegeln.

Im Einzelnen werden folgende Themenbereiche in der Ausstellung behandelt: Meran vor und während des Kriegesausbruchs; Berufe, vielfältige Arbeitsbereiche und Selbstmobilisierung der Frauen; Alltagsleben – Frauen erhalten die Familie; Kriegspropaganda – Kriegsverherrlichung; Krieg: Liebe und Prostitution; Frauen gegen Krieg – Friedensaktivistinnen.

Zur Ausstellung gibt es auch ein umfangreiches Rahmenprogramm (siehe PDF im Anhang), das mit einem Vortrag am 23. Jänner 2015 zum Thema „Katastrophenjahre. Der Erste Weltkrieg und Tirol“ beginnt. Details dazu gibt es auf der Homepage des Frauenmuseums www.museia.it.

Die Ausstellung „Unsichtbare Heldinnen – Frauenfront im 1. Weltkrieg“ kann vom 12. Dezember 2014 bis zum 31. Juli 2015 im Frauenmuseum Meran besucht werden und zwar von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 12:30 Uhr.

Informationen: Frauenmuseum, Meinhardstraße 2, Meran, Tel. 0473 231216, info@museia.it, www.museia.it

UNSICHTBARE HELDINNEN

FRAUENFRONT IM 1. WELTKRIEG

Im Sommer 2014 jährte sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers und seiner Gemahlin in Sarajevo dem Königreich Serbien den Krieg. Der anfangs lokale Krieg weitete sich in einen kontinentalen Krieg aus und eskaliert bald zu einer weltweiten Katastrophe, der die staatlichen Verhältnisse in Europa und dem beteiligten Osten grundlegend veränderte.

Jedes Alltagsleben wurde jäh unterbrochen, der Kampf dauerte vier Jahre und forderte über 9 Millionen Menschenleben. Da bis zu 90% aller Männer zur Front einberufen wurden, war die weibliche Bevölkerung größtenteils zuhause und versuchte mit allen Mittel, die fehlende Männerkraft zu ersetzen. Die Frauen mussten zusätzlich noch zu ihren täglichen Arbeiten im Haushalt und bei der Kindererziehung neue Aufgaben und Pflichten bewältigen: in der Landwirtschaft und im Obstbau, im Dienst in bis dahin traditionellen Männerberufen, als Krankenschwestern oder direkt im Kriegsdienst.

Eine innere Front der Zivilbevölkerung, die sogenannte „Heimatfront“ hatte sich aufgetan. Frauen und Kinder mobilisierten sich in allen Lebensbereichen. Da Frauen sich mehr und mehr auch im direkten Umkreis des Kampfgeschehens aufhielten, kam es zu einer „Verwobenheit und Untrennbarkeit, von einem Ineinandergreifen von Front und Heimatfront oder Hinterland“.

Den „Unsichtbaren Heldinnen“ der Kriegs- und Heimatfront ist die neue Sonderausstellung im Frauenmuseum gewidmet.

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