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Keine dritte Amtszeit für Brixens Bürgermeister

17 Novembre 2014

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Keine dritte Amtszeit für Brixens Bürgermeister

Albert Pürgstaller will bei den Wahlen im Mai nicht mehr antreten

Albert Pürgstaller steht für eine Wiederkandidatur bei den Gemeindewahlen im kommenden Mai nicht zur Verfügung. Diese Entscheidung teilte der amtierende Bürgermeister heute Abend dem Koordinierungsausschuss der SVP Brixen mit. Nach 25 Jahren politischem Engagement auf Gemeinde- und Landesebene möchte sich Pürgstaller aus der Politik zurückziehen und wieder Privatmensch sein.

Er habe schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken gespielt, sich nach dieser Amtsperiode aus der Politik zurückzuziehen, erklärte Pürgstaller den Mitgliedern des höchsten SVP-Gremiums auf Gemeindeebene. Pürgstaller bedankte sich bei seinen Funktionärinnen und Funktionären für die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Weg, den er bis zu den Gemeindewahlen im Mai natürlich noch mit Engagement weitergehen werde. Die Bilanz der letzten 10 Jahre könne sich durchaus sehen lassen, resümierte Pürgstaller und zeigte einige der wichtigsten Meilensteine seiner Amtszeit auf:

Die größten Investitionen erfolgten im Bildungs- und Kulturbereich: Sämtliche Schulen sind saniert bzw. werden derzeit noch für die nächsten 20 Jahre gerüstet. Die italienische Musikschule steht, das Projekt für die deutsche ist in Ausarbeitung und wird 2016 umgesetzt. Weiters wurden in mehreren Fraktionen Mehrzweckgebäude geschaffen. Mit dem Programm Forum Cultur, dem Jazzsommer, dem Jahresprogramm der StadtGalerie, den internationalen Orgelwettbewerben sowie dem Start des Landes-Jugendsymphonieorchesters und des Landesjugendchores wurde ein hochwertiges und umfangreiches Kulturprogramm für die Stadt auf die Beine gestellt.

Im Bereich der Mobilität war Brixen die erste Gemeinde Südtirols mit einem Citybus-Dienst für Stadt und Fraktionen. Was die Straßenbauten anbelangt, so steht die Westumfahrung vor der Fertigstellung, der Bau der vollwertigen Autobahnausfahrt Brixen Süd samt Lärmschutzprogramm wird demnächst angegangen, so die Aussagen der Autobahnverwaltung, und die Arbeiten für die Umfahrung St. Andrä sind für 2016 geplant.

Im Energiebereich haben die Stadtwerke ihre Position gefestigt und gehören heute als einer der größter Dienstleistungsträger Brixens zu den Top-Unternehmen in Südtirol. Zu den historischen Aufgaben gesellten sich der Fernwärmebereich, der Datenbereich, die Acquarena und das Forum; auch ein Übereinkommen mit der SEL wurde erzielt.

Im Bereich Wirtschaft wurde ausreichend Gewerbebauland ausgewiesen, die Anbindung der Industriezone wurde realisiert. Im Tourismus war Brixen Vorreiterin mit der Brixen Card, die Markenbotschaft „Stadt und Berg“ hat sich als richtig erwiesen: Am Ploseberg sind eine Reihe von Erlebnisattraktionen entstanden, die Fahrgastzahlen der Plosebahn sind im Sommerbetrieb von 17.000 auf über 110.000 angestiegen. Brixen punktete auch mehrfach als Veranstaltungsort im internationalen Rampenlicht, man denke an die Urlaubswoche von Papst Benedikt XVI., die U18-Leichtathletik-WM 2009, den IMS, den Brixen Dolomiten Marathon, den Stricker Sprint oder andere Veranstaltungen, die nach Brixen geholt wurden. Das Stadtmarketing steht nach langer Vorbereitungsphase kurz vor der Umsetzung.

Nennenswerte Errungenschaften im sozialen Bereich sind der Sozialsprengel, das Obdachlosenheim, die Dementenstation und die erzielte Lösung für die Unterbringung des Hauses der Solidarität. Brixen gehört in Sachen Integration von Mitmenschen zu den Schrittmachern im Lande.

Im Bereich Sport hat die Gemeinde 6 Sportplätze saniert bzw. neu gebaut. Neu geschaffen wurden Bolzplätze in  den Fraktionen sowie Trendsportplätze im Stadtzentrum, die Kletterhalle sowie mehrere Turnhallen.

Im Bereich Zivilschutz wurden alle Feuerwehrhallen (9 an der Zahl) für die nächsten 30 Jahre fit gemacht,  der Gefahrenzonen-, Zivilschutz- und Alarmplan genehmigt und das Projekt Stadt Land Fluss bis zum Ausführungsprojekt begleitet.

Was die Vereinstätigkeit anbelangt, so haben die 259 Vereine in der Gemeinde Brixen einen verlässlichen Ansprechpartner gefunden.

Im Umweltschutz ist die Gemeinde Brixen mit dem neuen Abfallsammelsystem Vorreiterin. Genehmigt wurde außerdem der CO2-Reduzierungsplan,  die Feinstaubproblematik gehört dank der verschiedenen Maßnahmen im Mobilitäts- und Energiebereich der Vergangenheit an.

Im Bauwesen wurde der Bauleitplan erarbeitet und umgesetzt, ebenso der Ensembleschutzplan sowie mehrere Fachpläne. Voraus gegangen ist die Erarbeitung eines Leitbildes und des Masterplans mit einem breiten und intensiven Dialogprozess.

Überhaupt war der Dialog mit der Bevölkerung ein zentrales Anliegen der letzten 10 Jahre: Mit dem Bürgerschalter war Brixen die erste Gemeinde in Südtirol, die eine Informations- und Kommunikationsschnittstelle (mit digitalem Kundenservice!) zwischen Gemeinde und Bürger/innen geschaffen hat. Mit einer umfangreichen Informationsarbeit, regelmäßigen Bürgerstammtischen und Veranstaltungen wie „Brixen im Dialog“ wurde ein regelmäßiger Austausch mit den Brixnerinnen und Brixnern gefördert.

Nicht alles ist gelungen

Pürgstaller verwies aber auch auf eine Reihe von großen und wichtigen Baustellen, an denen noch gearbeitet wird bzw. deren Umsetzung sich als mühevoll und nicht zufriedenstellend erweist, so etwa die Verlegung der Hochspannungsleitungen aus den bewohnten Gebieten, für die man derzeit auf einen endgültigen Abschluss der Verträge hofft. Ein Wermutstropfen ist auch der Stillstand beim Übergang der Staatsimmobilien an das Land. Hier wartet die Gemeinde seit 2009 auf die Einlösung des Versprechens, damit endlich das Ausführungsprojekt für den Bau der neuen Stadtbibliothek auf dem Domplatz angegangen werden kann. Nach wie vor bedauere er, so Pürgstaller, dass die Bevölkerung nicht vom Projekt der Seilbahnverbindung auf die Plose  überzeugt werden konnte. Der Wunsch, dass eine Verbindung zwischen Stadt und Berg realisiert wird, sei allerdings nach wie vor in breiten Teilen der Bevölkerung spürbar. Bis zu den Wahlen im Mai wolle die Gemeinde deshalb auf jeden Fall auf eine Grundsatzentscheidung  hinarbeiten. Auch bei der Aufwertung des Lido-Areals und der Umsetzung des Projektes Hofburggarten sei man nicht wie gewünscht vorangekommen.

Bis zur Wachablöse im Mai werde er seinen Auftrag mit Einsatz fortführen, um dann für eine geordnete Übergabe zu sorgen. Der Haushalt 2015, so Pürgstaller, stehe in seinen Grundsätzen fest. Er bedanke sich besonders bei seinen Mitarbeiter/innen und den Weggefährten im Stadtrat sowie bei allen, die in den letzten 10 Jahren aktiv für das Gemeinwohl der Brixnerinnen und Brixner mitgearbeitet haben. Der Stadt Brixen und der SVP Brixen wünsche er eine Führung, die sich diesem Ziel weiterhin verpflichtet fühlt. Er freue sich, ab Mai wieder Privatmann zu sein. Er werde nach 25 Jahren Politik in die Privatwirtschaft zurückkehren und dort seine Erfahrungen einbringen, heißt es in einer Presseaussendung.

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