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Hat Deutschland kaum gute Lehrer?

22 Agosto 2014

Hat Deutschland kaum gute Lehrer?

“Deutschland hat kaum gute Lehrer”, so schreibt der aktuelle Hochschul-Bildungsreport .

Auf den Lernerfolg des einzelnen Schülers hat es so gut wie keine Auswirkungen, ob er in einer Klasse mit 30 oder 13 Mitschülern sitzt, ob er von acht bis 18 Uhr betreut wird oder doch nur bis mittags, oder ob er gemeinsam mit Haupt- und Realschülern lernt oder doch nur mit Gymnasiasten, so der Hochschul-Bildungsreport.

So soll es der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie bereits vor einigen Jahren bewiesen haben. Hätte man sich seine Theorien auch hierzulande zu Herzen genommen, würde man sich zahlreiche Kapriolen und Flickschustereien an den deutschen Bildungssystem schenken können, so wird behauptet. Von der finanziellen Situation einer Schule über den angeblichen Vorteil von Privatschulen bis zur die Klassengröße. Hattie hat für seine Studie “Visible Learning” mehr als 800 Metaanalysen zum Thema Bildung und Bildungsfortschritt analysiert, insgesamt gut 50.000 Einzelstudien mit 250 Millionen Schülern. Rund 140 verschiedene Faktoren, die für den Lernerfolg verantwortlich sein sollen, hat er analysiert. Von der finanziellen Situation einer Schule über den angeblichen Vorteil von Privatschulen bis zur die Klassengröße. Ausschlaggebender Punkt sei immer der Pädagoge, der das Wissen vermittelt, so Hatties Ergebnis. Wer einen guten Lehrer hat, lernt viel – unabhängig von Schulform oder sonstigen Strukturen. Doch das Problem ist: Deutschland hat kaum gute Lehrer. Das behauptet zumindest der Hochschul-Bildungs-Report, ein Gemeinschaftsprojekt von Stifterverband und McKinsey. Denn die Lehrerbildung nimmt immer mehr ab. Schon im Jahr 2011 waren Lehrer Schlusslicht beim Hochschulbildungs-Index. Seitdem hat sie sich noch mehr verschlechtert, so wird behauptet.

Mein Fazit: Dieser Artikel ist meiner Meinung nach sehr unverständlich verfasst. Da frage ich schon: bewusst oder unbewusst?

“Doch das Problem ist: Deutschland hat kaum gute Lehrer. Das behauptet zumindest der Hochschul-Bildungs-Report, ein Gemeinschaftsprojekt von Stifterverband und McKinsey. Denn die Lehrerbildung nimmt immer mehr ab.”
Diesen Satz würde ich so interpretieren, dass der Hochschulbildungsindex die Qualität der Studierenden bewertet. Das ist meiner Meinung nach aber falsch. Er bewertet die Studienbedingungen. Nur weil die Studienbedingungen verhältnismäßig schlecht sind, kann man daraus wohl kaum ableiten, dass Lehrer bzw. Dozenten “kaum gut” wären. Das behauptet der Report auch nicht im Wortlaut, die Aussage ist schlichtweg falsch. Das ist kein qualitativ hochwertiger Journalismus.
Allgemein scheint es Deutschland aber leider auch zunehmend an gutem Journalismus zu fehlen. Hat Deutschland vielleicht die falschen Redakteure? Nein. Zu so einer verpauschalisierenden Aussage möchte ich mich erst gar nicht hinreißen lassen.
Dass sich überdurchschnittlich viele mittelmäßige Abiturienten für das Lehramtsstudium entscheiden ist dennoch Fakt.

a) sagt der Schnitt nicht zwangsweise alles über die akademische Entwicklung voraus und

b) muss man dann auch hinterfragen, wie viele dieser “schlechten” Abiturienten den doch recht anspruchsvollen Weg bis zum ersten Staatsexamen über zwei Jahre Referendariat letztendlich auch durchziehen und am Ende vor der Klasse stehen.
Natürlich ist es schade, dass sich verhältnismäßig wenige “Eliteabiturienten” für den Beruf entscheiden. Es liegt aber nicht an der Attraktivität des Berufes – Gehalt und die Sicherheiten bei Verbeamtung sind nicht die schlechtesten. Ein Grund ist vielleicht das fehlende “Marketing” für dieses doch recht schöne Berufsfeld.

Lassen Sie die kommende Generation erst einmal machen. So schlecht sind wir nämlich gar nicht.

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