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Gefährliches Wundermittel MMS in Südtirol „Warum gibt es keinen Aufschrei?“

11 Agosto 2014

Gefährliches Wundermittel MMS in Südtirol „Warum gibt es keinen Aufschrei?“

MMS, das „Wunderheilmittel“ von Jim Humble, so schreibt die Tageszeitung Onlien. In deutschen Medien gab es in den vergangenen Monaten einen Aufschrei. Ärzte warnen vor der Einnahme der Substanzen. Auch in Südtirol ist das Mittel nun im Umlauf.

Rudolf Gruber lässt mit seiner Aussage aufhorchen und diese schockiert: „Ja, das gibt es auch bei uns.“ Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe setzt in seiner Privatpraxis „prosalus“ in Bruneck, die er mit dem Arzt Wilfried Griessmair betreibt, auf chinesische Medizin mit Akupunktur und auf europäische Naturheilverfahren.
Der Komplemetärmediziner weiß: „MMS wird auch von Südtirolern gekauft und eingenommen. Die Flaschen werden über Internet bestellt.“ Auch Maria Paregger, Fachärztin in Homöopathie in Bozen, bestätigt: „Ich weiß von einem Patienten, das er dieses Mittel während seiner Afrika-Reisen einnimmt. In exakter Dossierung, sagte er.“
MMS; das „Wunderheilmittel“ von Jim Humble: Deutsche Medien, wie Spiegel oder ARD haben in ihren Reportagen in den letzten Monaten massiv gegen die Einnahme dieser Produkte gewarnt. Journalisten haben in der speziellen Alternativszene verdeckt recherchiert und haben Schockierendes zu Tage gebracht. Es wird ein Spiel mit Schwerkranken betrieben.
Ärzte sind zu Wort gekommen, die schwere gesundheitliche Schäden aufzeigten. Auch das zuständige Bundesinstitut warnt vor der Anwendung als Arzneimittel. Das Institut weist darauf hin, dass dieses und vergleichbare Produkte mit Natriumchlorit als arzneilich wirksamer Bestandteil in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen sind. Tatsächlich gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die irgendeine positive Wirkung von MMS belegt und auch für Jim Humbles zahlreiche „Erfahrungsberichte“ finden sich keinerlei Nachweise.
Trotz allem floriert der Internetmarkt.Der amerikanische Jim Humble behauptet, sein Mittel hilft gegen fast alle Krankheiten, angefangen von Aids, Krebs, Herpes, Demenz und sogar bei Autismus bei Kindern. Schädliche Bakterien, Viren, Schimmel- und Hefepilze sowie Parasiten tötet das Mittel laut Humble ab. Eltern verabreichen ihren Kinder das Mittel auch mit Einläufen, deutsche Medien und Ärzte sprechen von „Folter“. Denn besonders Kinder können durch Verätzungsrisiken gefährdet werden.

MMS ist in mehreren Ländern Europas verboten, in Kanada und den USA raten dieGesundheitsbehördenebenfalls von der Verwendung ab. Die deutschen Medien zitieren Ärzte: Nach der Einnahme der Substanz ist es bereits zu schweren Darmdefekten gekommen, Fälle von Schmerzen, Erbrechen und Durchfall, Nierenversagen usw. sind bekannt.
Trotz vielzähliger Warnung hat Humble eine große Anhängerschaft:1.000de nehmen seine Präparate ein. Seine Bücher sind Bestseller. Auf vielen Internetportalen sind Erfahrungsberichte zu lesen, und es haben sich MMS Selbsthilfeforen gegründet. Der Internetmarkt floriert.
Über diesen Weg hat das „Wunderheilmittel“ nun auch Südtirol erreicht. Bestellt man die Substanz, so erhält man zwei Flaschen. „Man muss sich das Mittel dann selbst zusammenmischen. Es sind keine Anweisungen über die Dosierungen angegeben“, so schildert Gruber. Er steht alternativen Heilmitteln sehr aufgeschlossen gegenüber. „Und ich teste alles, was ich verabreiche, über neurophysiologische Muskeltests am Patienten selbst aus, bevor ich es empfehle“, sagt er. Bei dieser Substanz hat er aber keine heilende Wirkung festgestellt. „Ob und wie das Chlordioxid im menschlichen und tierischen Organismus wirkt, ist leider wissenschaftlich überhaupt nicht bekannt. Auch wenn es nicht schaden würde, ist dies noch lange kein Grund, es deswegen einzunehmen. Jedes medizinische Mittel braucht zwingend einen eindeutigen Sicherheits- und Erfolgsnachweis“, so Gruber.
Auch er distanziert sich vom Gemisch: „MMS wird ohne Skrupel als Wundermittel für verschiedene Anwendungen vertrieben. Ich habe große Schwierigkeiten mit diesem Präparat und den damit zusammenhängen zwielichtigen Aktionen. MMS ist und bleibt chemisch eine giftige Lösung von 28 Prozent Natriumchlorit in Wasser“, unterstreicht er. Und ein weiterer Arzt fügt hinzu: „Bei Mitteln, die gegen fast alle Krankheiten helfen sollen, ist immer Vorsicht zu genießen.“
Gruber warnt zudem vor Verwechslungen: „MSM, Methylsulfonylmethan bzw. organischer Schwefel, und MMS, Miracle Mineral Supplement, werden oft verwechselt. MSM, also organischer Schwefel, wird sehr lange schon medizinisch erfolgreich zur Leberentgiftung eingesetzt. Im Schlepptau dieses bewährten Therapiekonzeptes wird nun versucht, MMS salonfähig zu machen“, schildert Gruber.
Auch andere Homöopathen und Ärzte in Südtirol erklären, dass sie von solchen Mischungen Abstand nehmen. Und diese sagen: „Aber es gibt auch in Südtirol eine Vielzahl von Quacksalbern, die sich mit ein paar wenigen Kursen als Homöopathen bezeichnen und in einem Kämmerlein agieren. Und bei deren Methoden oder Praxen gilt es große Vorsicht walten zu lassen.“
In Deutschland wird also massiv gegen dieses Mittel gewarnt.
Warum gibt es aber hierzulande keinen Aufschrei? „Zu uns kommt immer alles etwas später“, meint dazu Gruber.

 

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