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„Le cör dla ćiasa“, Ausstellung zur Stube im Museum Ladin eröffnet

21 Luglio 2014

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„Le cör dla ćiasa“, Ausstellung zur Stube im Museum Ladin eröffnet

Der Stube, jahrhundertelang Herzstück des Hauses in Ladinien sowie in ganz Tirol, ist die Hauptausstellung 2014 des Museum Ladin Ćiastel de Tor in St. Martin in Thurn gewidmet. Die Sonderausstellung „Le cör dla ćiasa – Die Stube im Gadertal“ wurde am Freitag, 18. Juli 2014, vom Landesrat für ladinische Kultur und Museen Florian Mussner eröffnet.

Die Stube war über Jahrhunderte der Mittelpunkt des Hauses in Ladinien und in ganz Tirol, das einzige beheizte Zimmer und der Ort, an dem sich das soziale Leben der ganzen Familie abspielte. Daher ist die Stube in den nächsten Monaten die Protagonistin der neuen Sonderausstellung “Le cör dla ćiasa – Die Stube im Gadertal”, die am Freitag, 18. Juli 2014, im Museum Ladin Ćiastel de Tor in St. Martin in Thurn eröffnet wurde. Anwesend waren der Landesrat Florian Mussner, die Kuratorin Katharina Moling und der Kurator und Museumsdirektor Stefan Planker. „Ausstellungen wie diese zur Stube zeigen einmal mehr, dass die Südtiroler Museen die Besonderheiten und Kultur unseres Landes erforschen und sie als Grundlage für die Zukunft lebendig erhalten möchten,“ so Landesrat Mussner.

Drei Kernthemen hat diese Sonderausstellung: die architektonische Entwicklung der Stube, die typischen Objekte, die sie charakterisieren, und die Bräuche und Traditionen die mit ihr verbunden sind. Diese und andere spannende Einblicke gibt die Ausstellung anhand von Fotografien, Texten, Objekten, originalen Dokumenten und einigen interaktiven Stationen.

Im ersten Ausstellungsbereich zeigt eine fotografische Dokumentation von über 40 Gadertaler Stuben die Entwicklung in der Architektur, von den ältesten Stuben im 16. Jahrhundert bis zu denen aus dem 19. Jahrhundert. Bedeutend ist, dass die erste schriftliche Quelle, in der eine „stupa“ (Stube) erwähnt wird, auf das Jahr 1194 zurückgeht. Einige der Stuben wurden ausgewählt weil sie unter Denkmalschutz stehen, andere auf Empfehlung der Besitzer. Die dargestellten Stuben – viele von ihnen zum ersten Mal gezeigt – hat Alfred Erardi fotografiert. Diese Fotoreihe wird begleitet von Informationstexten von Helmut Stampfer.

Die einzelnen Bestandteile einer Stube wie der Ofen und die Ofenbank, der sogenannte „Herrgottswinkel“ – ein von Bildern des Herzens Jesu, Maria und Sterbebildchen umgebenes Kruzifix – Tische, Truhen und Erinnerungsstücke an Verstorbene stehen im Vordergrund eines zweiten Ausstellungsbereichs. Fehlen dürfen auch nicht die Pendeluhr, Schränke und Kommoden in unterschiedlichen Formen und Größen und natürlich die Holztäfelung („tafladöra“). Diese typischen Elemente werden von den Begleittexten des Volkskundlers Hans Grießmair erklärt. Rekonstruktionen von Stuben werden nicht gezeigt – das Konzept sieht vor, dass einzelne Objekte und Momente beleuchtet werden und somit eine Detailaufnahme in und rund um die Stube entstehen kann.

Auf Gewohnheiten, Rituale und Traditionen, die mit der Stube verbunden sind, konzentriert sich ein letzter Teil der Sonderausstellung, mitgestaltet vom Anthropologen Emanuel Valentin durch seine Informationstexte. Die Stube war der Gemeinschaftsraum schlechthin, an dem sich die Familie zum Essen versammelte, Freunde empfangen wurden und man das Mittagsschläfchen hielt. Im Winter, als die Arbeit auf den Feldern ruhte, widmete man sich verschiedenen Handarbeiten, die nur in der warmen Stube verrichtet werden konnten: spinnen, weben und Brot backen. Die Ausstellung präsentiert die Geräte, mit denen damals gearbeitet wurde.

Auch jene Objekte, die von den verschiedenen Bräuchen zeugen, werden vorgestellt. Der Nikolaus, das Christkind, die „vedla donacia“ oder „poscinara“ (eine als Hexe verkleidete Frau, die das alte Jahr mit dem Besen auskehrte) – sie alle kamen in die Stube. Bei einem Todesfall wurde in diesem Raum der Sarg mit dem Verstorbenen, bedeckt mit einem reich bestickten Leichentuch, ausgestellt. Ein ganz spezieller Brauch sah vor, dass dem Verstorbenen seine Zähne mit in den Sarg gegeben wurden. Diese Zähne hatte man zu Lebzeiten, sobald einer ausgefallen war, in eine Spalte oder ein Loch der Stubenwand gesteckt. Tatsächlich kann der Boden einer Stube die eine oder andere Überraschung bieten: im Jahr 2008 sind während Restaurierungsarbeiten an einer Stube in Ćiampidel bei St. Kassian Dokumente und Objekte, unter denen ein Brief aus dem Jahre 1948 und ein Rosenkranz waren, aufgetaucht. Beide werden jetzt ausgestellt.

Die Sonderausstellung „Le cör dla ćiasa – Die Stube im Gadertal“ im Museum Ladin Ćiastel de Tor in St. Martin in Thurn ist vom 19. Juli bis zum 31. Oktober 2014 und nach der saisonalen Pause des Museums, vom 26. Dezember 2014 bis zum 5. April 2015 geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

Informationen: Museum Ladin Ćiastel de Tor, Torstraße 65, St. Martin in Thurn, Tel. 0474 524020, www.museumladin.it

 

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