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„Neobiota. Artenvielfalt von Menschenhand“

23 Giugno 2014

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„Neobiota. Artenvielfalt von Menschenhand“

Wanderausstellung des AVS im Naturmuseum Südtirol eröffnet

Bis zum 21. September 2014 macht die Wanderausstellung des AVS „Neobiota. Artenvielfalt von Menschenhand“ Station im Naturmuseum Südtirol. Die Ausstellung zeigt auf amüsante Weise die Ergebnisse von zwei Jahren Müllforschung in unseren Bergen anhand der naturwissenschaftlichen Methoden zur Untersuchung von Neobiota (Lebewesen, die sich in einem neuen Umfeld verbreiten). Die Ausstellung wurde am Freitag, 20. Juni, im Naturmuseum eröffnet.

Zwei Sommer lang haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referates für Natur und Umwelt des Südtiroler Alpenvereins AVS den Müll in unseren Bergen untersucht. Besonders interessant ist dabei die naturwissenschaftliche Methode, mit der sie die Müllforschungen angingen. Sie betrachteten die Müllvorkommen als Neobiota (Lebewesen, die sich in einem neuen Gebiet verbreiten) und dokumentierten, bestimmten und beobachteten die vom Menschen eingeschleppten neuen Arten, wie z.B. die „Pyxis metallica“, „Lagona plastica“ oder den „Fusulus nicotianus consumptus“… Wo finden sie sich gehäuft? Kennt man sie für diese Lebensräume schon lange? Die Ergebnisse der Forschungen sind nun unterhaltsam aufgearbeitet in der Wanderausstellung „Neobiota. Artenvielfalt von Menschenhand“ des AVS zu sehen.

Das Naturmuseum Südtirol ist die erste Station der Wanderausstellung. Neben der Vermittlung von naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden und Naturwissen liegt es dem Museum auch am Herzen, ein verantwortliches Umweltbewusstsein zu fördern. Im Sommer schauen viele Menschen, die in ihrer Freizeit gerne Wandern, Radfahren oder Klettern, im Naturmuseum vorbei, wo sie zusätzliche Informationen erhalten – und auch Alternativen für Regentage. „Wer die Natur Südtirols und die wissenschaftliche Vorgangsweise kennen gelernt hat, kann sich in der Wanderausstellung über die witzige Übertragung der Neobiota auf die Müllvorkommen amüsieren. Die Wanderausstellung des AVS verknüpft auf unterhaltsame Weise Naturforschung und Umweltschutz“, freut sich der Direktor des Naturmuseum Vito Zingerle.

Die Ausstellung lässt sich in diesem Sinne auch andersherum erleben: Anhand der hieb- und stichfesten Müllforschung erfahren die Besucherinnen und Besucher Details aus der Naturforschung, humorvoll gebrochen durch das Prisma des Umweltschutzes.

„Derartige Kooperationsprojekte zeigen, dass sich das Naturmuseum und die Landesmuseen insgesamt in einem dichten kulturellen und wissenschaftlichen Netzwerk bewegen und zur Vermittlung wichtiger gesellschaftspolitischer Themen einen großen Beitrag leisten können“, hält Karin Dalla Torre als Direktorin des Betriebes „Landesmuseen“ fest und dankt dem Kooperationspartner AVS.

In der Wanderausstellung sind neben den neuen Müllarten auch Kurzfilme aus dem Müll-Labor zu sehen, die die Müllforscher bei ihrer Arbeit zeigen. Wer mehr Fakten sucht, findet den aktuellen Stand zur Verbreitung. Das Müll-Memory oder die „Neobiota“-Tastbox sprechen vor allem die Kinder an.

Die Wanderausstellung „Neobiota. Artenvielfalt aus Menschenhand“ wurde am Freitag, 20. Juni, im Naturmuseum Südtirol eröffnet und kann bis zum 21. September 2014 kostenlos besichtigt werden.

Bei der Eröffnung waren anwesend: die Direktorin der Abteilung Museen und des Betriebes „Landesmuseen“ Karin Dalla Torre, der Präsident des Alpenvereins Georg Simeoni, der Direktor des Naturmuseum Südtirol Vito Zingerle, der Projektleiter des AVS Stefan Illmer, die Mitarbeiterin des Referats Natur und Umwelt des AVS Judith Egger und der Referatsleiter Natur und Umwelt Markus Breitenberger.

Wissenschaftliche Beschreibung der Neobiota

Als Neobiota (Singular „Neobiont“) bezeichnet man in der Wissenschaft gebietsfremde Arten, welche einen bestimmten geographischen Raum besiedeln, in dem sie nicht heimisch waren. Man unterscheidet zwischen Neophyten (Pflanzen), Neozoen (Tieren) und Neomyceten (Pilzen). Ihre Einschleppung und Ausbreitung erfolgt beabsichtigt oder unbeabsichtigt durch den Menschen. Alle Arten, die nach dem Jahr 1492 – dem Jahr der Entdeckung Amerikas, in ein neues Gebiet eingeführt oder eingeschleppt wurden, werden als Neobiota bezeichnet. Dieses Schlüsselereignis stellt den Beginn des verstärkten transkontinentalen Handels dar, welcher u. a. zur Einfuhr zahlreicher Zier- und Nutzpflanzen (z.B. Kartoffel) nach Europa geführt hat. Verursacht durch die zunehmende Globalisierung hat die Anzahl eingeschleppter Neobiota in den letzten Jahrzehnten sehr stark zugenommen. Einige Neobiota, welche sich rasch ausbreiten und heimische Arten verdrängen sowie Lebensräume verändern, werden als invasive Arten bezeichnet. Sehr invasive Arten, die Kulturpflanzen stark schädigen (v.a. Insekten und ihre Raupen) oder Gesundheitsschäden bei Menschen bewirken, versucht man mit unterschiedlichen Methoden einzugrenzen.

Weitere Informationen im Naturmuseum Südtirol, Bindergasse 1, 39100 Bozen, Tel. 0471 41 29 60 und im Internet unter www.naturmuseum.it.

Das Naturmuseum Südtirol ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Foto/Neobiota Eröffnung: v.l.n.r. Stefan Illmer (Projekleiter AVS), Karin Dalla Torre (Direktorin Abteilung Museen), Markus Breitenberger (AVS), Judith Egger (AVS), Vito Zingerle (Direktor Naturmuseum Südtirol), Georg Simeoni (Präsident Alpenverein), Johanna Platzgummer (Naturmuseum Südtirol)

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