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Benko kann, muss aber nicht „Hat die Stadtverwaltung eine große Chance verpasst?“

27 Giugno 2014

Benko kann, muss aber nicht „Hat die Stadtverwaltung eine große Chance verpasst?“

Als René Benko am Mittwoch die Nachricht über die Entscheidung des Bozner Stadtrates erhielt, soll er gesagt haben: „Sind die so blöd, diese Politiker?“, so Tagesezeitung Online.

Der Bozner Stadtrat hat in Sachen Großkaufhaus die Quadratur des Kreises versucht und aus der Lex Benko kurzerhand eine Lex Oberrauch gemacht. Unter den nun vorgegebenen Rahmenbedingungen, Baudichte von 9,5 und Verkaufsfläche von 22.000 Quadratmetern,  wird sich Benkos Signa-Gruppe mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gar nicht an der Ausschreibung beteiligen.

Heinz Peter Hager, René Benkos Cheflobbyist in Bozen, wollte die Entscheidung des Bozner Stadtrates gestern nicht mehr kommentieren. „Ich persönlich schätze die Chancen, dass sie Signa sich an der Ausschreibung beteiligt, auf weniger als 50 Prozent ein.“

Der Tiroler Immobilien-Guru ist in der glücklichen Lage, nicht auf Bozen angewiesen zu sein. Das Bozen-Engagement war und ist für Benko kein Deal auf Leben und Tod. Die Signa-Gruppe verwaltet ein Immobilienvermögen von rund 6,5 Milliarden Euro. Der Ankauf des Hotel „Alpi“ macht gerade mal 0,2 Prozent des Immobilienvermögens aus. Die gesamte Bozen-Operation, Benko wollte rund 300 Millionen Euro investieren, hätte mit 4 Prozent des Immobilienvermögens zu Buche geschlagen.

Das heißt,  Benko kann, er muss aber nicht.

Benko, so heißt es aus dem Umfeld des Investors, wird deswegen nicht nervös.

Die große Frage ist nun: War es klug, René Benko zu vertreiben? Hat die Stadtverwaltung eine große Chance verpasst? Mit der Herabsetzung des Bauindexes auf 9,5 verliere die Gemeinde Bozen zwischen 40 und 50 Millionen Euro einmalig und, gemeinsam mit dem Land, weitere 60 bis 70 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren.

Auf der einen Seite steigt die Gemeinde den Bürgern in den Sack, andererseits lässt sie das Geld liegen, das auf der Straße liegt. In Benkos Umfeld spricht man daher in Zusammenhang mit den Ausschreibungskriterien von einer Verteidigungsoperation. Mit den festgelegten Einschränkungen wird der Grund der Gemeinde enorm entwertet.

Über die politischen Hintergründe wird nun wild spekuliert. Böse Zungen behaupten sogar, das Ziel der Benko-Gegner ist es gewesen, der Gruppe um den Unternehmer Georg Oberrauch den Grund billig zuzuschieben. Falls Benko sich zurückzieht, werden Oberrauch & Co. nur ein Alibi-Projekt vorlegen, das am Ende nicht genehmigt oder nicht realisiert wird.

Der Bozner Stadtrat, seit jeher ein Club der Zauderer, hat in jedem Fall eine Wischi-Waschi-Entscheidung getroffen. Es war René Benko, der die Bozner Handelstreibenden „aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat“ (Zitat Georg Oberrauch).

Der Tiroler Investor legte ein Projekt vor, in das sich die BoznerInnen ein bisschen verliebt haben.

Doch Bozen, das weiß man, ist die Stadt des Stillstandes. Wäre das Land so regiert worden wie die Landeshauptstadt, gäbe es in Südtirol keine Uni, keine MeBo, nichts!

Genau jene„Laubenkönige“, die zum Niedergang der Handelsstadt Bozen beigetragen haben, indem sie ihre Geschäftslokale an die großen Ketten vermietet haben, schickten Georg Oberrauch (der sich vor einem Großkaufhaus am wenigsten hätte fürchten müssen) voraus, um den bösen Benko zu vertreiben.

Die Stadtpolitiker hatten nicht den Mut, René Benko die Tür ins Gesicht zu schlagen, sondern sie legten Ausschreibungskriterien fest, die weder Fisch noch Fleisch sind.

Denn einerseits lässt sich zu den von der Gemeinde vorgegebenen Rahmenbedingungen kein Einkaufszentrum mit Sigma-Standards, also ein tolles Haus mit Flair, mit einer bestimmten Großzügigkeit, ein Kaufhaus, mit der Möglichkeit zum Flanieren, realisieren. „Wir bauen ganz bestimmt kein zweites Twenty, denn dann kann man gleich zur Metro gehen“, so heißt es, abfällig, aus dem Benko-Lager.

Und andererseits bleibt abzuwarten, ob die Gruppe um Georg Oberrauch ihr Erlebnishaus-Projekt finanziell überhaupt stemmen kann.

Immerhin benötigt man 130 bis 150 Millionen Euro.

Es darf bezweifelt werden, ob einige Laubenkönige noch Lust haben, zu investieren. Denn ihr Hauptziel haben sie bereits erreicht, sie haben Benko vergrault.

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