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Ausstellung „Tschodile – Frauen am Schneeberg“ im Kornkasten Steinhaus

23 Giugno 2014

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Ausstellung „Tschodile – Frauen am Schneeberg“ im Kornkasten Steinhaus

Welche Rolle spielten Frauen in den Bergwerken am Schneeberg? Welche Arbeiten mussten sie verrichten und wie sah ihr Alltag im Knappendorf aus? Die neue Ausstellung „Tschodile. Frauen am Schneeberg“ im Südtiroler Bergbaumuseum Kornkasten Steinhaus veranschaulicht mit historischen Fotografien, originalen Dokumenten, Interviews mit Zeitzeugen und zahlreichen Gegenständen das Leben der Frauen am Schneeberg. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 26. Juni, um 19:30 Uhr eröffnet.

1903 waren über 70 Frauen am Schneeberg beschäftigt. Ab 1896 wohnten sie in einer eigenen Frauenunterkunft, die von Männern nicht betreten werden durfte. Die sogenannten „Tschodilen“ (oder „Tschodelen“, „Tschodiler“), also die Erzklauberinnen oder Erzscheiderinnen waren überwiegend junge Mädchen. Das Mindestalter betrug 14 Jahre, bei bedürftigen Familien wurden aber auch Ausnahmen gemacht. Zum Teil stammten die Arbeiterinnen aus den heimischen Gebirgstälern, viele kamen aber auch aus dem Bellunesischen und aus anderen Gegenden Oberitaliens. Als Saisonarbeiterinnen blieben sie von Mai bis Oktober vor Ort. Die täglichen Arbeitsschichten betrugen 11 bis 12 Stunden.

Die Aufgaben der Tschodilen waren vielfältig und reichten vom Durchsuchen der Halden nach Zinkerz über das Ausklauben, dem Zerkleinern des Erzes mit dem Pochhammer und der Trennung des erzhaltigen Gesteins vom tauben Gestein bis zur Sortierung des Erzes an den Scheidplätzen und Klaubtischen nach verschiedenen Qualitäten und dem Transport in Holztrögen zu den Erzhunten (Erzwagen).

Die neue Ausstellung „Tschodile. Frauen am Schneeberg“ im Südtiroler Bergbaumuseum Kornkasten Steinhaus beschäftigt sich mit dem Leben und den Aufgaben der Frauen am Schneeberg und zeigt anhand originaler Dokumente, Interviews mit Zeitzeugen und verschiedener Alltagsgegenstände, welch harte Arbeit sie leisten mussten. Seltene historische Aufnahmen zeigen die Erzklauberinnen an ihren Arbeitsplätzen und offenbaren interessante Details aus der Freizeit und dem Familienleben mit den vielen religiösen und weltlichen Bräuchen am Schneeberg. Einblicke in den Alltag der Frauen gibt auch eine Auswahl von authentischen Berichten des Bergamtes Klausen an das k.u.k. Revierbergamt in Hall. Zwölf Gedichte der Sterzinger Autorin Christine Haller Martin beschreiben die Gedanken der Knappen während ihrer Arbeit im Bergwerk und erwecken die Arbeitsgeräte zum Leben. Zusammen mit einem Glossar zu den wichtigsten Begriffen im Bergbau runden sie die Ausstellung ab.

Das Museum Kornkasten Steinhaus setzt mit dieser Ausstellung einen weiteren Schritt, um das Thema „Frauenarbeit“ auf eine breitere Basis zu stellen und ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern einen Blick auch auf andere Bereiche des Südtiroler Bergbaumuseums. Das Ausstellungskonzept und die dazugehörigen Texte stammen von der Autorin Christine Haller-Martin, die 2013 den Roman „Tschodile. Die Erzklauberin“ veröffentlicht hat.

Die Ausstellung „Tschodile. Frauen am Schneeberg“ wird am Donnerstag, 26. Juni um 19:30 Uhr im Kornkasten Steinhaus, Steinhaus 99 eröffnet.

Nach der Begrüßung durch den Direktor des Südtiroler Bergbaumuseums Josef Pahl referiert die Autorin Christine Haller-Martin zum Thema der Ausstellung und stellt auch ihre literarischen Arbeiten dazu vor. Für musikalische Unterhaltung sorgt die Gruppe „SoatnZiecha“.

Weitere Informationen im Südtiroler Bergbaumuseum Kornkasten Steinhaus, Steinhaus 99, Tel. 0474 65 10 43 und im Internet unter www.bergbaumuseum.it.

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