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Was wird aus Luisens Keller?

25 Aprile 2014

Was wird aus Luisens Keller?

Der Felsenkeller in der Laimburg war eines der Sinnbilder für Luis Durnwalder spätfeudales Gebaren, Tageszeitung Online.

Nachdem der Fürst in Rente gegangen ist, stellt sich nun die Frage: Wird aus dem exklusiven Keller jetzt eine Besenkammer?
In der öffentlichen Wahrnehmung war es „sein“ Keller, eben Luisens Keller. Luis Durnwalder, der Langzeitherrscher, und sein Felsenkeller, jahrzehntelang war es das Sinnbild für Durnwalders spätfeudales Gebaren. „In diesem Keller“, so pflegte Luis Durnwalder zu sagen, „habe ich viele Millionen für Südtirol reingeholt.“ In der weinseligen Keller-Atmosphäre hat er so manchen (walschen oder EU-) Politiker über den Tisch gezogen. Der Fürst ist nun seit Monaten in Rente. Was wird jetzt aus Luisens Keller?  Wird der Felsenkeller zu einem teuren Weinlager? Nein, so verspricht es der neue Chef im Felsenkeller, Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler. Der Felsenkeller wird weiterhin genutzt, nicht mehr so sehr als Partykeller der Mächtigen, Schönen und Reichen. Der fast schon mythologisierted Felsenkeller soll ein Keller des Volkes werden.
Der Felsenkeller war, ursprünglich, gar nicht als Luis Durnwalder exklusiver Partykeller konzipiert. In den späten 1980er-Jahren war es im Landesweingut Laimburg im wahrsten Sinne des Wortes eng geworden. Man brauchte zusätzlichen Raum für die Lagerung von Fässern und Weinflaschen. Da bot sich eine Erweiterung in den roten Porphyrfelsen des angrenzenden Mitterberges an. 1989 wurden mit 5.000 Kilogramm Dynamit 4.000 Kubikmeter Felsen herausgesprengt, in den 2003 und 2004 wurde der Keller um 6.000 Kubikmeter erweitert. Neben den Fass- und Flaschenlagerungskellern entstand auch der Felsenkeller, ein 300 Quadratmeter großer, gewölbter Saal für Repräsentationszwecke.

Der Saal bietet Platz für bis zu 100 Personen. Der Felsenkeller wurde Luisens Keller. Und der Hausmeister in Luisens Keller war einer von Durnwalders engsten Freunden. Klaus Platter, viele Jahre lang Direktor, oder besser gesagt „Gutsherr“ in der Laimburg. Es gibt wohl keinen Vereinsheini und keine höheren (Ehren-)Amtsträger im Land, die nicht mindestens einmal die Ehre hatten, im Felsenkeller zu tafeln und einen guten Tropfen zu verkosten. War Luis Durnwalders Büro die Adresse für Bittsteller, war der Felsenkeller der diskrete Ort, wo man sich, wie die alten Römer, selbst zelebrierte.

Dem Land ging’s gut, den meisten Leuten ebenso. Wohlstand macht fett. Es ist bezeichnend, dass der Felsenkeller erst kurz vor dem Abtritt Luis Durnwalders zum Reizthema wurde, dann nämlich, als die Staatsanwaltschaft herausfand, dass Luis Durnwalder dem Laimburg-Direktor Klaus Platter 55.000 Euro aus seinem Sonderfonds bezahlt habt. Der Keller, in dem so viele Menschen dem Landeshauptmann die Füße geküsst haben, wurde urplötzlich zum anrüchigen Etablissement, zum Bunker des Systems Südtirol. Mit Müh und Not konnte Klaus Platter die Zahlungen erklären. Erstens, so der ehemals so mächtige Gutsherr der Laimburg, hat der Felsenkeller „weniger gekostet als ein neuer Turnsaal in Sterzing“. Zweitens, so Platter, „haben wir die Königin von Holland, den Dalai Lama, Staatspräsidenten, Ministerpräsidenten, EU-Kommissare und auch viele ehrenamtliche Verbände und Organisationen empfangen“. Bei diesen Empfängen hat der LH „viel für Südtirol herausgeholt“. Denn es ist nun einmal so, erklärte Durnwalder. „Die großen Dinge werden nicht bei einer Aussprache im Büro entschieden, sondern auf menschlicher Ebene.“ Klaus Platter: „Ich habe in 21 Jahren im Felsenkeller 1.119 Abende organisiert, da kommt ein Trinkgeld von weniger als 50 Euro pro Abend heraus.“ Im Felsenkeller lagern zur Zeit 10.000 Flaschen Wein aus der Laimburg-Produktion, weiters 10.000 Flaschen Versuchsweine und rund 8.000 Flaschen mit Drittweinen. „Ganz teure Weine sind aber nicht dabei“, so Landesrat Arnold Schuler.

In den Fässern lagern weitere 760 Hektoliter Wein.

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