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ALLE HABEN ES GEWUSST

2 Marzo 2014

ALLE HABEN ES GEWUSST

Franz Pahl enthüllt, dass  alle  Luxus-Rentner im Vorfeld über die Höhe der Beträge Bescheid gewusst haben und auch die Gewerkschaften, so Tageszeitung online.

Er kann darüber nur lachen: „Was? Die Politiker haben über die Vorschusszahlungen bzw. über deren Höhe nichts gewusst? Das ist ein Witz! Alle haben es gewusst, es genügt, das Gesetz zu lesen, und mit einem Rechenschieber hat sich jeder der betroffenen Mandatare ausrechnen können, wie viel an Vorschuss und wie viel an Family Fonds-Anteilen er bekommt“, so der Ex-Regionalratspräsident im Interview mit Eberhard Daum für die Sendung „Daum im Stadtcafé.“ Franz Pahl verriet auch, dass sogar die Gewerkschaften in die Pläne eingeweiht gewesen sind. „Wenn jetzt noch jemand sagt, er hat über die Art der Ausbezahlung und über die Höhe der Beträge nicht Bescheid gewusst, dann sagt er die Unwahrheit.“Franz Pahls Version ist auch von einer hochrangigen SVP-Politikerin bestätigt.

„Es stimmt, die damalige Regionalratspräsidentin Rosa Thaler hat im Vorfeld mit allen betroffenen Alt- und amtierenden Mandataren gesprochen, mit den meisten persönlich, indem sie die Mandatare in ihr Büro gerufen hat, mit einigen wenigen Alt-Mandataren telefonisch, also waren alle informiert; auch über die Höhe ihrer Bezüge. Oder glauben Sie, dass jemand aus freien Stücken einer Rentenkürzung zugestimmt hätte ohne vorher zu wissen, worin die Gegenleistung besteht?”
In Wirklichkeit war es wohl so, dass Mehrheit und Opposition ein gemeinsames Ziel hatte. Die Millionenzahlungen an die Alt- und noch amtierenden Mandatare sollten vor den Wahlen 2013 nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Dass einige SVP-Mandatare die Politik als überdachten Selbstbedienungsladen ansehen, ist hinlänglich bekannt. Damit hat sich die Bevölkerung abgefunden. Aber warum hat keiner der vielen Oppositionspolitiker, die sonst Anfragen stellen, wenn in Oberwielenbach ein Sack Reis umfällt, in dieser delikaten Sache nachgebohrt? Warum haben Grüne, Blaue und Orange geschwiegen bis zuletzt (und sich hinter Rosa Thaler versteckt)? Im Luxusrenten-Skandal hat der grün-blau-orange Aufsichtsrat im Südtiroler Landtag bzw. im Regionalrat kläglich versagt, wohl weil einige Mitglieder selbst Nutznießer dieses Millionenregens waren.

Wir haben Oppositionspolitiker im Lande, die sich über den Ankauf von teuren Wasserstoff-Bussen oder über das nicht ausbezahlte Pendlergeld aufregen. Wenn dann beschlossen wird, die Kleinigkeit von 90 Millionen Euro (zum Teil an sie selbst) zu verteilen, wollen sie nichts mitbekommen haben bzw. sie haben keinen Anlass gesehen, dies öffentlich zu machen.
Einige Oppositionspolitiker haben den Vertrauensvorschuss, den ihnen die WählerInnen gewährt haben, im stillen Kämmerlein mit einem Pensionsvorschuss eingetauscht.

 

 

One Comment
  1. Oswald.schiefer

    Das ist leider nur ein schwacher Trost, denn der Schaden für die Glaubwürdigkeit der Politik und für alle Politiker, gleich welcher coleur ist enorm und kann durch keine noch so großzügige Maßnahme wieder gut gemacht werden. Das Vertrauen ist dahin, weil man auf Kosten der Mitbürger eine unverschämte und für niemanden nachvollziehbare Selbstbedienungsaktion klammheimlich über die Bühne bringen wollte. Kein Durchschnittsbürger könnte sich je so hohe Pensionen, Abfertigungen und schon gar nicht Vorschusszahlungen nach lebenslangem Arbeiten- und nicht schon nach 10-15 Jahren- auch nur erträumen. Diese wenn auch scheinbar gesetzlich geregelte Gaunerei ist ein Affront gegen die res pubblica und jeden ehrenhaften Menschen unserer Gesellschaft. Besonders schwerwiegend ist die Tatsache, dass auch selbsternannte Gralshüter von Magnagos ehrenhaftem politischen Nachlass davon profitieren. Nichts wird mehr sein wie früher, der gute Ruf der Politik ist derart geschädigt, dass jedem noch so gut gemeinten Versuch einer neuen, ehrlichen und bürgerfreundlichen Politik noch lange der Makel dieser unehrenhaften Selbstbereicherung anhaftet. Wie sagt doch Gretchen in Goethes Faust: Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer, ich finde sie nimmer und nimmer mehr! Das wünsche ich allen am Politrentengate Beteiligten. Im Übrigen, einen Vorschlag zu gegebenem Anlass für die bevorstehende Fastenzeit hätte ich: In Sack und Asche Buße tun und das im Family Fond geparkte Geld definitiv dort lassen, damit es wirklich den Familien und den Mindestrentnern zugute kommt, die es tatsächlich dringend benötigen.

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