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Michil Costa

15 Febbraio 2013

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Michil Costa


Man hätte Ideen subventionieren sollen, nicht Landeshäuser“ 

Von Christine Kofler 

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Michil Costa, Grüne-SEL, Senatswahlkreis Ost

 

 

Er ist der wohl bekannteste Hotelier Südtirols und seit seinem „Frosch-Kostüm“-Auftritt bei einer Pressekonferenz des Landeshauptmannes vor einigen Jahren, wohl auch der bekannteste Umweltschützer des Landes. Der 52-jährige Ladiner aus Corvara leitet zusammen mit seiner Familie das Hotel „La Perla“, führt die Gourmetstube „Stüa Michil“ und organisiert zudem den Maratona dles Dolomites, einen alljährlichen Straßen-Radmarathon in den Dolomiten mit rund 8.500 Teilnehmern. Zu seiner Leidenschaft für Musik gesellte sich im Laufe der Zeit die Leidenschaft für die Gastwirtschaft und der Erfolg gibt ihm Recht – das Hotel Perla wurde zu den „Leading Hotels“ Südtirols gekürt.

Wenn er nicht gerade Gäste aus aller Welt bewirtet, setzt sich für nachhaltigen Tourismus und ein Gesetz ein, das der Natur einen juridisch legalen Status zuspricht. Michil Costa kandidiert für die Grüne-SEL im Senatswahlkreis Ost – wir haben mit dem außergewöhnlichen Politiker über Gemeinwohlbilanzen, Umweltschutz und die Aufgaben in Rom gesprochen.

Herr Costa, Sie sind Hotelier in Corvara, also Touristik-Unternehmer und gleichzeitig Umweltschützer. Damit sind sie in Südtirol eine, so würde ich meinen, äußerst seltene Spezies. Wie geht kapitalistisches und „grünes“ Denken, unbedingtes wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz zusammen?

Eben nicht. Mohamed Yunus, Stiglitz, Fitoussi, Latouche lehren uns einen Weg zu alternativen wirtschaftlichen Modellen. Unbedingtes wirtschaftliches Wachstum ist nicht reell. Nichts kann unendlich wachsen. Es ist schon so viel verschandelt, kaputtgemacht worden, ohne Gefühl wurde gehandelt. Es bräuchte ein Assessorat für Ästhetik, das für die Schönheit des Handelns zuständig wäre.

In einem Artikel der „Welt“ werden Sie so zitiert: „Die Menschen haben die Kultur des Schweigens verloren. Sie reden, plappern, palavern pausenlos. Dabei geht es auch ohne“. Warum würden sie die Reise nach Rom antreten, in das Herz des Gequassels – was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Ich glaube an einem Paradigmenwechsel. Es soll nicht ewig so weitergehen, und es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen.

Wofür würden Sie sich in Rom besonders einsetzen?

Die Bodenausbeutung ist das Problem der Welt. Für die Rechte der Natur gibt es bereits Gesetze (Ecuador, oder einige Provinzen in den USA); die Natur muss einen juridisch legalen Status erhalten. Für ein alternatives wirtschaftliches Modell, die Gemeinwohlökonomie (Theorie vom Österreicher Christian Felber). La Perla (Hotel in Corvara von Michil Costa, Anm. d. R.) erstellt die Gemeinwohlbilanz und wird in Zukunft mit Partnern zusammenarbeiten, die eine GWB erstellen (Lieferanten, Banken, usw.)

Die Grünen gehen zusammen mit der „Sinistra, Ecologioa e Libertà“ (SEL) von Nichi Vendola ins Rennen, die Kombi-Liste unterstützt die Kandidatur von Bersani. Durch die Kandidatur auf gesamtstaatlicher Ebene wäre es also durchaus möglich, dass der grüne Kandidat der Abgeordnetenkammer, Florian Kronbichler, als erster deutschsprachiger Nicht-SVPler in die Kammer gewählt wird. Geht die Ära der allmächtigen SVP zu Ende?

Die SVP ist schon fertig. Die letzten 20 Jahre waren schlecht, die letzten fünf katastrophal. Mit dem vielen Geld zur Verfügung! Man hätte Ideen subventionieren sollen, nicht Landeshäuser.

Christine Kofler

 

 

 

 

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