Die Caritas Diözese Bozen-Brixen ermutigt dazu, schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten und ihnen Zeit und Zuwendung zu schenken. Für Einsame, Trauernde und Menschen in schwierigen Lebenssituationen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar.
Allerheiligen und Allerseelen sind Tage des Erinnerns und Gedenkens. Für viele Menschen rücken in dieser Zeit auch Krankheit, Sterben und Trauer stärker in den Mittelpunkt. Die Caritas Diözese Bozen-Brixen nimmt die Gedenktage zum Anlass, dazu aufzurufen, schwerkranke und sterbende Menschen nicht allein zu lassen. Oft brauche es keine großen Worte oder besonderen Gesten, sondern vor allem Zeit, Ruhe und das Gefühl, nicht allein zu sein.
„Viele Menschen empfinden Unsicherheit oder Angst, wenn sie einen sterbenden Menschen besuchen möchten. Das ist ganz normal“, erklärt Renate Rottensteiner, Leiterin der Caritas Hospizbewegung. Diese Gefühle sollten jedoch kein Hindernis sein, einem Menschen in einer besonders wichtigen Lebensphase beizustehen. Die Begleitung am Lebensende könne auch für jene, die sie leisten, eine wertvolle und einzigartige Erfahrung sein.
Jeder Sterbeprozess verläuft anders. Entscheidend sei deshalb, die individuellen Bedürfnisse des sterbenden Menschen zu respektieren, seinen persönlichen Weg zuzulassen und sich Zeit zu nehmen. Manchmal könne bereits die stille Anwesenheit eines vertrauten Menschen Trost vermitteln. Ein Gruß, eine sanfte Berührung, gemeinsames Schweigen oder das Vorlesen eines bekannten Textes könnten viel bewirken. Auch wenn ein Mensch nicht mehr sichtbar reagiere, könne er seine Umgebung weiterhin wahrnehmen.
Wer sich im Umgang mit Sterbenden unsicher fühlt, kann sich Unterstützung beim Pflegepersonal holen und sich zeigen lassen, wie eine einfühlsame Begleitung möglich ist. Ebenso wichtig ist es, offen über Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen und Worte auszusprechen, die einem am Herzen liegen. Gleichzeitig dürfe die eigene Belastung nicht aus dem Blick geraten. Auch Angehörige und Begleitende brauchen Zeit, um auf sich selbst zu achten und ihre Kräfte zu bewahren.
Nicht nur die Nähe zum Lebensende, sondern auch der Verlust eines geliebten Menschen kann gerade an Allerheiligen besonders schmerzhaft sein. Erinnerungen werden wach, die Abwesenheit nahestehender Menschen wird spürbar, und Einsamkeit oder Sorgen können schwerer wiegen als im Alltag. In solchen Momenten bietet die Caritas Telefonseelsorge Unterstützung.
„An solchen Gedenktagen spüren viele Menschen den Verlust nahestehender Personen besonders intensiv. Andere fühlen sich allein oder von Sorgen erdrückt“, sagt Brigitte Hofmann, Leiterin der Caritas Telefonseelsorge. Niemand müsse mit diesen Gefühlen allein bleiben. Die Telefonseelsorge höre zu, nehme die Anliegen der Menschen ernst und schaffe Raum auch für schwierige Gedanken und Emotionen.
Das Angebot ist anonym und vertraulich und rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Zusätzlich stehen eine Chat-Beratung von Montag bis Donnerstag zwischen 18 und 21 Uhr sowie eine Beratung per E-Mail zur Verfügung. Damit richtet sich die Caritas an Menschen, die in Trauer, Einsamkeit oder persönlichen Krisen ein offenes Ohr und Unterstützung suchen.
Kontakt und Beratung
Die Caritas Hospizbewegung ist unter der Telefonnummer 0471 304 677 und per E-Mail an hospizbewegung@caritas.bz.it erreichbar.
Die Caritas Telefonseelsorge steht unter der Telefonnummer 0471 052 052 rund um die Uhr zur Verfügung. Die Chat- und Mailberatung sind über www.telefonseelsorge.it erreichbar.
Mit ihrem Aufruf erinnert die Caritas daran, wie wichtig menschliche Nähe gerade in Zeiten der Verletzlichkeit ist. Manchmal kann schon ein Besuch, ein stilles Dasein oder ein Gespräch dazu beitragen, dass Menschen sich weniger allein fühlen – am Lebensende ebenso wie in der Trauer.