Würde und Rechte der Senioren im Mittelpunkt: Austausch mit der SVP Generation 60+ in Schlanders

Die Rechte älterer Menschen, ein selbstbestimmtes Leben im Alter und der Schutz vor Altersdiskriminierung standen im Mittelpunkt einer Sitzung der SVP-Generation 60+ des Vinschgaus in Schlanders. Bezirksvorsitzender Johann (Hans) Mitterer und sein Stellvertreter Franz Schuster begrüßten dazu die Seniorenbeauftragte der Volksanwaltschaft, Vera Tronti Harpf, sowie den SVP-Landesvorsitzenden Otto von Dellemann.

Im Mittelpunkt des Treffens stand der direkte Austausch über die Herausforderungen und Bedürfnisse der älteren Generation. Mitterer und Schuster unterstrichen, wie wichtig es sei, die Anliegen von Seniorinnen und Senioren ernst zu nehmen, ihr Wohlergehen zu fördern und ihnen in der Gesellschaft eine hörbare Stimme zu geben.

Vera Tronti Harpf stellte ihre Tätigkeit vor und informierte über die Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen ab 65 Jahren. Zu ihren Aufgaben gehören der Schutz der Rechte älterer Menschen, die Förderung eines selbstbestimmten Alterns sowie die Beratung bei Konflikten mit Angehörigen, Pflegepersonen und öffentlichen Diensten. Sie ermutigte Seniorinnen und Senioren, sich bei Fragen und Problemen an die Seniorenbeauftragte zu wenden. Würde und Rechte müssten in jeder Lebenssituation gewahrt bleiben.

Otto von Dellemann lenkte den Blick auf die Altersdiskriminierung, insbesondere im Versicherungswesen. Höhere Prämien und erschwerte Vertragsbedingungen könnten ältere Menschen benachteiligen und ihre Handlungsmöglichkeiten einschränken. Wer über Jahrzehnte einen Beitrag zur Gesellschaft geleistet habe, verdiene Respekt, faire Behandlung und Chancengleichheit, betonte er.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Pflegegeld, das von Dellemann als eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften Südtirols bezeichnet wurde. Der V.I.T.A.-Fragebogen zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit habe sich grundsätzlich bewährt. Rückmeldungen von Betroffenen und Angehörigen machten jedoch deutlich, dass einzelne Kriterien nicht mehr vollständig den heutigen Pflegebedürfnissen entsprächen. Deshalb regte von Dellemann an, den Fragebogen gemeinsam mit Fachleuten, Pflegekräften sowie Betroffenen und Angehörigen zu überprüfen und bei Bedarf gezielt anzupassen.

Auch die zunehmende Digitalisierung öffentlicher und privater Dienstleistungen wurde diskutiert. Mitterer und Schuster begrüßten zwar die neuen digitalen Angebote, machten sich jedoch dafür stark, analoge Zugänge dauerhaft als gleichwertige Alternative zu erhalten. Die Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass Menschen ausgeschlossen werden, die digitale Dienste nicht nutzen können oder möchten. Seniorinnen und Senioren müssten auch künftig die Möglichkeit haben, ihre Angelegenheiten auf herkömmlichem Weg zu erledigen.

Zum Abschluss dankten Mitterer und Schuster den Gästen für den offenen Austausch. Die Sitzung machte deutlich, wie vielfältig die Themen sind, die ältere Menschen betreffen – von rechtlicher Unterstützung und Pflege bis hin zu gesellschaftlicher Teilhabe und einem gleichberechtigten Zugang zu Dienstleistungen. Die SVP-Generation 60+ im Vinschgau bekräftigte dabei ihren Einsatz für die Interessen und Rechte der Seniorinnen und Senioren.

Im Bild vl:  Roswitha Weissensteiner,  Konrad Gurschler, Sieglinde Holzknecht, Otto von Dellemann, Hans Mitterer, Vera Tronti Harpf, Franz Schuster, Irmgard Gamper, Gerda Gunsch, Martha Stocker und Heinrich Thöni